Geldanlage: der ultimative Guide

Wie Du Dein Geld investieren kannst

Zuletzt aktualisiert am 07 Februar 2021 von Reza

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Geldanlage der ultimative Guide

Du möchtest Dein Geld anlegen? Perfekt, dann bist Du hier genau richtig.

In diesem Guide lernst Du alles, was Du wissen musst, damit Du Dein Geld selbst richtig anlegen kannst.

Willst Du Dein Geld lieber von einem Finanzexperten verwalten lassen, weißt Du genau, worauf es ankommt.

Im Detail schauen wir uns folgende Themen an.

Anlageziele

Anlageziele Geldanlage

Der erste wichtige Schritt beim Anlegen von Geld ist, dass Du Deine Anlageziele fest legst.

Deine persönlichen Anlageziele haben einen großen Einfluss auf die Anlageklassen, in die Du später investieren wirst.

Im nächsten Schritt wirst Du im Rahmen Deiner Anlagestrategie festlegen, wie hoch der Anteil der einzelnen Anlageklassen in Deinem Portfolio sein soll.

Lass Dich von dem Wort Portfolio nicht beeindrucken. “Portfolio” ist ein gängiger Begriff, wenn es um Geldanlagen geht. 

Dabei bezeichnet Portfolio nur Deinen Bestand von Wertpapieren und anderen Geldanlagen wie zum Beispiel Immobilien und Alternativen Investments.

Menschen haben die unterschiedlichsten Anlageziele. Manche sparen für ihre Traumreise, andere sparen Geld für ihr Traumhaus und andere suchen nach finanzieller Unabhängigkeit.

Obwohl die Wünsche so unterschiedlich sind, lassen sie sich sehr gut zusammenfassen.

Kapitalerhalt (Geld sicher anlegen, mündelsicher anlegen)

Wie Du bereits vom Namen ableiten kannst, geht es beim Kapitalerhalt darum, das Geld zu erhalten.

Das Geld soll sicher angelegt werden. In diesem Zusammenhang fällt auch oft der Begriff der mündelsicheren Geldanlage.

Das klingt erstmal recht simpel. Du musst Dein nur irgendwo sicher verwahren. Also könntest Du es einfach zur Bank bringen.

Wir gehen der Einfachheit halber davon aus, dass es vor allem um angespartes Geld geht.

Ganz anders würde die Situation aussehen, wenn Kapital in Immobilien oder anderen Projekten gebunden ist.

Nur, ist es auch so simpel?

Es gibt nichts was Sparer so sehr fürchten wie die Inflation.

Die Inflation entwertet Dein Geld, denn mit der Zeit wird alles teurer.

Das Gemeine daran ist, dass Du die Inflation nicht direkt spürst. Du wirst sie erst in 3 bis 5 Jahren oder später voll wahrnehmen.

Die durchschnittliche Inflation im europäischen Wirtschaftsraum liegt bei ca. 2 %. Das ist auch das offizielle Inflationsziel der Europäischen Zentralbank.

Das bedeutet für Dich, dass Du mindestens eine jährliche Rendite von 2 % benötigst, um Dein Geld nach der Inflation zu erhalten.

Ein weiteres großes Risiko ist die Zahlungsfähigkeit der jeweiligen Bank. Geht die Bank pleite, bei der Du Dein Geld auf dem Konto hast, so kannst Du davon betroffen sein.

Im europäischen Wirtschaftsraum ist allerdings mittlerweile eine Einlagensicherung von 100.000 € Pflicht für Einlagen bei einer Bank verpflichtend.

Gelder die darüber liegen, könnten aber bei einer Bankenpleite verloren gehen.

Vermögen aufbauen

Du hast sicherlich schon mal von Deinen Freunden oder Familienangehörigen gehört, dass Sie Vermögen aufbauen möchten. Dabei ist oft nicht klar, wofür sie Geld anlegen möchten und wie lange.

Es ist natürlich, dass jeder gerne etwas Geld auf der hohen Kante hat. Dagegen ist auch ein nichts einzusetzen.

Eventuell tust Du Dich derzeit auch noch schwer festzulegen, wofür Du Vermögen aufbauen möchtest. Das ist völlig okay.

Wichtig ist beim Vermögensaufbau, dass Du fest legst wie lange Du das Geld mindestens anlegen kannst und wie viel Geld Du monatlich entbehren kannst.

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn je länger Du auf Geld verzichten kannst, desto höhere Risiken kannst Du auch eingehen.

Je höher die zu erwartenden Risiken sind, desto höher ist auch die zu erwartende Rendite.

Kann ich Vermögen ohne Eigenkapital aufbauen?

Interessanterweise hält sich das hartnäckige Vorurteil, dass sich ohne Eigenkapital kein Vermögen bilden lässt.

Dabei wird davon ausgegangen, dass nur viel auch viel hilft. 

Das ist vollkommen falsch.

Beim langfristigen Geld anlegen hast Du den Zinseszins auf Deiner Seite.

Du erhältst Zinsen und Dividenden, die Du dann wieder gewinnbringend für Dich nutzen kannst.

Es wird Dich überraschen, wie Du mit teilweise recht geringen Beträgen von 25 € bis 50 € ein beeindruckendes Vermögen bilden kannst.

Hohe Rendite (hohe Zinsen)

Es soll eine möglichst hohe Rendite erzielt werden.

Bei diesem Anlageziel werden die Begriffe Rendite und Zins oft durcheinander geworfen. Daher klären wir noch mal kurz, wie sich Zins und Rendite unterscheidet.

Bei Zinsen geht es darum, wie viel Geld Du für geliehenes Geld bezahlen musst (Kredit) oder wie viel Geld Du für verliehenes Geld (Sparbuch) erhältst.

Bei einem Sparbuch entsprechen zum Beispiel die Zinsen oft der Rendite, denn außer den Zinsen bekommst Du keine weiteren Erträge.

Ganz anders sieht es aber bei Aktien zum Beispiel aus. Dabei setzt sich die Renditen aus den Dividendenausschüttungen und dem Kursgewinn zusammen.

Du hast eventuell angenommen, dass sich dieses Anlageziel bereits selbst erklärt. So einfach ist es allerdings nicht.

Denn gerade Menschen, die mit dem Geld anlegen beginnen, erhoffen sich hohe Renditen und zwar sehr schnell. 

Der Grad zwischen seriösem Investieren und Zocken ist dann sehr schmal, geradezu verschwindend.

Es ist richtig, dass Du teilweise sehr hohe Renditen mit Aktien und anderen riskanten Geldanlagen erzielen kannst.

Wir möchten Dich aber explizit vor jeglichen Angeboten waren, die Dir sagenhafte Gewinne in kürzester Zeit versprechen.

Eine wesentliche Komponente beim erfolgreichen Geld anlegen ist Zeit.

Monatlich Geld sparen

Sparen gehört zu den typischen Formen der Geldanlage. Meistens wird dabei ohne konkretes Ziel gespart.

Wir alle kennen den berühmten Notgroschen. Etwas Geld bleibt auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto, um im Notfall bezahlen zu können. Anwendungsfälle dafür gibt es viele, es geht was kaputt oder eine hohe Rechnung ist zu begleichen.

Wie groß sollte aber der Notgroschen wirklich sein?

Fakt ist, viele Menschen sparen viel und legen ihr Geld zu wenig an. Der Wert des Geld auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto wird dann von der Inflation verringert und Zinsen gibt es derzeit keine (Stand November 2020).

Daher würden wir Dir empfehlen maximal 1 bis 2 Gehälter als Notgroschen auf dem Konto zu haben. Das sollte für die meisten Notfälle reichen.

Hast Du also Deinen Notgroschen angespart, kannst Du die rechtlichen Gelder ohne große Bedenken investieren. Grundsätzlich würden wir dann zu einer Strategie raten, bei der Du Dein Geld mittelfristig anlegst.

Mittelfristige Geldanlagen laufen dabei mindestens 3 bis maximal 5 Jahre.

Bei so einem Anlagezeitraum kannst Du einen Anteil in etwas riskantere Anlageklassen investieren, die Dir höhere Renditen versprechen. Der andere Teil verbleibt eher in kurzfristig verfügbaren Geldanlagen mit niedrigen- und mittelmäßigen Renditen.

Im Notfall kommst Du also recht schnell (anteilig) an Dein Geld.

Private Altersvorsorge

Viele Menschen verlassen sich bei ihrer privaten Altersvorsorge auf die staatlichen Einrichtungen.

Dabei sind sich viele Menschen darüber einig, dass sich mit der staatlichen Rente kaum der Lebensstandard später in der Rente halten lässt.

Es kommt zu der oft zitierten Rentenlücke.

Dabei lässt sich gerade die Zeit, die Du bis zum Renteneintritt hast sehr simpel berechnen.

Du musst nur vom gesetzlichen Eintrittsalter Dein aktuelles Alter abziehen und kennst dann den Anlagezeitraum.

Das bedeutet allerdings auch, dass mit jedem verpassten Jahr, der Anlagezeitraum schrumpft. Gerade der Zinseszins zeigt sein volles Potential ab einer Anlagedauer von 30 Jahren.

Spätestens mit 37 Jahren solltest Du also unserer Meinung nach Geld für Deine private Altersvorsorge anlegen.

Bei so langen Anlagezeiträumen kannst Du sehr hohe Risiken eingehen und Dir ein großes Vermögen aufbauen, um später Deine Rente zu genießen.

Finanzielle Freiheit (passives Einkommen)

Finanziell unabhängig werden und frei sein. Klingt das nach einer puren Illusion für Dich?

Das ist schade, denn viele Menschen zeigen, dass es erfolgreich geht.

Im Grunde geht es bei diesem Anlageziel darum genug Geld anzusparen, um sich dann von den Zinsen und Dividenden ein Grundeinkommen auszahlen zu können.

Ein möglicher Weg zur finanziellen Freiheit

Im Durchschnitt erhältst Du eine Dividendenrendite von 3 % bis 5 % für Aktien, die als relativ sicher und stabil gelten.

Bei einem Betrag von 100.000 € wären das also im Jahr 3.000 € bis 5.000 € und bei einem Betrag von 300.000 € entsprechend 9.000 € bis 15.000 €.

In Deutschland greift die Abgeltungssteuer. Wir müssen also 26,37 % an Steuern zahlen (wir gehen von nicht kirchensteuerpflichtig aus).

Somit verbleiben nach Steuern von 15.000 € ca. 11.000 €. Diesen Betrag teilen wir noch durch 12, was monatlich ca. 920 € entspricht.

Jetzt werden viele Mensche argumentieren, dass niemand davon leben könnte.

