Aktien: der ultimative Guide

Wie Du in Aktien investieren kannst und was Du beachten solltest

Zuletzt aktualisiert am 17 April 2021 von Reza

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Aktien

Aktien gehören zu den spannendsten Wertpapieren.

Für den mittel- bis langfristigen Vermögensaufbau sind sie unverzichtbar.

Was Du über Aktien wissen solltest, erfährst Du in diesem Guide.

Legen wir los.

Aktien einfach erklärt

Aktien einfach erklärt

Aktien sind Wertpapiere, die dem Eigentümer Anteile an einem Unternehmen geben.

Oder ganz einfach gesagt, wenn Dir Aktien von einem Unternehmen gehören, so gehört dieses Unternehmen anteilig Dir.

Bei Aktien (zu Englisch Equity) handelt es sich immer um Eigenkapital. Damit ein Unternehmen Aktien ausgebe kann, muss es rechtlich als Aktiengesellschaft gegründet worden sein.

Beispiel für eine gegründete Aktiengesellschaft.

Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft beträgt in Deutschland mindestens 50.000 €.

Es tun sich zum Beispiel zwei Menschen zusammen und gründen eine Aktiengesellschaft. Wenn beide 25.000 € einbringen, so wird das Grundkapital zu 50 % auf beide Gründer aufgeteilt.

Haben sich die beiden Gründer auf einen Aktienwert von 1 € bei Gründung geeinigt, so gehören beiden Gründern jeweils 25.000 Aktien zu einem Nennwert von 1 €.

Aktien sind nicht immer börsennotiert

Oftmals wird von Börsenneulingen angenommen, dass jede Aktie auch gleichzeitig börsennotiert ist. Das ist nicht der Fall.

Es wird grundsätzlich zwischen Public und Private Equity unterschieden.

Handelt es sich um börsennotierte Aktien, so kannst Du die Aktien entsprechend an der Börse erwerben. Bei Private Equity hingegen musst Du die bestehenden Aktionäre entweder überzeugen, Dir Anteile abzuverkaufen, oder es muss eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden.

Rechte von Aktionären

Aktionäre haben eine Vielzahl von Rechten. Zu den wichtigsten gehören das Verwaltungsrecht und das Vermögensrecht.

Das Verwaltungsrecht üben die Aktionäre unter anderem durch die jährliche Hauptversammlung aus.

Beim Vermögensrecht geht es darum, dass Du als Aktionär Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung hast. Kommt es zu einer Auflösung der Aktiengesellschaft, hast Du ebenfalls Anspruch auf einen Anteil, der sich an Deinem Gesamtanteil orientiert.

Aktienarten

Aktienarten

Was sind Inhaberaktien und Namensaktien? Worin unterscheiden sich Stammaktien und Vorzugsaktien?

Zu Beginn können die unterschiedlichen Begriffe ein wenig verwirrend sein. Glücklicherweise lassen sie sich schnell erklären.

Inhaberaktien und Namensaktien

Es lässt sich bereits ein wenig auf Grund der jeweiligen Bezeichnung erahnen, was Inhaberaktien und was Namensaktien sind.

Bei Namensaktien wird der Eigentümer der jeweiligen Aktien mit seinem Namen, seinem Geburtsdatum und seiner Adresse in das Aktienregister der Firma eingetragen. Die Eigentümer sind dann also nicht anonym.

Bei Inhaberaktien gibt es selbstverständlich auch Eigentümer, die aber nur als Inhaber im Aktienregister aufgeführt werden. Die Aktionäre von Inhaberaktien sind also für das Unternehmen anonym.

Der Vorteil von Inhaberaktien ist, dass nicht das Aktienregister bei jedem Eigentümerwechsel der Aktien angepasst werden muss. Der Nachteil ist die entsprechende Anonymität.

Stammaktien und Vorzugsaktien

Stammaktien sichern Aktionären die gesetzlichen Rechte zu. Hinzukommen noch die vereinbarten Rechte aus der jeweiligen Satzung.

Das bedeutet, dass Aktionäre von Stammaktien auch immer ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung haben.

Vorzugsaktien geben Aktionären gegenüber Stammaktien oft einen Dividendenvorteil. So ist die Dividende meistens ein wenig höher oder sie haben ein Anrecht auf eine Dividende selbst in Zeiten, wo die Gewinne des Unternehmens etwas schlechter ausfallen.

Sie werden also bevorzugt. Diesen Vorteil bezahlen sie dann oft damit, dass sie auf ihr Stimmrecht auf der Hauptversammlung verzichten.

