7 Min. Lesezeit

Das 3 Konten Modell: einfach deine Finanzen organisieren

Verfasst von

Reza Machdi-Ghazvini,CAIA

Finanzexperte

Das solltest du wissen

  • Das 3 Konten Modell hat viele Vorteile und hilft dir, regelmäßig zu sparen und trotzdem Spaß zu haben.

  • Es gibt mehrere Möglichkeiten, das 3 Konten Modell umzusetzen - ganz individuell.

  • Wir stellen dir Anbieter vor, mit denen du einfach mehrere Unterkonten anlegen kannst.

Kommt dir dies bekannt vor: Du nimmst dir immer wieder vor, einen festen Betrag jeden Monat zu sparen und am Ende des Monats ist nichts mehr übrig?

Tatsächlich ist das der häufigste Grund, weshalb sich viele Menschen im Laufe der Jahre kein Vermögen aufgebaut haben.

Mit einem 3 Konten Modell kannst du es schaffen! Einfach deine Rechnungen bezahlen, Geld für Vergnügen ausgeben und dennoch Geld sparen.

Wir zeigen dir, wie es geht, welche Aufteilung für dich passt und welche Banken sich hierfür eignen. Und mit unserer Bonus Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du es ganz einfach umsetzen.

Mit dem 3 Konten Modell deinen Finanzen organisieren

Inhaltsverzeichnis

Vorteile und Nachteile eines 3 Konten Modells

  • Einfach Methode, um monatlich zu sparen und dennoch Geld für "Spaß" zu haben

  • Ohne viel Aufwand mit 3 Konten sparen: Basiskonto, Spaßkonto und Sparkonto

  • Aufteilung in 3 Konten kann deine Finanzen optimieren und mehr für dich herausholen

  • Bekomme Überblick über deine Ausgaben und wohin dein Geld "verschwindet"

  • Automatische Umsetzung dank Daueraufträgen

  • Mehrere Konten können Geld kosten. Nutze daher einen Anbieter, der mehrere Konten kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr anbietet

Was ist ein 3 Konto Modell?

3 Konten Modell - erklärt

Die Idee hinter dem Modell ist es, 3 verschiedene "Geldtöpfe" zu haben, die du jeweils nur für bestimme Ausgaben nutzt bzw.

So dient der eine Topf dazu, seine notwendigen Ausgaben zu bezahlen. Der Zweite ist für Dinge oder Aktivitäten, die dir Spaß bringen. Und der letzte ist zum Sparen bzw. Investieren für die Zukunft oder größere Anschaffungen.

Die Erweiterung zu diesem Modell ist das 6 Konten Modell, in dem du die Koten "Spaß" und "Sparen" noch genaue unterscheidest.

Wie spare ich richtig? Bezahle dich selbst zuerst!

Für viele Angestellte läuft jeder Monat aus einer Einkommen- und Aufgabenperspektive ähnlich ab.

Nachdem das Gehalt auf dem Konto gutgeschrieben wurde, werden alle laufenden Rechnungen erst einmal bezahlt. Hierzu zählt unter anderem die Miete, Strom und das Internet bzw. Telefon.

Über den Monat kommen dann noch weitere Ausgaben für Lebensmittel und andere Dinge hinzu. Alles, was über diesen Ausgaben hinaus bleibt, kannst du ausgeben, wofür du möchtest.

In diesem Kontext hat George S. Clason, Autor des Buches "Der reichste Mann von Babylon", den Leitsatz geprägt: "Bezahle dich selbst zuerst".

Wenn du einen Moment über diesen Leitsatz nachdenkst, stellst du fest, dass du tatsächlich erst einmal alle anderen bezahlst, z. B. deinen Vermieter, deinen Stromanbieter und den Supermarktbetreiber und vergisst dabei dich selbst.

Meistens bleibt am Ende des Monats für dich und deine langfristigen Finanzen nichts übrig.

Genau an der Stelle setzt das 3 Konten Modell an, denn mit so einem Modell kannst du sicherstellen, dass du dich zuerst bezahlst, bevor für dich am Ende des Monats nichts mehr übrig bleibt.

Wie das 3 Konten Modell funktioniert

Die Idee des 3 Konten Modells ist sehr simpel und genau deswegen ist das Modell so erfolgreich.