Das stimmt nicht, denn Menschen, denen ihre Freiheit sehr wichtig ist, konsumieren wenig. Sie leben oft in Regionen, wo die Lebensunterhaltskosten sehr günstig sind.

Das bedeutet, dass sie also an zwei Stellschrauben drehen: Einnahmen und Ausgaben.

Sie steigern ihre Einnahmen und senken ihre Ausgaben, dadurch werden sie ab einem gewissen Punkt finanziell frei.

Finanzielle Freiheit ist das Trendthema in den letzten Jahren geworden. Viele jüngere und ältere Menschen verfolgen dieses Anlageziel.

In diesem Zusammenhang gibt es auch eine sehr extreme Form, um dieses Ziel zu erreichen.

Frugalismus steht hierbei für extremes Sparen.

Es geht darum, so schnell wie möglich so viel Geld wie möglich zu sparen, um mit 30 oder 40 in Rente zu gehen.

Beim Frugalismus werden 70 % bis 80 % des monatlichen Einkommens gespart, was beinahe einem kompletten Konsumverzicht entspricht.

Anlageklassen

Anlageklassen bei der Geldanlage

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Du Dein Geld anlegen kannst.

Dabei lassen sich die einzelnen Anlagemöglichkeiten nach erwarteter Rendite und erwartetem Risiko kategorisieren. 

Das erleichtert dann die Auswahl, in welche Anlageklassen investiert werden soll.

Soll zum Beispiel das vorhandene Vermögen weitgehend sicher angelegt werden, kann nur in Anlageklassen investiert werden, die auch als sehr sicher gelten.

Innerhalb der Anlageklassen lassen sich die jeweiligen Anlagen dann weiter unterscheiden nach ihrer (empfohlenen) Anlagedauer. Es gibt zum Beispiel Festgelder mit kurzer und langer Laufzeit.

Auch kann es innerhalb der einzelnen Anlageklassen noch mal unterschiedliche Risikoprofile geben. So bergen Staatsanleihen von Staaten mit schlechter Kreditwürdigkeit viel höhere Risiken als von Staaten, die als sehr sicher gelten.

Bankprodukte und Geldmarkt

Selbst wenn Du Dich bisher kaum oder nur wenig mit Geldanlagen auseinandergesetzt hast, so wirst Du einige oder vielleichte alle Finanzprodukte in dieser Anlageklasse kennen.

Zu dieser Anlageklasse gehören die folgenden Finanzprodukte:

  • Sparbuch
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeldkonto
  • Geldmarktfonds

Alle diese Finanzprodukte haben gemeinsam, dass sie als sehr sicher gelten und festverzinsliche Renditen bieten.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld (November 2020) bieten sie aber auch fast keine Rendite mehr.

Nur beim Festgeld lässt sich eventuell noch etwas Rendite erzielen, dafür musst Du Dein Geld der jeweiligen Bank aber für sehr lange Zeiträume überlassen.

Diese Anlagen werden daher auch gerne als risikofreie Anlagen bezeichnet, was in keinster weise korrekt ist. Risikoarm wäre ein treffender Begriff.

Denn auch diese Finanzprodukte unterliegen diversen Risiken, zum Beispiel dem Ausfallrisiko der jeweiligen Bank.

Anleihen (Renten)

Anleihen werden als Staats- und Unternehmensanleihen angeboten.

Das wichtigste Kriterium bei Anleihen ist die jeweilige Bonität des Emittentens (der Schuldner, der die Anleihe ausgibt und sich somit Geld leiht).

Bei der Bonität handelt es sich um die Kreditwürdigkeit des Emittentens.

Bei Anleihen findest Du üblicherweise ein Rating, das von den Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody's vergeben wird.

Generell gilt, je besser das Rating ist, desto geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit.

Entsprechend verhält sich die zu erwartende Rendite.

Je höher das Rating, desto niedriger ist die Rendite, mit der Du rechnen kannst.

Bei Anleihen wird auch immer ein Zins (Kupon, der regelmäßig ausgezahlt wird) festgelegt. Genauso wird auch eine Laufzeit bei Emission (Ausgabe) festgelegt.

Aktien

Als Aktionär wirst Du zum Miteigentümer von einem Unternehmen. Dadurch bist Du am Unternehmensgewinn der Aktiengesellschaft beteiligt. In Form von Dividenden und Kurssteigerungen.

Im Vergleich zu allen anderen Anlageklassen versprechen Aktien langfristig die größten Renditen. Aber sie gehören daher auch zu den riskantesten Anlageklassen.

Um erfolgreich in Aktien zu investieren, solltest Du daher vor allem Zeit mitbringen.

3 Jahre gelten als absolutes Minimum und dann kannst Du auch nur maximal 20 % - 30 % Deines Geldes in Aktien anlegen. Der Rest gehört dann in als sicher geltende Geldanlagen.

Als optimal gilt daher eine Mindestanlagedauer von 15 Jahren.

Allerdings lässt sich die Anlagedauer auch reduzieren und auch das Risiko senken indem Du gezielt in Aktien investiert, die als sicher gelten.

Also in Aktien von Unternehmen mit einem erprobten Geschäftsmodell. Diese Aktien haben üblicherweise eine hohe Dividendenrendite und ihre Kurse schwanken vergleichweise zu andere Aktien wenig.

Rohstoffe

In Rohstoffe kannst Du entweder direkt (physisch) oder über Terminkontrakte (Derivate) investieren.

Da Terminkontrakte auf Rohstoffe im Rahmen von Sicherungsgeschäften (Hedging) zum Einsatz kommen, gehören direkte Geldanlagen in Edelmetalle zu den üblichen Formen, wie in Rohstoffe investiert wird.

Edelmetalle wie Gold bieten Dir allerdings keine Verzinsung oder Dividenden. Deine Rendite ist einzig und alleine von der Kursentwicklung abhängig.

Vielen Anlegern ist nicht bewusst, dass Rohstoffe zu den riskantesten Anlageklassen gehören.

Der Goldpreis schwankt teilweise sehr stark und neigt dazu nur in Krisen überdurchschnittlich an Wert zu gewinnen.

Oft kommt es in der Folge zu einem Kursabfall und es dauert Jahre bis der Kurs zu den historischen Höchstständen zurückkehrt.

Edelmetalle bieten aber den einzigartigen Vorteil, dass sie vermutlich nie komplett an Wert verlieren werden. Sie sind also absolut krisenfest. 

Immobilien

Neben Finanzprodukten von Banken gehören Immobilien zu den beliebtesten Anlageformen insbesondere von sicherheitsorientierten Anlegern.

Wenn wir festverzinsliche Anlagen mit Immobilien vergleichen, so sind sie sich von ihrem Auszahlungsprofil ziemlich ähnlich.

Die Mieterträge verhalten sich ein wenig sowie Zinsen. Du weißt vorab, wann Du die Miete erhältst und hast eine ziemlich hohe Kalkulationssicherheit. Das investierte Kapital liegt zwar nicht auf einem Konto, ist aber ähnlich wie bei einer Anleihe oder einem Festgeld gebunden.

Bei Geldanlagen in Immobilien solltest Du zwischen direkten Anlagen und indirekten Anlagen unterscheiden.

So kannst Du natürlich direkt eine Immobilie kaufen oder über (geschlossenen) Immobilienfonds investieren.

Alternative Investments

Zu den eher traditionellen Anlageklassen zählen Bankprodukte (inklusive Geldmarkt), Anleihen, Aktien und Immobilien. Dabei wird oft gestritten, ob Immobilien überhaupt dazu gehören.

Bei den Alternative Investments (alternativen Geldanlagen) hingegen gehen wir nicht von einer Anlageklasse aus, die den traditionellen Anlageklassen zugeordnet werden kann.

Zwar bauen viele alternative Anlageklassen auf den traditionellen Anlageklassen auf, sie unterscheiden sich aber in ihrer Rendite- und Risikostruktur so maßgeblich von den traditionellen Anlageklassen, dass sie von ihnen abgegrenzt werden sollten.

Zu den alternativen Anlageklasse gehören insbesondere:

  • Hedge Funds
  • Rohstoffe in Form von Terminkontrakten (Commodities)
  • Structured Products
  • Kryptowährungen
  • Real Assets
  • Private Equity
  • Private Debt
  • P2P Kredite

Historische Renditen einzelner Anlageklassen

Um die langfristigen Renditen der Anlageklassen miteinander zu vergleichen, lassen sich sehr gut Indizes als Referenzen nutzen.

  • Bankprodukte: 3M-Euribor
  • Staatsanleihen: Barclays Global Treasury Index (in US Dollar)
  • Aktien: MSCI World Index (in jeweiligen Lokalwährungen)
  • Rohstoffe: Bloomberg Commodity Index (in US Dollar)

Historisch gesehen konnten Aktien über längere Anlagezeiträume ausnahmslos alle anderen Anlageklassen schlagen.

Je nach beobachteter Periode lagen die Renditen von Immobilien mal vor oder mal hinter denen von Staatsanleihen (Emittenten mit hoher Kreditwürdigkeit).

Danach folgen dann die klassischen Bankprodukte.

Rohstoffe hingegen kamen auf den letzten Platz und lieferten insbesondere in den letzten Jahren keine guten Renditen.

Traditionelle gegen alternative Anlageklassen

Alternative Anlageklassen unterscheiden sich sehr stark von traditionellen Anlageklassen.

Es gibt im Wesentlichen zwei sehr gute Gründe, um in alternative Anlageklassen zu investieren.

    • Risikostreuung: Weil alternative Anlageklassen so unterschiedliche Risiko- und Renditekennziffern haben, lassen sich dadurch traditionelle Anlageklasse gut ergänzen.
  • Vereinnahmung der Illiquiditätsprämie: Das klingt eventuell ein wenig abstrakt und ist eigentlich sehr einfach. Viele alternative Anlageklasse sind illiquide, Beteiligungen an einem Wald oder an Windrädern lassen sich nicht wie Aktien einfach an der Börse verkaufen. Für dieses zusätzliche Risiko versprechen diese Anlageklassen dann eine zusätzliche Risikoprämie (Risikoaufschlag). Im Durchschnitt liegt diese Prämie zwischen 3 % bis 5 % je nach Anlageklasse.

Risiko einer Anlageidee einschätzen können

Risiko einer Anlageidee einschätzen können

Viele Menschen kommen das erste Mal mit dem Thema Geldanlagen in Berührung, wenn sie auf eine spannende Anlageidee angesprochen werden.

Die Person erzählt Dir von einem sehr spannenden Projekt mit tollen Renditen. Da kann eigentlich nichts schief gehen.

