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Was ist das magische Dreieck der Geldanlage? Einfach erklärt

Verfasst von

Reza Machdi-Ghazvini,CAIA

Finanzexperte

Das magische Dreieck der Geldanlage beschreibt die Tatsache, dass du beim Geldanlegen immer Kompromisse machen musst.

Du musst dich immer zwischen drei Zielen entscheiden: Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit (Liquidität).

Diese drei Ziele stehen sich konkurrierend gegenüber.

Wenn du zum Beispiel nach einer Geldanlage suchst, die dir maximale Renditen verspricht, wirst du ein sehr hohes Risiko und eine sehr niedrige Verfügbarkeit des angelegten Geldes in Kauf nehmen müssen.

Eine Geldanlage, die wiederum als sehr sicher und schnell verfügbar gilt, wird dir nur eine niedrige Rendite bringen.

Ganz vereinfacht gesagt, möchte das magische Dreieck dir klarmachen, dass du immer 1 oder 2 Ziele vernachlässigen musst, wenn du ein anderes Ziel maximal erreichen möchtest.

Animierte Grafik: magisches Dreieck der Geldanlage

Folgendes wirst du in diesem Artikel lernen:

Wie funktioniert das magische Dreieck?

Um die Idee des magischen Dreiecks weiter zu erläutern, müssen wir uns die einzelnen Ziele im Detail anschauen.

#1 Rendite

Bei der Rendite geht um die zu erwartende Rendite von einer Anlage.

Sie setzt sich üblicherweise aus Zinsen, Dividenden und Kur- und Wertsteigerungen zusammen.

In diesem Zusammenhang kannst du die erwarteten Renditen von Wertpapieren oder illiquiden Anlagen, wie etwa Immobilien, als Zielrendite verwenden.

#2 Sicherheit

Wie der Name bereits erahnen lässt, geht es hierbei um die Sicherheit der jeweiligen Anlage.

In diesem Zusammenhang solltest du vor allem auf die Wahrscheinlichkeit eines Teil- oder Totalausfalles deiner Geldanlage achten.

#3 Verfügbarkeit

Bei diesem Ziel geht es darum, wie schnell du wieder an dein investiertes Geld kommen kannst.

Die Verfügbarkeit ist also umso höher, desto schneller du wieder an dein Geld kommst. Das Gleiche gilt genauso umgekehrt.

Der Konflikt der 3 Ziele bei typischen Geldanlagen

Eventuell fragst du dich jetzt, wie sich die typischen Geldanlagen aus Sicht des magischen Dreiecks einordnen lassen.

Am einfachsten kannst du die typischen Geldanlagen in vier Kategorien zusammenfassen.

#1 Hohe Sicherheit, schnelle Verfügbarkeit, niedrige Rendite

Grafik des magischen Dreiecks mit wenig Rendite, viel Verfügbarkeit und viel Sicherheit

Hierzu gehören alle bekannten Geldanlagen, die keine feste Laufzeit haben.

Gleichzeitig sollte dein investiertes Geld ausreichend gesichert sein.

Sparbücher und Tagesgeldkonten können diese Anforderungen erfüllen. Da eine ausreichende Einlagensicherung (bis 100.000 €) vorhanden ist und du sehr schnell an dein Geld kommst.

#2 Hohe Sicherheit, langsame Verfügbarkeit, höhere Rendite

Grafik des magischen Dreiecks mit mehr Rendite, wenig Verfügbarkeit und viel Sicherheit

Bei diesen Zielen kommen folgende Geldanlagen in Frage: langfristige Staats- und Unternehmensanleihen mit hoher Kreditwürdigkeit, Sparbriefe und Festgelder bei Banken.

Alle drei Anlageformen verfügen über eine ausreichende Sicherheit. So kommt es äußerst selten vor, dass Anleihen von Emittenten mit hoher Kreditwürdigkeit ausfallen.

Festgelder sind durch die Einlagensicherung (bis 100.000 € pro Institut) geschützt.

Alle Anlageformen haben dabei gemeinsam, dass du für einen längeren Zeitraum auf dein Geld verzichtest, wodurch du eine höhere Rendite erhältst.

#3 Niedrige Sicherheit, hohe Verfügbarkeit, hohe Rendite

Grafik des magischen Dreiecks mit viel Rendite, viel Verfügbarkeit und wenig Sicherheit

In diese Kategorie gehören Aktien, P2P Kredit, Fonds oder ETFs.

Aktien, Fonds oder ETFs können hohe Kursschwankungen haben, sind meistens täglich verfügbar und bieten im Vergleich zu festverzinslichen Geldanlagen eine hohe Rendite. Aktien könnten aber auch weiter kategorisiert werden, zum Beispiel in defensive Aktien und offensive Aktien.

P2P Kredite sind Kredite zwischen Privatpersonen, die über P2P Plattformen angeboten werden. Da viele Plattformen ihren Investor*innen eine Möglichkeit anbieten, Kredite vorzeitig zu verkaufen, ist die Verfügbarkeit meist recht hoch.

#4 Niedrige Sicherheit, langsame Verfügbarkeit, (sehr) hohe Rendite

Grafik des magischen Dreiecks mit sehr viel Rendite, wenig Verfügbarkeit und wenig Sicherheit

Die meisten Privatanleger*innen kommen nicht mit Geldanlagen in Berührung, die in diese Kategorie passen.

Das sind vor allem Beteiligungen entweder als direkte Beteiligungen oder über Private Equity Fonds.

Unternehmensbeteiligungen sind weit wenige verfügbar als Aktien. Dadurch erhalten Anleger eine zusätzliche Illiquiditätsprämie im Vergleich zu börsennotierten Aktien (Beteiligungen). Sehr grob gesagt, lag diese Prämie historisch im Durchschnitt bei 5 %.

Zu dieser Kategorie können auch Kryptowährungen zählen. Da die Rendite jedoch sehr unterschiedlich ist, kann sie nur im Einzelfall richtig zugeordnet werden.

Geldanlagen im magischen Dreieck im Überblick

Hier findest du eine Übersicht über die bekanntesten Geldanlagen im Verhältnis zum magischen Dreieck.

Kapitalanlage

Rendite

Risiko

Verfügbarkeit

Sparanlagen

  • sehr tief

  • sehr niedrig

  • hoch

Versicherungen

  • sehr tief

  • sehr niedrig

  • niedrig

Fonds und ETFs

  • hoch

  • mittel

  • hoch

Aktien

  • hoch bis sehr hoch

  • hoch

  • hoch

Anleihen

  • sehr tief

  • niedrig

  • hoch

P2P Kredite

  • mittel bis hoch

  • mittel bis hoch

  • hoch

Krypto

  • individuell

  • sehr hoch

  • hoch

Unser Fazit

Das magische Dreieck ist das Zusammenspiel von Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit, deren Ziele immer im Konflikt zueinander stehen.

Es ist nicht möglich, alle drei Ziele zu maximieren.

Du solltest dir über die drei Ziele bewusst sein und mit der richtigen Balance für dich die richtigen Geldanlagen wählen.

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Zuletzt aktualisiert am 23 Juni 2022