Zu Monatsbeginn legst du fest, welchen Anteil deines monatlichen Gehalts du für welche Zwecke verwenden möchtest.

Damit das Ganze nicht zu komplex wird und du am Ende 10 Konten für unterschiedliche Zwecke hast, wird nur zwischen 3 Konten unterschieden:

  • dem Basiskonto,

  • Sparkonto und dem

  • Spaßkonto.

3 Konto Modell erklärt - Infografik

Danach musst du für dich herausfinden, wie viel Prozent deines Gehalts du jeden Monat auf die einzelnen Konten verteilen möchtest.

Mit dem Basiskonto deckst du alle Ausgaben, die du monatlich decken musst. Danach ist es dir überlassen, wie viel Geld du ansparen und ausgeben möchtest.

Es lässt sich nicht verallgemeinern, welche prozentuale Aufteilung sinnvoll ist. Aber mit einer Aufteilung von 50 % für dein Basiskonto und jeweils 25 % für das Spar- und Spaßkonto kannst du nicht viel verkehrt machen.

Nachdem du deine Aufteilung festgelegt hast, überweist du immer von deinem Gehalt mit zwei Daueraufträge die Beträge auf die dafür eingerichteten Konten.

Der Rest verbleibt auf deinem Basiskonto.

Basiskonto

Basiskonto

Das Basiskonto bildet die Grundlage des 3 Konten Modells. Praktischerweise hast du dieses Konto bereits, es ist dein aktuelles Girokonto.

Du solltest dir vornehmen in Zukunft nur noch fixe und gut kalkulierbare Ausgaben mit diesem Konto zu bezahlen. Dazu zählt unter anderem die Miete, Stromkosten, andere laufende Verträge und die Kosten für das Internet und Telefon.

Immer wieder wird beim Basiskonto darüber diskutiert, ob nicht auch Klamotten berücksichtigt werden müssen.

Falls du im Durchschnitt jeden Monat einen fixen Betrag für Klamotten ausgibst, macht es unserer Meinung nach Sinn diesen Betrag als fixe Kosten zu berücksichtigen.

Sparkonto

Sparkonto

Das Sparkonto muss komplett von deinem Basiskonto getrennt sein und sollte ein Sparkonto, Tagesgeldkonto oder ein Unterkonto deines Girokontos sein.

Bevor du anfängst in Wertpapiere oder andere Geldanlagen zu investieren, solltest du dir eine Rücklage von 2 bis 3 Monatsgehältern aufbauen. Diese Rücklage wird nicht umsonst als Notgroschen bezeichnet.

Mit dem Notgroschen verhinderst du, dass du bei finanziellen Engpässen einen teuren Dispositionskredit nutzen musst. Beträge, die den Notgroschen übersteigen, können investiert werden.

Bei deinem Sparkonto musst du besonders diszipliniert sein.

Das bedeutet, dass du das Geld auf dem Konto nicht einfach ausgeben solltest. Mit deinem Sparkonto erreichst du im Grunde endlich das Ziel, dass du dich langfristig selbst immer zuerst bezahlst.

Dein Sparkonto bildet die Grundlage für weitere höhere Ziele, wie etwa ein passives Einkommen. 

Spaßkonto

Spaßkonto

Dieses Konto spricht eigentlich für sich selbst. Geld, dass du auf dieses Konto überweist, ist zum Ausgeben gedacht.

Das Schöne daran ist, dass du in Zukunft nach einem Konsumrausch kein schlechtes Gewissen mehr haben musst.

Du hast sichergestellt, dass du dich zuerst bezahlt hast und deine laufenden Kosten sind gedeckt.

Du könntest an der Stelle noch ein wenig weitergehen und für dich beschließen, dass du Beträge, die du in einem Monat nicht auf dem Spaßkonto verbraucht hast, auf das Sparkonto überweist.

Das bleibt komplett dir überlassen.

Praktisches Beispiel für das 3 Konten Modell: 50-25-25, 50-30-20 oder 70-20-10?

Je nachdem, ob du jeden Monat hohe oder niedrige Kosten für deine notwendigen Ausgaben hast (Basiskonto), kannst du die Aufteilung des Geldes anpassen.