Erfahrungsgemäß handelt es sich bei diesen Anlageideen dann oft um eine Anlagemöglichkeit, die eher nicht zu den traditionellen Anlageklassen gehört.

Oft geht es um Beteiligungen in Form von Eigenkapital an mal mehr oder weniger exotischen Projekten. Bei diesen Projekten wird dann meist viel Fremdkapital (Kredite) aufgenommen, um die Rendite zu erhöhen.

Wenn Du mal im Internet von einem armen Familienvater hörst, der seine ganzen Ersparnisse mit einer Zuckerrohrplantage in Südafrika verloren hat, dann sind es genau diese Anlagen.

Dabei kannst Du sehr einfach mit dem risikofreien Zins feststellen, ob eine Geldanlage riskant ist oder nicht.

Der risikofreie Zins

Der risikofreie Zins ist sowohl in der Theorie und in der Praxis eine sehr wichtige Kennzahl. 

Auf Wikipedia wird der risikofreie Zins wie folgt definiert.

Der risikofreie Zinssatz oder risikolose Zinssatz ist ein Zinssatz, der auf einem Markt für eine Geldanlage von einem Schuldner gezahlt wird, bei dem nach allgemeiner Ansicht kein Risiko besteht, dass Kreditzinsen und Rückzahlung nicht pünktlich geleistet werden können (= kein Ausfallrisiko besteht).

In der Praxis handelt es sich hierbei um Staatsanleihen von Staaten mit einer extrem hohen Kreditwürdigkeit. In Europa kommen dabei die Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland zur Anwendung. In Nordamerika werden die Renditen von US-amerikanischen Staatsanleihen genutzt.

Wie du den risikofreien Zins in der Praxis anwendest

Du solltest den risikofreien Zins als Referenz bzw. Vergleichsmaßstab nutzen.

Wenn Du zum Beispiel über eine riskante Geldanlage nachdenkst, die Dir eine Rendite von 3% verspricht und der risikofreie Zins bei 3% liegt, dann solltest Du nicht in diese Geldanlage investieren. 

Du würdest im Grunde die gleiche Rendite erhalten, als würdest Du in deutsche Staatsanleihen investieren, bei viel höheren Risiken. Das macht keinen Sinn.

Bietet Dir jemand ein “spannendes und todsicheres” Projekt an mit Renditen, die weit über dem risikofreien Zins liegen, muss Dir sofort bewusst sein, dass mit diesem Projekte hohe Risiken verbunden sind.

Wo Du den risikofreien Zins findest

Je nach Region werden unterschiedliche Staatsanleihen als risikofreier Zins genutzt.

In Europa werden üblicherweise die Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland verwendet.

Du findest die aktuellen Renditen und Laufzeiten der ausgegebenen Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland auf der Webseite der Bundesbank.

Derzeit sehen die Renditen zum Beispiel wie folgt aus (Stand September 2020).

Kurse und Renditen börsennotierter Bundeswertpapiere vom 01.09.20

Es gibt keine allgemein festgelegte Regel, welche Laufzeiten für den risikofreien Zins verwendet werden.

Wenn Du Dich aber an den Staatsanleihen orientierst, die eine Laufzeit von ca. einem Jahr haben, kannst Du wenig falsch machen.

In diesem konkreten Fall liegen die Renditen für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr bei -0,67 % und - 0,65 %.

Der risikofreie Zins liegt dann bei -0,66 %

Rendite und Risiko einer Geldanlage bestimmen

Rendite und Risiko

Es ist wichtig, dass Du die erwartete Rendite und das zu erwartende Risiko von einer Geldanlage berechnen kannst. 

Bei Finanzprodukten von Banken entspricht der Zins oft der Rendite. Außer es kommt zu unterjährigen Zahlungen, dann musst Du noch den Zinseszins berücksichtigen.

Bei Finanzprodukten wird typischerweise davon ausgegangen, dass die Geldanlagen so gut wie risikolos sind, womit eine separate Risikoermittlung nicht notwendig ist.

Ganz anders sieht es bei anderen Anlageklassen, wie zum Beispiel Aktien, aus.

Die traditionellen Anlageklasse sind in der Regel liquide (börsengehandelt). Durch historische Kurse kannst Du dann die zu erwartende Rendite und das zu erwartende Risiko ermitteln.

Bei illiquiden Geldanlagen, also zum Beispiel bei Direktanlagen in Immobilien, gibt es keine historischen Kurse. Daher benötigst Du für diese Geldanlagen andere Verfahren, um das Rendite- und Risikoverhältnis zu berechnen.

Erwartete Rendite von liquiden Geldanlagen

Erwartete Rendite kalkulieren

Am besten können wir Dir anhand einer Aktie demonstrieren, wie du die zu erwartende Rendite von börsengehandelten Wertpapieren berechnen kannst.

Bei Aktien setzt sich die Rendite aus den Dividenden und den Kursgewinnen zusammen.

Wir schauen uns im Folgenden die Johnson und Johnson Aktie als Beispiel an.

In den letzten zehn Jahren (Stand September 2020) hat sich die Aktie wie folgt entwickelt (Quelle yahoo finance).

Historischer Chart Verlauf Johnsohn und Johnsohn 10 Jahre

Die Johnson und Johnson Aktie zahlt quartalsweise Dividende aus.

So liegt die Dividende zum aktuellen Zeitpunkt (September 2020) bei 1,01 $ pro Quartal.

Über 10 Jahre konnte die Aktie eine Gesamtrendite von 158,52 % erzielen. Dabei haben wir die Dividenden noch nicht berücksichtigt.

Am 02.09.2010 schloss die Aktie bei 58,61 $ und am 01.09.2020 bei 151,52 $. Innerhalb von 10 Jahren konnte die Aktie eine Gesamtrendite von 158,52 % erzielen.

Auf diesen Wert kommst Du durch folgende Berechnung: ((151,52 $ / 58,61 $) - 1)) * 100 .

Im nächsten Schritt werden wir die annualisierte (jährliche) Rendite berechnen, hierfür brauchen wir die Formel: (1 + Gesamtrendite / 100) ^ (1 / N)  -1 (Das ^ steht für Potenz)

In die Formel eingegeben erhalten wir: (1 + 158,52% / 100 ) ^ (1 / 10) -1 = 9,96 %

Als nächstes berechnen wir die Dividendenrendite. Die liegt derzeit bei ca. 1 $ im Quartal, also bei 4 $ im Jahr.

Die Dividendenrendite wird mit der Formel: (Dividenden / aktueller Kurs) * 100 berechnet, demnach erhalten wir: ( 4 $ / 151,52 $ ) * 100 = 2,64 %.

Jetzt addieren wir noch die jährliche Rendite und die Dividendenrendite und erhalten die zu erwartende Rendite von 12,60 %. 

Du solltest allerdings diese Rendite nicht als gegeben ansehen.

Um eine vernünftige Indikation zu erhalten mit welchen Renditen Du im Durchschnitt rechnen kannst, solltest Du auch noch die Kursgewinne über verschiedene Perioden berechnen.

In diesem Zusammenhang gibt es zwei Alternativen, wie Du eine realistische erwartete Rendite berechnen kannst:

  • Die Kursrenditen über rollierende Perioden (versetzt um ein Jahr) berechnen.
  • Die Kursrenditen für 3, 5 und 10 Jahre berechnen und den Durchschnitt bilden.

Als erste Indikation reicht allerdings das vorgestellte Beispiel. Du weißt, dass die zu erwartende Rendite zwischen 2,64 % - 12,6 % liegen könnte.

Die erwartete Rendite von illiquiden Geldanlagen bestimmen

Bei illiquiden Geldanlagen läuft der Prozess in der Regel ein wenig anders ab.

Das ist so, weil es keine börsennotierten Kurse gibt, die man heranziehen könnte, um eine erwartete Rendite zu bestimmen.

Der erste Anhaltspunkt sind dann zum Beispiel die Preise, die für vergleichbare Projekte aus der Vergangenheit bezahlt wurden.

Das erwartete Risiko von liquiden Geldanlagen bestimmen

Erwartetes Risiko bestimmen - Volatilität

Anhand der historischen Kurse können wir bei liquiden Geldanlagen nicht nur eine erwartete Rendite bestimmen, sondern können auch das Risiko ermitteln.

So gilt bei börsennotierten Anlagen, dass je mehr sie schwanken, desto riskanter sind sie und umgekehrt.

In der Statistik gibt es die Standardabweichung (Volatilität) als statistisches Maß, um festzustellen, wie stark Werte im einzelnen schwanken.

Anders als Du eventuell erwartest, ist es sehr einfach die Standardabweichung zu berechnen. Du musst einfach alle Werte in eine Formel eingeben.

In der Praxis wirst Du die Standardabweichung so gut wie nie berechnen.

Hierfür werden verschiedene Programme, wie zum Beispiel Excel benutzt oder die Standardabweichung wird bereits angegeben.

Die Standardabweichung wird mit folgender Formel berechnet:

Wurzel ( Summe (  Wert – Durchschnitt des Wertes) ^ 2 ) / ( Anzahl beobachteter Einheiten im Zeitraum ) ).

Bei dem Durchschnitt des Wertes handelt es sich um den Durchschnitt für die Werte im beobachteten Zeitraum.

Anhand einem einfachen Beispiels zeigen wir Dir, wie Du die Standardabweichung berechnen kannst.

Unsere Beispiel Aktie hat in den letzten Jahren folgende Renditen erzielt:

  • 2019: +7 %
  • 2018: +15 %
  • 2017: -5 %
  • 2016: +10 %
  • 2015: +2 %

Wir haben also einen Zeitraum von 5 Jahren und haben 5 Werte.

Laut der vorgestellten Formel benötigen wir den Durchschnitt des beobachteten Zeitraums.

Der Durchschnitt wird berechnet, in dem Du alles zusammen rechnest und durch die Gesamtanzahl der vorhandenen Werte teilst, also:

(7% + 15% - 5% + 10% + 2%) / 5 = 5,8 %

Jetzt können wir also in die Formel einsetzen:

Wurzel ( (7% - 5,8%) ^ 2 + (15% - 5,8%) ^ 2 + (-5% - 5,8%) ^ 2 + (10% - 5,8%) ^ 2 + (2% - 5,8%) ^ 2 ) / 5 ) = 6,85 %

Die Standardabweichung beträgt 6,85 %.

Die Standardabweichung (Volatilität) ist nicht konstant

Die Standardabweichungen von börsennotierten ist nicht konstant.

Sie schwankt im Gleichklang mit der generellen Marktstimmung und in Abhängigkeit von der jeweiligen Aktie.