Aktienindex

Aktienindex

Aktienindexe sind für Geldanleger sehr wichtig. Sie werden oft als Stimmungsbarometer genutzt.

Fällt zum Beispiel ein Aktienindex, bedeutet das, dass die Marktstimmung eher schlecht ist, während bei steigenden Kursen die Teilnehmer eher optimistisch sind.

Steigen die Kurse und kaufen die Investoren, so wird das als bullisch bezeichnet. Der umgekehrte Fall wird als bearisch bezeichnet.

Der bekannteste Aktienindex in Deutschland ist der DAX, den wir uns jetzt genauer ansehen werden.

DAX – Deutscher Aktienindex

Der DAX wird von der Deutsche Börse AG berechnet, die auch alle Rechte an dem Aktienindex hält.

Der Deutsche Aktienindex soll dabei die Wertentwicklung der 30 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes abbilden. Das entspricht ca. 80 % der Marktkapitalisierung von börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland.

Neben dem DAX berechnet die Deutsche Börse AG auch weitere Aktienindexe, wie zum Beispiel den MDAX (Mid-Cap Dax) und den SDAX (Small-Cap Dax).

Zu den Indexanpassungen informiert die Deutsche Börse AG unter anderem auf folgender Seite.

Aktienindexfonds als Alternative zu Aktien (Stock Picking)

In den letzten Jahren sind Exchange Traded Funds als Geldanlage sehr beliebt geworden.

Exchange Traded Funds (Indexfonds) versuchen die Wertentwicklung eines Indexes möglichst genau abzubilden. Wir haben für die auch einen eigenen ETF Guide veröffentlicht.

Der Vorteil von Exchange Traded Funds ist, dass Du Dir keine Gedanken machen musst, in welche Aktien Du investieren musst.

Die klassische Einzeltitelselektion (in Englisch oft als Stock Picking bezeichnet) ist also nicht mehr notwendig.

Effiziente und einfache Möglichkeit, um an der Wertentwicklung von Aktien zu partizipieren

Exchange Traded Funds eignen sich also insbesondere für Geldanleger, die keine Zeit darin investieren möchten, einzelne Aktien auszuwählen.

Einer der Nachteile von diesen Fonds ist allerdings, dass sie auch keine Chance auf Überrenditen zulassen.

1 % oder 2 % mehr Rendite auf einen langen Anlagezeitraum von 10 bis 20 Jahren können allerdings einen gewaltigen Unterschied machen.

Das gilt sowohl für eine Einmalanlage, deren Dividenden regelmäßig erneut investiert werden, als auch für Sparpläne.

Wie stark dieser Unterschied ist, kannst Du Dir zum Beispiel hier in unserem Geldanlage Guide ansehen.

Aktienkategorien

Aktienkategorien

Aktien sind nicht gleich Aktien.

Es gibt Aktien von noch recht jungen oder etwas reiferen Firmen.

Genauso gibt es Aktien, die eher riskanter sind, während es Aktien gibt, die sich eher für konservative Anleger eignen.

Es gibt keine eindeutige Kategorisierung von Aktien. Es ist also Dir überlassen, wie du Aktien unterteilen möchtest.

Wir möchten Dir allerdings die typischen Verfahren vorstellen, nach denen Aktien gerne kategorisiert werden.

Aktien nach Regionen unterteilen

Wenn Du diesen Guide Schritt für Schritt liest, so hast Du den Deutschen Aktienindex bereits kennengelernt. Vermutlich kanntest Du ihn aber bereits.

Jedes Land hat typischerweise (mit Ausnahme von sehr kleinen Ländern) seinen eigenen Aktienländerindex, der ähnlich wie der DAX, die größten und liquidesten Aktienunternehmen abbildet.

In den USA ist das zum Beispiel der S&P 500. In Frankreich der CAC 40 und in Großbritannien der FTSE 100.

Wie Du siehst, gibt es auch Unterschiede, wie viele Aktien in dem jeweiligen Aktienländerindex abgebildet werden.

Wie viele Aktien sich genau in einem Index befinden, erkennst Du oft an der abschließenden Zahl der Indexbezeichnung. Also zum Beispiel 500 im S&P 500.

Aktien nach Größe kategorisieren

Eventuell bist Du schon mal über die Begriffe Large Caps, Mid Caps, Small Caps und Micro Caps gestolpert.

Diese Begriffe bezeichnen, welcher Größenordnung eine Aktie nach ihrer Börsenkapitalisierung zugeordnet werden kann.