Wichtig ist, dass du dir eine Aufteilung aussuchst, die zu deinen Ausgaben passen und die du auch durchhalten kannst.

Laut Statista beträgt das Durchschnittsgehalt in Deutschland ca. 4.000 €. Nach Steuern und sonstigen Abgaben sollten netto zwischen 2.400 € - 2.800 € übrig bleiben.

Gehen wir von 2.800 € aus. Dein Gehalt wird dann jeden Monat wie folgt aufgeteilt:

Modell-Typ

50-25-25

50-30-20

70-20-10

Basiskonto

1.400 €

1.400 €

1.960 €

Sparkonto

700 €

840 €

560 €

Spaßkonto

700 €

560 €

280 €

Bevor sich auf dem Sparkonto nicht wenigstens 5.000 € angespart haben, wird nicht mit dem Investieren begonnen.

In diesem konkreten Beispiel wird dieses Sparziel nach 7, 9 bzw. 18 Monaten erreicht.

Bei welchen Banken das 3 Konten Modell umsetzen?

Teilweise ist es gar nicht so einfach, das 3 Konten Modell kostengünstig umzusetzen.

Viele traditionelle Banken bieten zum Beispiel keine Tagesgeldkonten mehr an und verlangen für weitere Giro- bzw. Unterkonten teilweise hohe Gebühren.

Das führt schnell dazu, dass dich nur die Umsetzung des 3 Konten Modells jeden Monat 10 € bis 20 € mehr kostet.

Daher solltest du eventuell deine Bank wechseln, falls du mit hohen Kontoführungsgebühren konfrontiert wirst.

Banken, bei denen du deine Bankgeschäfte vor allem über eine App erledigen kannst, wie vivid money, DKB und bunq, bieten sich besonders für die Umsetzung eines 3 Konten Modells an.

Diese möchten wir dir kurz vorstellen:

Vivid money

  • Genau genommen ist Vivid money keine Bank, sondern arbeitet mit der Solarisbank zusammen. Die Solarisbank stellt Vivid ihre Banklizenz zur Verfügung, mit der Vivid Money in Deutschland Bankdienstleistungen anbieten kann.

  • Um ein Konto bei Vivid money zu eröffnen, musst du die App auf deinem Smartphone installieren. Der ganze Prozess dauert nicht länger als 10 Minuten. 

  • Es werden zwei Kontomodelle angeboten, Standard und Prime. Das Standard-Konto ist kostenlos.

  • Konten bei Vivid werden als "Pockets" bezeichnet. Du kannst bereits mit dem Standardkonto bis zu 40 Pockets (Unterkonten) anlegen.

  • Tipp zur 3 Konten Modell Umsetzung: erstelle 2 Pockets mit dem Standard-Konto kostenlos. (Mit diesem Konto könntest du auch ganz einfach das 6 Konten Modell für deine Sparziele nutzen.)

Mehr Informationen in unserem Vivid money Testbericht

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DKB

  • Das DKB Girokonto* gehört zu den beliebtesten Girokonten in Deutschland. Das Konto überzeugt insbesondere auf der Kostenseite, denn die DKB verlangt bedingungslos keine Kontoführungsgebühren.

  • Du kannst das DKB Konto auf der Webseite eröffnen, das dauert nicht länger als 5 Minuten.

  • Die DKB bietet ein kostenloses Konto an, das keine Bedingungen wie einen monatlichen Mindesteingang hat.

  • Die DKB bietet keinen Unterkonten, aber in der Regel kannst du ohne Probleme zwei Konten eröffnen.

  • Tipp zur 3 Konten Modell Umsetzung: nutze dein bestehendes Bankkonto als Basiskonto und eröffne zwei DKB Konten als Spar- und Spaßkonto.

Mehr Informationen in unserem DKB Testbericht

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bunq

  • Im Jahr 2015 hat bunq eine offizielle Banklizenz von der niederländischen Zentralbank erhalten und bietet mittlerweile Konten in den Niederlanden, Spanien, Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich an.

  • Bei bunq kannst du dein Konto nur über die App eröffnen, in weniger als 10 Minuten.