Es wäre daher nicht richtig, eine Standardabweichung von 6,85 % als das zu erwartende Risiko anzunehmen.

Genau wie bei der zu erwartenden Rendite gibt es zwei Möglichkeiten, um auf einen verlässlichen Wert zu kommen:

  • Die Standardabweichung über rollierende Perioden (versetzt um ein Jahr) berechnen.
  • Die Standardabweichungen für 3, 5 und 10 Jahre berechnen und den Durchschnitt bilden.

Das erwartete Risiko von illiquiden Geldanlagen bestimmen

Ähnlich wie bei den erwarteten Renditen von illiquiden Geldanlagen ist es auch bei dem erwarteten Risiko von illiquiden Geldanlagen.

Dir stehen keine öffentlichen Kursinformationen zur Verfügung, anhand der Du zum Beispiel eine Standardabweichung berechnen konntest.

Daher gelten illiquide Geldanlagen auch oft als alternative Anlageklassen.

Dir bleibt also nichts anderes übrig als nach alternativen Maßstäben zu suchen.

Auf Grund dieser Tatsache sind illiquide Geldanlagen viel schwieriger zu bewerten.

Anlagestrategien

Anlagestrategien bei der Geldanlage

Deine Anlagestrategie ist Dein Plan, wie Du Dein Anlageziel erreichen möchtest.

Im Rahmen Deiner Strategie legst Du fest, wie lange Du in verschiedene Anlageklassen investieren möchtest. Diese Vorgehensweise wird als Portfolio Aufbau und Risikostreuung bezeichnet.

Du solltest Dich dabei auch Fragen, wie viel Zeit Du investieren kannst. Das ist ein wichtiger und oft unterschätzter Punkt. Auch Deine Fähigkeiten solltest Du in diesem Zusammenhang kritisch hinterfragen.

Traust Du Dir zu, Aktien, Anleihen und andere Direktbeteiligungen selbst zu suchen und auszuwählen?

Es ist wichtig, dass Du Dich entscheidest, was Du lieber selbst machst oder was Du Finanzexperten überlassen möchtest.

In diesem Zusammenhang wird zwischen aktiven und passiven investieren unterschieden.

Beim aktiven Investieren wählst Du die attraktivsten Wertpapiere aus oder überlässt Finanzexperten diese Aufgabe. Das ist zum Beispiel bei Fonds der Fall.

Gerade in den letzten Jahren ist das passive Investieren besonders beliebt geworden, da es als einfach, effizient und nicht zeitintensiv gilt.

Ein weiterer Grund, weshalb das passive Investieren so beliebt geworden ist: viele Fonds können ihre gemachten Versprechungen nicht erfüllen. Die Anleger zahlen also hohe Gebühren und haben nichts davon.

Aktiv investieren

Beim aktiven Investieren, das auch gerne als Stock-Picking bezeichnet wird, werden einzelne Aktien und Anleihen auf Basis von Informationen und Finanzkennziffern ausgewählt.

Die Idee dabei ist in die Wertpapiere zu investieren, die das meiste Renditepotenzial mit sich bringen.

Zum aktiven Investieren gehört aber auch die Auswahl des richtigen Einstiegszeitpunkt, um möglich günstig zu kaufen.

Bei Investmentfonds handelt es sich um aktive Anlagen, da Investmentfonds versuchen einen Referenzindex (Benchmark) zu schlagen.

Passiv investieren

Bei dieser Anlageform wird angenommen, dass es nicht möglich ist, eine Überrendite zu erzielen, in dem Wertpapiere im Einzelnen miteinander verglichen werden. Ebenfalls spielt auch der Einstiegszeitpunkt keine Rolle.

Die Vertreter von dieser Anlageform beziehen sich dabei auf die Markteffizienzhypothese.

Nach dieser Hypothese beinhalten die Wertpapierkurse bereits alle Informationen. Demnach macht es keinen Sinn zu versuchen, die besten Wertpapiere zu finden. Es gibt keine Unter- oder Überbewertungen.

Es gibt sehr viele prominente Kritiker von dieser Aussage. Und es gibt bekannte Investoren, die diese Hypothese mehr oder weniger komplett widerlegt haben. Warren Buffet zum Beispiel.

Weshalb ist dann passives Investieren so erfolgreich geworden?

Vielen Privatanlegern fehlt die Zeit, um sich täglich oder wöchentlich intensiv mit ihren Geldanlegern auseinanderzusetzen. Anstatt dann an ihrem Zeitmanagement zu arbeiten, haben viele Anlegeger Fondsmanagern ihr Geld überlassen, um für sie die besten Wertpapiere auszuwählen.

Leider haben sehr viele Fondsmanagern die Erwartungen nicht erfüllen können. In der Folge wurden vermehrt Exchange Traded Fonds (ETFs) angeboten.

Das sind Fonds, die einfach nur einen Referenzindex abbilden, ohne den Versuch eine Mehrrendite zu erzielen.

Im Vergleich zu Investmentfonds sind ETFs sehr günstig. Es ist auch von Anfang an klar, was der Anleger erwarten darf, nämlich die Rendite des jeweiligen Referenzindexes.

Portfolio: Aufbau und Risikostreuung (Diversifikation)

Beim Portfolioaufbau legst Du fest, in welche Anlageklassen Du investieren möchtest.

Die Auswahl der einzelnen Anlageklassen hängt dabei sehr stark von Deinem Anlageziel ab.

Möchtest Du zum Beispiel ohne Risiko anlegen, so kommen alle Anlageklassen nicht in Frage, die ein erhöhtes Risiko mit sich bringen. In diesem Fall bleiben zum Beispiel nur die klassischen Bankprodukte übrig und Anleihen mit einer hohen Bonität.

Ganz anders sieht es aus, wenn Du Vermögen aufbauen willst. Dann kommst Du um riskantere Anlageklassen wie Aktien nicht vorbei. Ebenfalls solltest Du dann bei Anleihen höhere Risiken eingehen.

Es ist wichtig, dass Du Dein Geld über in verschiedene Anlageklassen investierst, denn dadurch kannst Du Dein Risiko senken.

Anlageklassen verhalten sich in verschiedenen Marktphasen teilweise entgegengesetzt zueinander.

  • Fallen die Aktienmärkte, neigen Staatsanleihen mit hoher Bonität dazu zu steigen.
  • Sicher festverzinsliche Anlagen haben kein Kursrisiko, somit spielen Kursbewegungen bei Aktien und Anleihen keine Rolle.
  • Direkte Immobilienanlagen (Wohnimmobilien) werden auch weiterhin ihre Mieten bezahlen, sollten Aktien kurzfristig stark unter Druck geraten.
  • Der Goldpreis neigt dazu in Krisenzeiten stark anzusteigen, während die Kurse von Aktien- und Anleihemärkten im Sturzflug sind.

Wichtig beim Aufbau Deines Portfolios ist, dass Du die Anlageklassen so wählst, dass Du auch Dein Anlageziel erreichen kannst.

Im Zusammenhang des Portfolioaufbaus wird oft das Magische Dreieck der Geldanlage vorgestellt.

Das Magische Dreieck zeigt, dass die drei Ziele “Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit” miteinander konkurrieren. Das bedeutet für Dich, Du musst Kompromisse machen.

Willst Du zum Beispiel eine hohe Rendite, musst Du ein höheres Risiko und eine geringere Verfügbarkeit Deines angelegten Gelds in Kauf nehmen.

Strategische Asset Allocation

Bei der strategischen Asset Allocation (Auswahl der Anlageklassen) legst Du grundsätzlich fest, in welche Anlageklassen Du investieren willst.

Dabei schließt Du auch Anlageklassen aus.

Meistens musst Du keine schwierigen Entscheidungen treffen, da sich verschiedene Anlageklassen automatisch aus- oder einschließen.

So machen zum Beispiel Immobilien als Geldanlage nur langfristig Sinn. 5 Jahre sollten es wenigstens sein, besser wären 10 Jahre.

Aber auch das Thema Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.

Falls Du zum Beispiel generell nicht in Firmen aus bestimmten Sektoren investieren möchtest, zum Beispiel aus der Tabakindustrie oder Glücksspielindustrie, so kannst Anlagemöglichkeiten von diesen Firmen bereits jetzt ausschließen.

Die Strategische Asset Allocation solltest Du alle 3 bis 5 Jahre, in Abhängigkeit von Deinem Anlagezeitraum, anpassen.

Taktische Asset Allocation

Die taktische Asset Allocation hat eine kurzfristige Perspektive. Meistens 1 Jahr.

Im Rahmen Deines Portfolioaufbaus wirst Du auch immer Teile Deines Portfolios in eher sichere und schnell verfügbare Anlageklassen anlegen.

Genau dieser Teil der Geldanlage kann dann im Rahmen der taktischen Asset Allocation genutzt werden.

Die Idee dabei ist, kurzzeitige Marktverwerfungen auszunutzen, um mehr oder weniger in einzelne Anlageklassen zu investieren.

Geld richtig anlegen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Geld richtig anlegen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Um Dein Geld richtig anzulegen, solltest Du eine bestimmte Reihenfolge streng einhalten.

Insbesondere wenn Du das erste Mal Geld anlegst, hilft Dir diese Anleitung dabei keine fahrlässigen Fehler zu machen.

Anlageziel bestimmen

Vor allen anderen Schritten musst Du Dein Anlageziel festlegen.

Wenn Dir das schwerfällt, überlege Dir, wo Du in 3, 5 und 10 Jahren sein möchtest.

  • Welche Gegenstände möchtest Du gerne besitzen?
  • Was ist Dir wirklich wichtig?
  • Wie viel Geld fehlt Dir, um das zu erreichen?

Anlagehorizont festlegen

Nach dem Du Dein Anlageziel festgelegt hast, solltest Du festlegen, wie lange Du Dein Geld anlegen willst.

Dieser Punkt ist sehr kritisch und Du solltest Dir die folgende Punkte unbedingt merken.

  • Du kannst mit seriösen Geldanlagen, selbst mit den riskantesten, nicht über Nacht reich werden.
  • Es gibt keinen sicheren Weg hohe zweistellige Jahresrenditen zu erzielen.
  • Genauso wenig kannst Du mit super sicheren Anlagen Millionär werden.

Legst Du Geld über einen langen Zeitraum an, wirst Du Dir langsam ein Vermögen aufbauen. Das bedeutet, Du brauchst Geduld.

Dein Anlagehorizont orientiert sich an Deinen Anlagezielen.

Wenn Du zum Beispiel weißt, dass Du ein Haus in 5 Jahren kaufen willst, hast Du 5 Jahre Zeit, um Geld anzulegen.