Marktkapitalisierung ist ganz einfach. Die Marktkapitalisierung einer Aktie wird wie folgt berechnet: aktueller Börsenpreis x Anzahl der ausstehenden Aktien.

Durch die Marktkapitalisierung können Aktien dann sehr gut voneinander nach ihrer Größe unterschieden werden.

  • Large Caps (Blue Chips): Hierzu zählen die größten Aktiengesellschaften eines Landes. In Deutschland typischerweise alle DAX-Unternehmen. Die Marktkapitalisierung liegt oft bei 10 Milliarden € oder größer
  • Mid Caps: Hierzu zählen mittelgroße Aktiengesellschaften mit einer Marktkapitalisierung zwischen 2 und 10 Milliarden €
  • Small Caps: Als Small Cap wird eine Aktie bezeichnet, wenn sie eine Marktkapitalisierung zwischen 300 Millionen € und 2 Milliarden € hat.
  • Micro Caps: Alle anderen Aktiengesellschaften mit weniger als 300 Millionen € Marktkapitalisierung

Large Cap Aktien haben in der Regel ein etabliertes und getestet Geschäftsmodell. Demnach ist auch das Risiko für Investoren geringer.

Mid Caps haben oft auch ein etabliertes Geschäftsmodell, sind aber wesentlich kleiner als Large Caps und haben oft noch mehr Wachstumspotential, somit aber auch mehr Risiko.

Small und Micro Caps sind noch recht junge Unternehmen, deren Geschäftsmodelle sich noch entwickeln. Entsprechend höher ist auch das Risiko.

Wenn Du vor allem nach Aktien suchst, die sehr viel Rendite versprechen, so wirst Du eher bei den kleineren Aktien fündig werden.

Aktienkategorien nach Peter Lynch

Eine simple Kategorisierung von Aktien nach Regionen und Größe erscheint ein wenig zu simpel.

Insbesondere weil sich auch nicht alle Aussagen grundsätzlich pauschalisieren lassen.

So sollte zum Beispiel die erwartete Rendite von Small Caps höher im Vergleich zu Large Caps sein.

Studien haben wiederum gezeigt, dass das nicht immer zwingend der Fall ist (weil zum Beispiel auch die Risiken höher und Ausfälle häufiger sind).

Daher möchten wir Dir die Aktienkategorien nach Peter Lynch vorstellen. Peter Lynch war einer der erfolgreichsten Fondsmanager aller Zeiten und ist ebenfalls Autor von mehreren Best-Sellern.

Das vermutlich bekannteste Buch von Peter Lynch ist: One Up On Wall Street: How To Use What You Already Know To Make Money In The Market

Wie hat Peter Lynch also Aktien unterteilt?

Im Grunde sind es 6 Kategorien, in die sich Aktien unterteilen lassen:

  • Slow Growers: Hierzu zählen große Unternehmen, die entweder genauso schnell oder nur ein wenig schneller wachsen als die Gesamtwirtschaft. Sie bieten einen einzigen Vorteil und zwar bezahlen sie eine regelmäßige hohe Dividende.
  • Stalwarts: Zu dieser Kategorie zählen ebenfalls große Unternehmen, die allerdings noch in der Lage sind, ihre Gewinne jedes Jahr zwischen 10 % und 12 % zu steigern. Sie zahlen ebenfalls regelmäßige (hohe) Dividenden und leiden weit weniger unter Rezessionen (Kursverlusten) als andere Aktien.
  • Fast Growers: Kleine und aggressive Firmen, die stark wachsen. Die jährliche Gewinnwachstumsrate liegt zwischen 20 % - 25 %.
  • Cyclicals: Zu dieser Kategorie gehören Unternehmen, die stark von der Gesamtwirtschaftslage abhängen. Das sind zum Beispiel Unternehmen aus dem Automobil- oder Stahlsektor.
  • Turnarounds: Diese Unternehmen durchlaufen gerade eine schwere Krise und ihre Existenz ist nicht gesichert.
  • Asset Opportunities: Bei diesen Unternehmen kommt es vor, dass die Werte, die sie besitzen, selbst einen hohen Wert haben. Hierzu können Grundstücke mit hohem Wert gehören oder ganz simpel Patente, die von der Öffentlichkeit entweder übersehen wurden ober unterbewertet werden.

Wir denken, dass sich gerade Stalwarts hervorragend für Anfänger eignen, um ihre ersten Aktien zu kaufen.