  • Es werden zwei Konten angeboten: Easy Money und Easy Green. Das Easy Green Konto ist vor allem für Kunden gedacht, die mit ihrem Konto etwas für die Umwelt tun möchten. Immer wenn du 100 € mit deinem bunq Konto ausgibst, wird 1 € in die Pflanzung neuer Bäume investiert.

  • Die angebotenen Konten sind alle kostenpflichtig, aber du kannst bis zu 25 Unterkonten anlegen.

  • Tipp zur 3 Konten Modell Umsetzung: eröffne ein Easy Money Konto für 7,99 € im Monat und eröffne 2 Unterkonten als Spaß- und Sparkonto. Hiermit kannst du auch einfach das 6 Konto Modell für ein genaueres Sparziel umsetzen.

Mehr Informationen in unserem bunq Testbericht

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Zusammenfassung

Das 3 Konten Modell ist eine gute Möglichkeit, seine Sparziele zu erreichen - und das ohne viel Aufwand.

Mit der Aufteilung in Basiskonto (notwendige Ausgaben), Sparkonto und Spaßkonto bleibt sogar jeden Monat etwas fürs Vergnügen übrig.

Zur Umsetzung benötigst du zwei weitere Konten. Hierbei solltest du die Kosten genau anschauen. Es gibt auch Online-Anbieter, bei den du kostenlos oder kostengünstig mehrere Unterkonten einrichten kannst.

Weitere interessante Beträge zum Thema:


Bonus: Schritt-für-Schritt-Anleitung - das 3-Konten-Modell ganz einfach umsetzen

Inforgrafik - Schritt-für-Schritt-Anleitung: das 3-Konten-Modell ganz einfach umsetzen

Um ein 3 Konten Modell umzusetzen, gehe am besten wie folgt vor:

Schritt 1: Berechne deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben

Verschaffe dir einen Überblick über deinen Einnahmen und Ausgaben. Wie viel gibst du für deinen notwendigen Ausgaben aus? Wie viel für "Spaß"?

Hier kann z.B. eine Haushaltsbuch-App hilfreich sein.

Ganz praktisch: manche Apps bieten eine Kontoeinbindung an, sodass du deine Ausgaben und Einnahmen nicht manuell eintragen musst.

Schritt 2: Lege einen Sparbetrag fest

Wenn du ein Sparziel festgelegt hast, ergibt sich automatisch deine Aufteilung für die anderen beiden Konten, wie 70-20-10, 50-25-25 oder 50-30-20.

Rechne hierfür einfach deine Einnahmen minus deine Fixkosten und Sparbetrag. Das Ergebnis ist dein "Spaßbetrag".

Einnahmen – (Fixkosten + Sparbetrag) = Spaßbudget

Schritt 3: Eröffne zwei weitere Konten

Zusätzlich zu deinem Basiskonto, welches dein bisheriges Konto bleibt, benötigst du zwei weitere Konten. Erkundige dich genau, welche Kosten deine Bank hierfür berechnet.

Alternativ bieten Online-Banken wie DKB, vivid money und bunq eine kostenlose oder kostengünstige Umsetzungsmöglichkeit.

Schritt 4: Daueraufträge einrichten

Richte zwei Daueraufträge ein, mit denen du die in Schritt 2 festgelegten Beträge auf dein Spar- und Spaßkonto überweist - am besten 1 oder 2 Tage nach deinem Gehaltseingang.

Bei einem Gehalt von 2.800 € netto und einer Aufteilung von 50-25-25 wären dies jeweils 700 € auf das Spar- und Spaßkonto.

Schritt 5: Kontrolliere deine Aufteilung

Die Beträge für das Spar- und Spaßkonto sollten immer an deinen Lebensstil angepasst sein.

Kontrolliere daher alle paar Monate, ob die Aufteilung noch Sinn ergibt - vor allem bei Gehaltserhöhungen oder anderen Veränderungen wie z.B. Familiengründung ist dies wichtig.

Schritt 6: Investiere deine Ersparnisse

Wenn du in etwa 5.000 € auf deinem Sparkonto angesammelt hast, solltest du es investieren, um es weiter wachsen zu lassen. Hierfür solltest du dich ein wenig mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzen.

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Zuletzt aktualisiert am 11 August 2022