Sind es noch 30 Jahre bis zur Rente, so hast Du noch 30 Jahre Zeit, um Dein Anlageziel zu erreichen.

Anlagebetrag definieren

Du musst festlegen, wie viel Geld Du anlegen möchtest.

In diesem Zusammenhang solltest Du auch klären, wie viel Geld Du regelmäßig sparen und anlegen möchtest. Je nach Höhe des Betrag solltest Du monatlich oder quartalsweise anlegen, um hohe Ordergebühren zu vermeiden.

Du solltest nur Geld in riskantere Anlageklassen anlegen, auf das Du mittel- bis langfristig verzichten kannst.

Kosten und Gebühren

Die Kosten und Gebühren, die Du bei Geldanlagen bezahlen musst, haben einen großen Einfluss auf Deinen Anlageerfolg.

Insbesondere der Zinseszins spielt beim Anlegen eine große Rolle.

Das heißt, Du bekommst aus bestehenden Geldanlagen Dividenden und Zinsen, die Du dann wieder erneut investierst.

Ein besonderes Merkmal des Zinseszins ist, dass er seine Stärke erst nach einer sehr langen Anlagedauer zeigt.

In der folgenden Grafik zeigen wir Dir, wie sich ein monatlicher Sparplan von 100 € über 30 Jahre entwickeln würde.

Du sieht sehr gut, dass der Zinseszins sich erst ab einer Anlagedauer von 20 Jahren zeigt.

Rendite mit monatlicher Sparrate von 100 Euro nach Jahren mit 5% und 7%

Nach 30 Jahren hättest Du mit einer Rendite von 5 % einen Betrag von über 80.000 Euro erreicht. 

Du siehst auch, dass Du mit 7 % weit mehr erreicht hättest.

Deswegen zählt jeder € beim langfristigen Geld anlegen.

Oft ist es möglich 0,25 % bis 0,50 % an Ordergebühren (oder sogar mehr) jedes Jahr zu sparen, indem Du Dich für ein kostengünstiges Depot entscheidest.

Daher ist es für Dich unheimlich wichtig, dass Du keine unnötigen Kosten für Dein Girokonto, Depot und sonstige Bankdienstleistungen bezahlst.

Eigenen Anlegertyp bestimmen

Du solltest für Dich klären, was für ein Anlegertyp Du bist. Dabei ist es auch normal, dass sich Dein Anlageverhalten über die Zeit ändern wird.

Bringen Dich zum Beispiel schon Kleinigkeiten leicht aus der Fassung, wenn sich etwas nicht so entwickelt, wie Du es Dir wünschst - bist Du eher der konservative Investor.

Kannst Du auch mit Entwicklungen, die Dir nicht gefallen, ruhig und sachlich umgehen, bist Du eher der risikofreudige Anleger.

Gerade zu Beginn sind viele Anleger nicht darauf vorbereitet, wie sie mit stark fallenden Kursen umgehen sollten.

Mit zunehmender Erfahrung wird sich Dein Anlageverhalten ändern und Du wirst voraussichtlich auch etwas risikofreudiger.

Gerade am Anfang solltest Du daher eher weniger Risiken nehmen als umgekehrt. Leider wird genau dieser Punkt oft unterschätzt.

Anlagestrategie: Anlageklassen auswählen und gewichten

Du musst Deine Anlagestrategie festlegen.

Gerade am Anfang fällt es dabei vielen Anlegern schwer festzulegen, wie viel Geld sie von ihrem Gesamtvermögen in riskantere Anlageklassen investieren sollten.

Glücklicherweise gibt es für diese Problemstellung ein simples und entscheidendes Grundprinzip, das wir Dir vorstellen möchten.

Legst Du Geld für einen Anlagezeitraum an, der kürzer als 1 Jahr ist, sind Deine Möglichkeiten sehr begrenzt. Da Du das Geld bald schon wieder benötigst, kommen für Dich keine riskanten Anlagen in Frage.

Wir würden Dir sogar als Anfänger raten, hier ein wenig strenger zu sein und von 2 Jahren ausgehen.

Ab 3 Jahren kommen dann auch Geldanlagen in Frage, die etwas riskanter sind.

Die maximale Quote an riskanten Geldanlagen orientiert sich an den Jahren, die Du anlegen möchtest. Bei 3 Jahren wären das 30 %, bei 4 Jahre 40 % und so weiter.

Wichtig ist, dass Du dabei beachtest, dass es auch bei den riskanten Geldanlagen weitere Unterschiede gibt.

Bei einem Anlagezeitraum von 3 Jahren kämen zum Beispiel keine illiquiden Investitionen in Frage.

Bei einem eher kurzen Anlagezeitraum solltest Du vermehrt in defensive Aktien investieren, weil diese weit weniger schwanken als Aktien von Unternehmen, die ein aggressives Geschäftsmodell haben.

Jährliche Anpassung der Anlagestrategie

Dieser Schritt ist der Einfachste und wird oft am meisten vernachlässigt.

Du solltest Deine Anlagestrategie regelmäßig anpassen. In den meisten Fällen ist es völlig ausreichend, wenn Du das jährlich oder halbjährlich tust.

Es ist wichtig, dass Du die jeweiligen Gewichte der Anlageklassen im Durchschnitt einhältst, um nicht zu stark in einer Anlageklasse investiert zu sein.

Möchtest Du zum Beispiel maximal mit 50 % Deines Vermögens in Aktien investiert sein und diese Quote steigt auf 70 % nach einer starken Börsenrally, solltest Du 20 % Deiner Aktien verkaufen und in die anderen Anlagen umschichten.

10 Tipps für die Geldanlage

Top Tipps

Es gibt ein paar typische Tipps rund um das Thema Geldanlagen.

Wir haben die aus unserer Sicht wichtigsten Tipps zusammengefasst und würden Dir raten, die meisten davon bei Deinen Geldanlagen zu berücksichtigen.

1. Gesamtvermögen richtig bestimmen

Bevor Du mit dem Geld anlegen beginnst, solltest Du Dich nochmal fragen, wie viel Geld Du tatsächlich zum Anlegen zur Verfügung hast.

Für Deine Geldanlagen ist es sehr wichtig, dass Du nur die Gelder anlegst, auf die Du wirklich verzichten solltest.

Bestehende Ratenkredite und Baufinanzierungen solltest Du ebenfalls erst einmal komplett zurückzahlen, bevor Du Dein Geld anlegst.

Eine Ausnahme hiervon bildet Deine Baufinanzierung, vorausgesetzt Du zahlst nur sehr geringe Zinsen.

Andernfalls ist es oft sinnvoller zunächst die Kredite abzubezahlen, bevor Du das Geld anlegst.

2. Ziele hinterfragen und absichern

Mach Dir noch einmal klar, was Du genau erreichen willst und ob Du dieses Ziel mit Deiner Anlagestrategie erreichen kannst.

Möchtest Du zum Beispiel in 10 Jahren Dein Traumhaus für 500.000 Euro kaufen und Du benötigst dafür ca. 20 % Eigenkapital, so brauchst Du in zehn Jahren 100.000 Euro.

Bei Geldanlagen kannst Du auf keine Wunder hoffen. Kalkuliere ehrlich und genau.

Sparst Du dafür 100 Euro im Monat auf einem Tagesgeldkonto mit einer niedrigen Verzinsung an, dann sollte Dir klar sein, dass Du dieses Ziel mit dieser Anlagestrategie niemals erreichen wirst.

In diesem Fall müsstest Du also mehr sparen oder das Geld zu einer höheren erwarteten Rendite anlegen. Vermutlich müsstest Du sogar beides tun.

3. Diversifizieren

Eine gute Anlagestrategie verteilt ihre Risiken auf verschiedene Geldanlagen. Innerhalb der jeweiligen Anlageklassen solltest Du Dein Geld auch weiter streuen (diversifizieren).

Investierst Du zum Beispiel in Aktien, solltest Du Dein Geld mindestens auf 15 - 20 Aktien aufteilen, die aus unterschiedlichen Regionen und Sektoren kommen.

Ist Dir das zu mühsam, solltest Du Dein Geld in Fonds oder Exchange Traded Funds (ETFs) investieren.

Es kann auch Sinn machen, Festgelder, Tagesgelder und andere festverzinsliche Anlagen über Banken zu streuen.

4. Risiko- und Renditeerwartung regelmäßig anpassen

Nach dem Du Dein Geld angelegt hast, solltest Du überprüfen, ob Deine ausgesuchten Geldanlagen auch noch Deinen Erwartungen und Zielen entsprechen.

Wenn Du zum Beispiel feststellst, dass Du bei einzelnen Anlagen viel weniger Rendite erhalten wirst, als Du geplant hast, so musst Du Deine Anlagestrategie anpassen.

5. Nicht der Masse blind folgen

Alle 3 bis 5 Jahre gibt es ein neues heißes Anlagethema.

Derzeit (September 2020) reden alle über Tech-Aktien.

Auch wenn es Dir schwer fällt, solltest Du Aktien meiden, die sehr viel Aufmerksam bekommen. Meistens sind gerade diese Geldanlagen überteuert.

Sei also geduldig und such nach anderen Kaufgelegenheiten.

Willst Du allerdings unbedingt die Aktie von einem Unternehmen kaufen, lauere auf einen guten Zeitpunkt.

Auf jeden Fall solltest Du nie blind der Masse folgen und Deine eigenen Entscheidungen treffen.

6. Kaufen, was man versteht

Dieser Tipp wurde von keinem anderen Investor mehr geprägt als von Warren Buffet selbst.

Warren Buffet zählt zu den erfolgreichsten Investoren, die es jemals gab.

Wenn Du beim Geldanlegen zum Beispiel mal auf exotische Unternehmen aufmerksam wirst, frag Dich unbedingt, ob Du verstehst, was das Unternehmen überhaupt tut?

Ein guter erster Test ist auch immer zu prüfen, ob die Firma bereits Gewinne erwirtschaftet.

Tut es das nicht, handelt es sich um ein hoch spekulatives Projekt und Du musst Dir genau überlegen, ob Du dieses Risiko eingehen möchtest.

7. Jeder Kauf muss sachlich begründet werden

Du solltest keine Aktien aus einer Laune oder auf Grund eines guten Gefühls kaufen.

Nur wenn es rational Sinn macht, solltest Du eine Investitionsentscheidung treffen. Sonst nicht.

8. Niemals panisch kaufen oder verkaufen (wirklich nie)

Falls Du schon lange eine Anlage beobachtest, um zu kaufen, kann es sehr ärgerlich sein, wenn Dir der Preis davonläuft. Nichtsdestotrotz solltest Du dann nicht panisch kaufen.