Leider werden Stalwarts oft mit Cyclicals verwechselt. Cyclicals sind abhängig von der Gesamtwirtschaft und können bei einer drohenden Rezession massiv an Wert verlieren.

Eine Wertaufholung dauert dann oft 3 bis 5 Jahre. Dies endet dann meistens damit, dass nie wieder Aktien gekauft werden, denn das ist Teufelszeug.

Aktiensektoren

Aktiensektoren

Du solltest ebenfalls Aktiensektoren kennenlernen, um später sicherzugehen, dass Deine Aktien nicht zu stark abhängig von einem einzelnen Sektor sind.

Dieser Punkt ist sehr wichtig, so hat zum Beispiel die Dotcom Krise im Jahr 2001 im Technologiesektor zu großen Kursverlusten geführt.

Im Jahr 2008 führte die Finanzkrise zu hohen Kursverlusten bei Aktien aus dem Finanzsektor. Hierzu zählten auch Versicherungen und Banken.

Du solltest Dir merken, dass Du nach Möglichkeit nie mehr als 25 % (eher 20 %) Aktien von einem bestimmten Sektor halten solltest.

Defensive Sektoren

Zu den defensiven Sektoren gehören Aktiengesellschaften aus den folgenden Industrien:

  • Nichtzyklischer Konsum (Consumer Staples)
  • Gesundheit (mit Ausnahmen)
  • Kommunikation
  • Versorger
  • Real Estate (Immobilien, mit Einschränkungen)

Du wirst Dich vielleicht fragen, weshalb diese Sektoren als eher defensiv eingestuft werden?

In einer Rezession sinken die Konsumausgaben. Arbeitnehmer verlieren ihre Jobs, die Gehälter stagnieren oder sinken sogar und alle nicht notwendigen Ausgaben werden aufgeschoben.

Allerdings werden die Menschen weiterhin essen und sich (hoffentlich) waschen. Genauso werden sie sich weiter beim Art behandeln lassen, mit ihren Freunden telefonieren und heizen, wenn es kalt ist.

Und ein Dach über dem Kopf ist auch keine schlechte Idee.

Wir denken, dass Du es bereits verstanden hast, daher hören wir hier auf.

Zu dem Sektor Gesundheit sei an der Stelle noch erwähnt, dass hierzu natürlich nicht Biotechnologie Aktiengesellschaften zählen, die an hoch riskanten Medikamenten ohne Marktzulassung arbeiten.

Genauso gibt es im Real Estate auch Unternehmen, die sehr riskante Projektentwicklungen verfolgen. Diese Unternehmen gehören auch nicht in den defensiven Bereich.

Risikoreichere Sektoren

Zu den risikoreicheren Sektoren gehören insbesondere Aktiengesellschaften, die hohe Investitionsausgaben und einen entsprechend hohen Kapitalbedarf zum Wachsen haben.

Typischerweise brauchen sie ein förderliches Wirtschaftswachstum. Das heißt, die Wirtschaft wächst, damit sie ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln und skalieren können.

Aber auch sehr zyklische Unternehmen, wie Autobauer, gehören zu diesen Sektoren.

Wie Du im vorherigen Abschnitt gelernt hast, werden Konsumenten große Konsumausgaben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vermeiden.

Dann werden keine Autos mehr gekauft oder nur gegen sehr hohe Rabatte.

Zu den eher risikoreicheren Sektoren gehören:

  • Energie
  • Grundstoffe
  • Industrie
  • Automobile
  • Zyklischer Konsum (Waschmaschinen und Klimananlagen)
  • Finanzen
  • Technologie

Neuemission von Aktien (Initial Public Offering)

Neuemissionen von Aktien IPO

Wir haben noch nicht darüber gesprochen, wie Aktien eigentlich an die Börse kommen.

Die typische Motivation von einem Unternehmen an die Börse zu gehen ist neues Eigenkapital einzusammeln.

Dieses Kapital wird dann für weiteres Wachstum oder andere Zwecke verwendet.

Der Begriff IPO, Initial Public Offering, bezeichnet dabei nichts anderes als das erstmalige öffentliche Angebot, Aktien von dem Unternehmen zu erwerben.

Ein IPO ist ebenfalls eine gute Möglichkeit für bestehende Eigentümer auszusteigen. Das muss nicht zwingend negativ sein. Manche Investoren suchen gezielt nach sehr schnell wachsenden und entsprechend riskanten Unternehmen.