Gute Anlagechancen kommen immer wieder.

Genauso wenig solltest Du eine Aktie sofort verkaufen, die stark gefallen ist. Insbesondere zyklische Aktien und Wachstumsaktien können manchmal sehr rasant fallen.

Oft holen diese Aktien aber die Kursverluste auch genauso schnell wieder auf.

Das beste Verhalten in solchen Situationen ist erst einmal nichts zutun und abzuwarten.

9. Mit anderen Anlegern über eigene Geldanlagen sprechen

Du solltest keine Scheu haben, Dich mit anderen über Deine Geldanlagen auszutauschen.

Das kann Dich davor bewahren, eine Anlageidee zu optimistisch oder pessimistisch zu beurteilen.

10. Immer eine zweite (unparteiische) Meinung einholen

Dieser Tipp ist insbesondere wichtig, falls Du Dein Geld von jemand verwalten lässt.

Wirklich nie solltest Du blind jemand vertrauen, den Du noch nicht von Anfang an kennst.

Im einfachsten Fall hast Du jemand in der Familie oder in Deinem Freundeskreis, der sich mit Finanzen und Geldanlagen auskennt. Frag die Person einfach nach ihrer Meinung.

Hast Du diesen Luxus nicht, so gibt es mittlerweile im Internet auch viele Berater, die Dich gegen ein kleines Honorar von 100 Euro bis 150 Euro völlig unparteiisch beraten werden.

Gerade bei langfristigen Geldanlagen und Verträgen möchten wir Dir raten, eine zweite Meinung einzuholen, auch wenn Du dafür etwas bezahlen musst.

Behavioural Finance (Verhaltensökonomie)

Behavioural Finance

Behavioral Finance ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften. Im Grunde geht es darum, wie Menschen sich in wirtschaftlichen Situationen verhalten.

Dabei wird behauptet, dass sich Menschen nicht immer rational in allen Situationen verhalten.

In diesem Zusammenhang werden von Menschen beim Geldanlegen immer wieder die gleichen Fehler gemacht.

Auf Grund unsere Gene haben wir Veranlagungen, wodurch wir teilweise in Situationen unüberlegt reagieren, obwohl wir sachlich bleiben müssten.

Wäre es zum Beispiel richtig, eine Verkaufsentscheidungen von Aktien in derselben Stimmung zu fällen, in der Du zum Beispiel mit einem Wolf kämpfen würdest?

Die Behaviral Finance definiert verschiedene verhaltensökonomischen Biase, die Du kennen solltest.

Ein Bias ist dabei nur eine Neigung (Tendenz), wie sich Menschen in bestimmten Situationen voraussichtlich auf Grund ihrer genetischen Veranlagung verhalten werden.

Es gibt zahlreiche Biase.

Die mit Abstand wichtigsten Biase beim Anlegen von Geld sind der

  • Action Bias
  • Loss Aversion Bias
  • Overconfidence Bias.

Action Bias

Bei diesem Bias geht es darum, dass viele Menschen dazu neigen, eher etwas zu tun als abzuwarten.

Er leitet sich unter anderem aus unserer biologischen Herkunft ab, da es oft klüger war zu flüchten als zu warten (wenn es zum Beispiel im Gebüsch raschelt und Du lieber keinem Bären begegnen möchtest).

Emotional äußert sich der Bias so: nach dem Du gehandelt hast, fühlst Du Dich einfach besser, weil Du gehandelt hast. Du bildest Dir ein, die Kontrolle zu haben.

Beim Anlegen zeigt sich der Bias sehr oft, wenn sich Investitionen nicht wie gewünscht entwickeln. Insbesondere in Zeiten von fallenden Kursen.

Viele Privatanleger neigen dazu ihre Wertpapiere zu verkaufen, wenn die Kurse stark fallen, denn sie wollen die Kontrolle über ihr Geld wieder erlangen. Eine sachliche Begründung gibt es dann meistens nicht, die Wertpapiere müssen weg.

Dabei wäre es in den meisten Fällen klüger erst einmal nichts zutun, um mit ausreichend Zeit eine sachliche Entscheidung zu treffen.

Der Action Bias wurde wissenschaftlich an der Havard Universität untersucht.

Loss Aversion Bias

Bei diesem Bias geht es darum, dass Menschen Verluste emotional doppelt so stark erleben wie Gewinne. Das Verhältnis ist ca. 2 zu 1.

Das führt dazu, dass Investoren versuchen, Verluste um jeden Preis zu vermeiden. 

Auf Grund von diesem Bias halten viele Anleger viel zu lange an verlustreichen Geldanlagen fest.

Investoren mit ausgeprägten Loss Aversion Bias neigen dazu, Verluste nie zu realisieren oder viel zu spät auszusteigen.

Overconfidence Bias

Dieser Bias beschreibt, dass Investoren ihre eigenen Fähigkeiten stark überschätzen.

Sie halten sich auf Grund ihres Wissens und ihrer Fähigkeit für die perfekten Investoren.

Dieses Selbstvertrauen ist dabei oft unbegründet.

Dieser Bias zeigt sich zum Beispiel, wenn Investoren viel zu schnell ihre Anlageentscheidungen berichtigen und ihr Portfolio dauernd und ständig verändern.

Hier gibt es eine alte Binsenweisheit: Hin- und Her macht die Taschen leer.

Nachhaltige Geldanlagen

Nachhaltige Geldanlagen

Nachhaltigkeit ist einer der größten Trends der letzten Jahre.

Investoren erwarten mittlerweile auch bei ihren Geldanlagen, dass sie den generellen Nachhaltigkeitskriterien gerecht werden.

Im Zusammenhang mit nachhaltigen Geldanlagen haben sich die ESG-Kriterien etabliert.

Hierbei steht das E für Environmental (Umwelt), das S für Sozial und das G für Governance (Unternehmensführung).

Ein Aktienfonds, der die ESG-Kriterien berücksichtigt, wird zum Beispiel vermehrt in Wertpapiere von Unternehmen und Staaten investieren, die:

  • umweltschonend agieren,
  • sich für soziale Aspekte einsetzen, wie zum Beispiel Chancengleichheit und
  • keine ineffizienten Strukturen haben, die das Management der Firma betreffen.

Aktiengesellschaften berichten mittlerweile auch in einem eigenen Teil in ihren Geschäftsberichten wie nachhaltig sie wirtschaften.

Geld verwalten lassen

Falls Du Dein Geld nicht selbst verwalten möchtest, kannst Du zwischen verschiedenen Alternativen wählen.

Vermögensverwaltung

Bei einer Vermögensverwaltung überlässt Du die Geldanlage komplett den jeweiligen Finanzexperten.

Viele Banken bieten eine Vermögensverwaltung an. Genauso gibt es auch unabhängige Vermögensverwalter, an die Du Dich wenden kannst.

Robo Advisor

Bei einem Robo Advisor wird Dein Geld automatisch und nach einem standardisierten Modell investiert.

Dabei kommen oft Exchange Traded Funds zur Anwendung.

Robo Advisor gehören im Vergleich zu den anderen Alternativen zu den günstigsten Anbietern.

Sie bieten allerdings auch nur eine sehr standardisiere Beratung an.

Single oder Multi Family Office

Bei einem Family Office oder Multi Family Office handelt es sich meistens um sehr vermögende und wohlhabende Familien, die ihre eigenen Vermögensverwaltung haben.

Das bedeutet, dass sie Personen beschäftigen, die sich ausschließlich um die Verwaltung der Familiengelder kümmern.

Falls das Familienvermögen für ein eigenes Single Family Office nicht ausreicht, können sich auch befreundete Familien zusammenschließen und über ein Multi Family Office investieren.

Diese Form der Geldverwaltung kommt daher nur für besonders reiche Menschen in Frage.

Geldanlage bei der Sparkasse

Geldanlage bei der Sparkasse

Viele Menschen lassen sich auch heute noch in bei den Sparkassen beraten.

Lässt Du Dich in einer Sparkasse beraten, erwartet die Bank kein Honorar von Dir. Anders als zum Beispiel bei einem Anwalt musst Du also nicht ein Stundenhonorar bezahlen.

Die Beratung in einer Bank ist erstmal völlig kostenfrei.

Gebühren werden meistens erst bei Abschluss eines Geschäfts fällig. Bei Fonds ist das zum Beispiel der Ausgabeaufschlag. 

Auf Grund dieses Geschäftsmodells werden Sparkassen oft dafür kritisiert ihren Kunden nur die Wertpapiere und Produkte anzubieten, mit denen sie die höchsten Gebühren vereinnahmen können.

In dem Zusammenhang sollte aber auch erwähnt werden, dass Du mit den jeweiligen Produkten oft Deine Anlageziele erreichen kannst. Du aber auch oft mit hohen Kosten konfrontiert wirst.

Lebensversicherung

Lebensversicherung

Die Lebensversicherung gehörte zu den klassischen Geldanlagen, wenn es um die Altersvorsorge geht.

Lebensversicherungen waren oft mit marktgerechten Garantiezinsen ausgestattet und boten auch noch die Möglichkeit auf höhere Renditen durch Überschussbeteiligungen.

Durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld seit 2008 funktionieren diese Produkte im Grunde nicht mehr.

Die Zinsen sind einfach zu niedrig, um hohe Garantien zu versprechen.

Die Aussichten auf Überschussbeteiligungen sind ebenfalls eher pessimistisch.

Wir möchten Dir daher zum aktuellen Zeitpunkt (September 2020) zu anderen Geldanlagen raten.

Besteuerung von Kapitalerträgen

Ein wichtiges Thema beim Geldanlagen sind die Steuern.

Im Rahmen Deines Anlageziels musst Du unbedingt die Steuern berücksichtigen.

Kapitalertragsteuer

Die Kapitalertragsteuer wurde im Jahr 2009 abgeschafft und durch die Abgeltungssteuer ersetzt.

Im Unterschied zur Abgeltungssteuer ermöglichte die Kapitalertragsteuer steuerfreie Aktiengewinne. 

Demnach waren die Erträge aus Aktienkursgewinnen steuerfrei, wenn Du eine Aktien länger als ein Jahr gehalten hast.

Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer wurde 2009 eingeführt.

Sie beträgt 25 % plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Die Abgeltungsteuer gilt für alle Kapitalerträge, also für Zinsen und Dividenden.

Von Deinen Kapitalerträgen musst Du also je nach Situation 26,38 % oder bis zu 27,99 % abgeben.

Bei der Abgeltungsteuer handelt es sich um eine Quellensteuer.

Das bedeutet, dass die Banken für Dich die Abgeltungssteuer einbehalten und an den Staat weiterleiten.

Freistellungsauftrag

Dir steht ein Sparerpauschbetrag von 801 € zu. Falls Du verheiratet bist, kannst Du einen Sparerpauschbetrag von bis zu 1.602 € nutzen.

801 € an Kapitalerträgen aus Zinsen und Dividenden kannst Du also steuerfrei vereinnahmen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen.

Hierfür musst Du bei Deiner Bank einen Freistellungsauftrag stellen. Dann wird die Bank erst Steuern abführen, sobald Du Deinen Sparerpauschbetrag überschritten hast.

Du kannst Deinen Sparerpauschbetrag auf mehrere Banken aufteilen.

Vermögensverwaltende GmbH

In manchen Fällen kann es Sinn machen, dass Du Dein Geld in eine GmbH einbringst.

Bevor Du eine vermögensverwaltende GmbH gründest, solltest Du Dich an einen Steuerberater wenden und mit ihm über die Vor- und Nachteile sprechen.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eine vermögensverwaltende GmbH frühestens ab einem Vermögen von 100.000 € Sinn macht.

Zusammenfassung

In der Finanzwelt gehört das Thema Geldanlage zu den spannendsten und abwechslungsreichsten Themen.

Wenn Du Dich durch die ersten Teile gearbeitet hast, solltest Du jetzt alle wichtigen Grundlagen und Tipps kennen, die Du bei der Geldanlage beachten solltest.

In jedem Fall würden wir uns freuen, von Dir zu hören.

Hat Dir der Guide weitergeholfen?

Gibt es einen Bereich der Dir fehlt oder wo Du eventuell eine andere Meinung zu hast?

Hinterlasse uns jetzt gerne ein Kommentar.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die beste Geldanlage bei der Sparkasse?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten, da die geeignete Anlage von Deinen Anlagezielen, Anlagezeitraum und Anlagebetrag abhängig ist.

Bei sehr kurzfristigen Geldanlagen von 1-2 Jahren wird die Sparkasse Dir eher festverzinsliche Anlagen anbieten.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden diese nicht sonderlich hoch verzinst sein, was aber immer noch besser ist als gar keine Verzinsung.

Bei mittel- bis langfristigen Geldanlagen neigen Sparkassen dazu, Fonds als Anlage vorzuschlagen. Meistens werden diese Fonds von der Deka, der sparkassen-eigenen Fondsgesellschaft verwaltet.

Daher ist der angebotene Fonds dann im Einzelfall im Vergleich zu anderen ähnlichen Fonds zu bewerten.

Was ist die beste Geldanlage?

Eine beste Geldanlage im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Die Auswahl der geeigneten Anlageklassen und Anlagen ist letztendlich von Deinem persönlichen Anlagezielen und Deinem persönlichen Anlagetyp abhängig.

Wünschst Du Dir zum Beispiel möglichst hohe Renditen, kommst Du an Aktien und anderen riskanteren Wertpapieren nicht herum.

Machen Dich aber schon die kleinsten Kursbewegungen nervös, machen diese Anlageklassen erst mal wenig Sinn für Dich.

Wir haben unter dem Punkt Grundlagen der Geldanlagen und 10 Tipps für die Geldanlage einige wertvolle Ratschläge zusammengefasst. Wir würden Dir empfehlen, Dich erst mal hier durchzulesen.

Welche Geldanlage ist zu empfehlen?

Das aktuelle Niedrigzinsumfeld (September 2020) führt dazu, dass Du Dich eher fragen solltest, was Du definitiv ausschließen solltest.

Die Europäische Zentralbank versucht im Durchschnitt eine Inflation von 2% zu erreichen.

Das heißt, sobald Dein Geld mit weniger als 2 % jährlich verzinst wird, wird es jedes Jahr weniger wert sein.

Um Dein Kapital zu erhalten, musst Du also wenigstens eine Rendite von 2 % erzielen. Das disqualifiziert eigentlich alle festverzinslichen Anlagen und Wertpapiere, die Dir eine erwartete Rendite unter 2 % haben.

Hast Du also die Möglichkeit, Dein Geld länger als 1-2 Jahre anzulegen, solltest Du definitiv über Aktien, Fonds und Exchanged Traded Funds als Geldanlage nachdenken.

Wie Du hier vorgehen könntest, zeigen wir Dir unter dem Punkt Anlagestrategie bestimmen.

Welches Edelmetall eignet sich als Geldanlage?

Gold als Geldanlage

Grundsätzlich eignen sich alle physischen Edelmetalle als Geldanlage. Hierzu zählen insbesondere Gold und Silber.

Du solltest Dir allerdings Gedanken darüber machen, wo Du die Edelmetalle aufbewahren möchtest. Zuhause ist eventuell eine Möglichkeit, aber nicht zwingend die Beste, selbst in einem Tresor.

Solltest Du über Edelmetalle als Anlageklasse nachdenken, beachte dabei bitte, dass diese Anlageklasse Dir keinen Zins oder Dividende bezahlt.

Deine Rendite ist alleine von der Kursentwicklung abhängig.

Wie sicher ist Gold oder Silber als Geldanlage?

Insbesondere Anfänger neigen dazu, Gold, Silber und andere Edelmetalle als sichere Anlagen zu sehen.

Bei diesen Anlagen handelt es sich im Grunde um Rohstoffe. Rohstoffe gehören zu den Wertpapieren, die am meisten schwanken und somit das größte Risiko mit sich bringen.

Eine Anlage in diese Edelmetalle (direkt oder über Exchange Traded Commodities) ist also nur für längere Anlagezeiträume zu empfehlen (um eventuelle Wertverluste auszusitzen).

Solltest Du Dich für Exchange Traded Commodities entscheiden, musst Du Dich über das jeweilige Kontrahentenrisiko unbedingt informieren.

Was ist bei einer Geldanlage zu beachten?

Die ersten drei Punkte in diesem Guide gehen auf alle wichtigen Punkte ein, die Du unbedingt beachten solltest.

Wenn Dir das auf den ersten Blick zu viel ist, solltest Du Dir unbedingt Folgendes merken.

In gar keinem Fall, wirklich nie, solltest Du irgendeine Geldanlage unüberlegt tätigen. Gerade wenn Du Dich mit dem Thema nicht auskennst, hol Dir immer eine zweite (qualifizierte) Meinung ein.

Eine qualifizierte Meinung bekommst Du in aller Regel von ausgebildeten Bankkaufleuten, Vermögensberatern oder Menschen, die ein finanzwirtschaftliches Studium absolviert haben.

Besonders gefährlich wird es bei todsicheren Projekten. Alle Alarmglocken müssen bei Dir klingeln, wenn Du Sätze hörst wie: „Das ist todsicher“ oder „Da kann eigentlich nichts schief gehen“.

Insbesondere Beteiligungsprojekte, die in Schiffscontainer, Windkrafträder, exotische Immobilien, Länder und Sonstiges investieren, solltest Du auf gar keinen Fall kaufen, ohne Dir genau über die Risiken Gedanken gemacht zu haben.

Wenn Du wissen willst, wie Du das Risiko einer Geldanlage relativ schnell bestimmen kannst, solltest Du Dir die Informationen unter dem Punkt Rendite (Zins) und Risiko einer Geldanlage bestimmen durchlesen.

Welche Geldanlage passt zu mir?

Das hängt von Dir ab.

Bist Du jemand, der nur sehr schwierig mit Situationen umgehen kann, die sich nicht so entwickeln, wie Du es Dir gewünscht hast? So sind riskantere Wertpapiere nicht das Richtige für Dich.

Hierbei sei aber auch erwähnt, dass Du diesen Umgang lernen kannst.

Das bedeutet zum Beispiel, dass Du Dich erst mal für riskantere Wertpapiere entscheidest, die relativ zu anderen Wertpapieren in ihrer Anlageklasse defensiver sind.

Ein typisches Beispiel sind defensive und eher offensive Aktien.

Kannst Du gut damit umgehen, ohne dass Du panisch wirst, wenn etwas zwischenzeitlich nicht für Dich läuft, dann kannst Du durchaus in riskantere Wertpapiere investieren.

Welche Geldanlage bringt die meisten Zinsen?

Wenn mit Zinsen eben wirkliche Zinsen gemeint sind, also aus festverzinslichen Papieren, dann bringen normalerweise länger laufende Verpflichtungen auch höhere Zinsen (bei einer steigenden Zinskurve).

In dem Zusammenhang sei aber erwähnt, dass die Zinsen derzeit (September 2020) auf Grund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes weiterhin sehr niedrig notieren.

Sicherheitsorientierte Anleger sind daher dazu übergegangen, vermehrt in defensive Aktien zu investieren, die eine besonders hohe Dividendenrendite von 3 % - 5 % versprechen.

Welche Geldanlage heute?

Diese Frage knüpft gut an die Frage Welche Geldanlage ist zu empfehlen? an.

Typischerweise solltest Du eine Geldanlage wählen, die Dir wenigstens die Inflationsrate ausgleicht. Das langfristige Inflationsziel des europäischen Wirtschaftsraums ist 2 %.

Wenn Du also einen etwas längeren Anlagezeitraum als 2 Jahre verkraften kannst, solltest Du eher vermehrt in Aktien, Fonds und Exchange Traded Funds investieren.

Hierbei solltest Du aber, je nach Anlagezeitraum, nicht Dein ganzes Geld in riskantere Wertpapiere investieren.

Ebenfalls kannst Du auch innerhalb der Anlageklassen von Fonds Dein Geld weiter streuen.

Zum Beispiel könntest Du einen gewissen Betrag in Tagesgeld und Festgeld investieren. Den Rest teilst Du dann in Aktien, Aktienfonds, konservative Rentenfonds und Exchange Traded Funds auf.

Was sind sichere Geldanlagen?

Als sichere Geldanlagen gelten insbesondere festverzinsliche Anlagen von Instituten mit einer hohen Kreditwürdigkeit.

Bei Staaten gehört zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland zu den sichersten Kreditgebern überhaupt. Eine ähnliche hohe Kreditwürdigkeit haben zum Beispiel auch die skandinavischen Länder, die Niederlange und auch Frankreich.

Welche Geldanlage lohnt sich?

Tatsächlich ist es so, dass sich derzeit einige Anlagen nicht mehr lohnen, die früher zu den Klassikern gehört. Hierzu gehört das Sparbuch und natürlich die Lebensversicherung.

Der Hintergrund ist, dass diese Anlageformen nicht einmal mehr eine Rendite von 2 % haben. Da die langfristige Inflationsrate im Europäischen Wirtschaftsraum bei 2 % liegt, würden diese Anlageformen Dein Geld verbrennen.

Ganz pauschal ließe sich die Frage also so beantworten, dass sich Geldanlagen ab einer Rendite von wenigstens 2% lohnen.

Welche Geldanlage bei Rezession?

Kündigt sich eine Rezession an oder kippt die Stimmung an den Märkten, kommt es immer zur sogenannten „Risik-off“ Bewegung, von der Du eventuell schon mal gelesen hast.

Dabei schichten große institutionelle Anleger Vermögen von riskanten Wertpapieren (Aktien und Unternehmensanleihen) in als sicher geltende Wertpapiere um.

Vereinfacht gesagt, sie schalten das Risiko ab.

Als sicher gelten insbesondere kurz- bis mittelfristig laufende Staatsanleihen von Staaten mit einer sehr guten Kreditwürdigkeit. Wie zum Beispiel Deutschland.

Für Dich als Privatanleger bedeutet das simpel, dass Du in einer Rezession am besten Dein Vermögen in Geld hast – Cash is King.

Das Problem hierbei ist nur, dass niemand wirklich weiß, wann und ob eine Rezession wirklich kommt. An den Weltmärkten werden aber die Erwartungen der Marktteilnehmer gehandelt.

Da aber in einer Rezession insbesondere riskantere Wertpapiere erheblich an Wert verlieren können (bis zu 60%-70%), wäre die beste Investition sozusagen keine Investition.

Im Rahmen der Finanzkrise (und das ist immer noch so), waren Marktteilnehmer sogar bereit Negativrenditen für als sicher geltende Wertpapiere zu akzeptieren.

Ihnen war es also lieber drauf zu zahlen, als dass sie ihr Geld auf einem Bankkonto liegen lassen, denn die Bank könnte ja auch pleite gehen.

Welche Geldanlage für Enkelkinder?

Das kommt darauf an, wie lange und wie viel Geld für Deine Enkelkinder anlegen möchtest.

Gehen wir mal davon aus, dass Du ab Geburt ca. 50 Euro monatlich zur Seite legen möchtest. Dann hättest Du bis zur Volljährigkeit 18 Jahre Zeit, um das Geld anzulegen.

In dem Fall würden eher mittel- bis langfristige Geldanlagen Sinn machen. Du könntest zum Beispiel gut eine Aktie, Aktienfonds oder Aktienindexfonds besparen.

Welche Geldanlage für Kinder?

Die Antwort auf diese Frage ist ähnlich wie bei der Frage „Welche Geldanlage für Enkelkinder?“.

Die Auswahl der Geldanlage ist davon abhängig, wie viel Geld und wie lange angelegt werden soll. Ein etwas längerer Anlagezeitraum würde mehr für riskantere Anlagen sprechen, die auch eine höhere Rendite versprechen.

Es würden sich daher vor allem Aktien, Aktienfonds und Aktienindexfonds anbieten.

Welche Sachwerte als Geldanlage?

Zu den sehr typischen Sachwerten gehören: Immobilien und physisches Gold.

Den Sachwerten werden auch weitere Beteiligungen zugeordnet, zum Beispiel Beteiligungen an Windkrafträdern, Schiffen und auch Flugzeugen.

Die Frage, welche Sachwerte für Dich in Frage kommen, hängt von Deiner Anlagestrategie ab und lässt sich nicht mit einem Satz beantworten.

Das Rendite- und Risikoprofil von Sachwertgeldanlagen unterscheidet sich sehr stark und ist abhängig von dem jeweiligen Projekt.

Eine Eigenkapital-Beteiligungen an Goldminen in Afrika ist zum Beispiel weit aus riskanter als eine Eigenkapital-Beteiligung an Windrädern in Europa.

In Deutschland gehören Immobilien zu der beliebtesten Sachwertgeldanlage.

Was ist die beste Geldanlage für mein Kind?

Es kommt darauf an, was Du mit Deiner Geldanlage für Dein Kind erzielen willst.

Sparst Du von Anfang an Geld für Dein Kind an und möchtest, dass Dein Kind nach seinem Studium oder Ausbildung einen höheren Betrag für einen Wohnungskauf zur Verfügung hat, solltest Du Dich für Geldanlagen entscheiden, die eine höhere Rendite bieten.

Ist Dir Sicherheit einfach besonders wichtig und soll Dein Kind einfach ein wenig Geld als Notfallreserve übrighaben, reichen auch simple Festgeld- und Tagesgeldanlagen.

Was ist die beste Geldanlage zurzeit?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Jeder Anleger ist anders. Dabei unterscheiden sich die Anlageziele, Anlagezeiträume und die Anlagebeträge.

An der Stelle kann ich Dir nur sagen, dass jede Geldanlage, die nicht wenigstens eine Rendite von 2 % erzielt, Dich mittel- bis langfristig ärmer macht.

Das langfristige Inflationsziel im Europäischen Wirtschaftsraum liegt bei 2 %. Alle Geldanlagen, die eine erwartete Rendite unter 2 % haben, machen Dich also langfristig ärmer.

Was ist die sicherste Geldanlage?

Darüber streiten die Finanzprofis seit Jahren.

In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Satz „Nur Bares ist Wahres“. Eine Hyperinflation (oder auch stärkere Inflation) genügt, um Geld zu entwerten.

Die vermutlich langfristig sicherste Geldanlage bleibt daher Gold, auch wenn sie starken kurz- bis mittelfristigen Schwankungen unterliegen kann. Dabei wird allerdings vorausgesetzt, dass Du Staaten, Firmen und sonst auch allen anderen misstraust.

Ebenso musst Du Dich dann aber auch fragen, wo Du das physische Gold lagern möchtest. Das vermutlich sicherste Land in Europa hierfür wäre die Schweiz.

Wir würden Dir empfehlen, dass Du Dich mit den Grundlagen der Geldanlage ein wenig auseinandersetzt.

Sicherheit bei der Geldanlage ist wichtig, sie steht aber in einem Konflikt mit der erwarteten Rendite.

Desto sicherer eine Geldanlage ist, desto niedriger ist die erwartete Rendite.

Was ist eine gute Geldanlage?

Eine pauschal gute Anlage, die allen Anlegertypen entspricht, gibt es nicht.

Gute Geldanlagen würden sich eventuell so definieren lassen: sie führen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit dazu, dass Du Deine gesetzten Anlageziele erreichen kannst.

Möchtest Du Dir zum Beispiel über einen Anlagezeitraum von 10 Jahren ein Vermögen aufbauen, dass Dir regelmäßig Dividenden auszahlt, so wirst Du derzeit (September 2020) dieses Ziel nur schwer mit niedrig verzinsten Festgeldern erreichen können.

Du müsstest Dich eher Richtung Aktien, Aktienfonds und Aktienindexfonds orientierten.

Möchtest Du Dein Geld nur für 1 bis 2 Jahre parken, so kommen Aktien eigentlich für Dich nicht in Frage. Aktien können kurz- bis mittelfristig 10 % - 20 % in ihrem Wert schwanken.

Im schlimmsten Fall kämst Du dann nicht an Dein Geld, ohne Wertverluste in Kauf zu nehmen.

Riskantere Wertpapiere benötigen mehr Zeit, was allerdings mit einer höheren Rendite belohnt wird.

Welche Geldanlage eignet sich für mein Baby?

Das hängt von Deinen Anlagezielen und Deinem Wissen über Geldanlagen ab.

Möchtest Du zum Beispiel mittel- bis langfristig Geld für Dein Baby anlegen, so kannst Du sicherlich über etwas riskantere Geldanlagen in Form eines Sparplans nachdenken.

Welche Anlageergebnisse Du so erzielen kannst, haben wir hier gezeigt.

Welche Geldanlage eignet sich für Rentner?

Immer wieder wird behauptet, dass sich riskantere Anlagen auf gar keinen Fall für Rentner lohnen. Hierbei wird enorm pauschalisiert.

Auch als Rentner bzw. Rentnerin ist es möglich, in Aktien zu investieren. Hierbei solltest Du Dir allerdings immer im Klaren sein, wie viel Geld Du zum Investieren hat und was Deine Anlageziele sind.

Die einzige Einschränkung, die wir persönlich sehen, ist das Alter. Ein Anlagezeitraum von 30 Jahren erscheint eventuell ein wenig optimistisch, wenn Du bereits 80 bist.

Sonst gibt es eigentlich keine weiteren Einschränkungen.

Daher eignen sich eigentlich für Rentner alle Geldanlagen, vorausgesetzt sie erscheinen sinnvoll unter Berücksichtigung des jeweiligen Alters.

Welche Geldanlage schützt vor Inflation?

Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass Inflation selbst nichts Negatives ist. In dem Europäischen Wirtschaftsraum wird eine Inflation von 2 % als mittel- bis langfristiges Ziel verfolgt.

Eine Inflation von 2 % sollte daher von einer Mindestrendite von 2 % ausgeglichen werden. Klingt simpel und ist es auch.

Wenn also von einem Schutz vor Inflation gesprochen wird, ist damit eher eine Krisensituation gemeint, in der die Inflationszahlen explodieren. Wir reden hier von Raten von 20 % bis 30 %.

Diese Szenarien gehen oft einher mit einer falschen Wirtschaftspolitik von Staaten. Investoren verlassen das Land dann so schnell sie können und auch die Menschen verlieren das Vertrauen in die Währung. Es kommt zu einer sich selbst verstärkenden Dynamik.

In so einer Situation schützen nur reale Werte die Anleger vor den Folgen der Inflation. Hierzu zählen aber auch Aktien und nicht wie so oft behauptet, nur Gold.

Auch Immobilien können einen guten Schutz vor Inflation leisten, insofern sie nicht auf Grund der schlechten Wirtschaftspolitik ebenfalls an Wert verlieren.

Der tatsächliche beste Schutz vor Inflation ist vermutlich physisches Gold oder andere Edelmetalle.

Welche Geldanlagen sind sinnvoll?

Zum aktuellen Zeitpunkt (September 2020) halten wir alle Geldanlagen für sinnvoll, die wenigstens eine erwartete Rendite von 2 % haben. Damit kann also das mittel- bis langfristige Inflation des Europäischen Wirtschaftsraum ausgeglichen werden.

Geldanlagen darunter können im kurzfristigen Bereich auch Sinn machen, da sie die Inflation wenigstens ein bisschen abfedern.

Mittel- bis langfristig solltest Du Dich allerdings mit Anlageklassen vertraut machen, die als etwas riskanter gelten, Dir aber auch eine höhere erwartete Rendite versprechen.

In diesem Guide findest Du alle Grundlagen, die Du für einen Einstieg in das Thema benötigst.