Nach einem IPO ist diese Phase oft weitestgehend überstanden und auch die erwartete Rendite sinkt. Investoren, die von Anfang an dabei waren, machen jetzt Kasse.

Ein Initial Public Offering (auch als Börsengang bezeichnet) wird so gut wie immer von einer Investment Bank begleitet.

Je nach Unternehmen und Nachfrage können auch Privatanleger an einem IPO teilnehmen und ein Angebot abgeben.

Privatanleger im Nachteil bei Börsengängen mit hoher Nachfrage

Traurigerweise haben aber Privatanleger oft keine Chance gegen Großanlegern, gerade bei Börsengängen, für die eine sehr hohe Nachfrage besteht.

Das sollte Dich aber auch nicht zu sehr deprimieren, denn wenn Du in das Unternehmen unbedingt investieren möchtest, kannst Du die Aktien auch ganz simpel nach dem eigentlichen Börsengang kaufen.

Rendite und Risiko: Aktien sind mittel- bis langfristige Geldanlagen

Aktien Rendite und Risiko

Leider kommt es bei Aktien immer wieder zu einer Verwechslung.

Gerade viele Anleger verstehen oft nicht den Unterschied zwischen Zocken (Gambling) und Investieren.

Dabei ist eine Abgrenzung sehr einfach.

Solltest Du mit der Erwartung an Aktien herangehen, dass Du binnen kürzester Zeit Millionen verdienen kannst, indem Du einfach immer billig kauft und teuer verkaufst, so können wir Dich jetzt beruhigen.

Vergiss es!

Aktien, selbst Small Caps (also die kleinen Aktien, die durchaus weniger gehandelt werden), gehören zu den effizientesten Märkten überhaupt.

Der technologische Fortschritt hat dazu geführt, dass alle relevanten Informationen teilweise in Nano-Sekunden in den Kurs eingepreist werden.

Bildest Du Dir also ein, irgendwelche kurzfristigen Neuigkeiten gewinnbringend für Dich zu nutzen, versprechen wir Dir jetzt, dass es nicht funktionieren wird.

Sind die Märkte wirklich völlig effizient?

Über diese Frage können wir mit Dir und allen Aktienindexfondsanhängern vermutlich Nächte lang streiten.

So werden strenge Anhänger der sogenannten "Markt Effizienz Hypothese" argumentieren, dass es sich nicht lohnt, einzelne Aktien zu kaufen, weil die Märkte sowieso schon alles wissen.

Daher setzen sie nur auf Exchange Traded Funds.

Die erfolgreichsten Aktienanleger aller Zeiten kaufen (Einzel-)Aktien

Auf der anderen Seite gibt es dann Menschen wie Warren Buffet, Benjamin Graham, Philip Fisher und Peter Lynch, die über Jahre konstant den Markt mit sehr konzentrieren und handverlesenen Aktien geschlagen haben. Diese Investments haben sie letztendlich unglaublich reich gemacht.

Unabhängig davon, wie Du Dich am Ende entscheidest (ob Du lieber auf Aktienindexfonds setzt oder auf direkte Aktiengeldanlagen), gilt für beide Anlagenphilosophien, dass Du sehr schlechte Karten hast, wenn Du versuchst den Markt kurzfristig zu handeln.

Daher musst Du an dieser Stelle verstehen, dass es sich bei Aktien um mittel- bis langfristige Geldanlagen handelt, was wir unter dem Punkt Aktienrisiko abhängig vom Anlagehorizont noch genauer zeigen werden. 

Aktien spiegeln die Zukunft wider

Ein Punkt, der auch gerade Menschen, die ihre ersten Erfahrungen mit Aktien machen, immer wieder irritiert, ist wie Aktien auf Neuigkeiten reagieren.

So kann es zum Beispiel passieren, dass eine Aktiengesellschaft einen positiven Quartalsbericht vorliegt, der zeigt, dass es dem Unternehmen hervorragend geht und die Gewinne wachsen.

Trotzdem rauscht die Aktie nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts in den Keller.

Warum? Spinnen die Anleger und sind irrational geworden?

In so einem Fall kommt es sehr häufig vor, dass das Unternehmen zwar grundsätzlich gute Zahlen vorlegt, die Anleger aber viel bessere Zahlen erwartet haben.

Nehmen wir also an die Anleger hätten ein Gewinnwachstum von wenigstens 10 % erwartet, aber es wurden nur 8 % abgeliefert. Dann bedeutet dies nicht nur, dass die konkreten Zahlen schlechter sind, sondern dass die noch kommenden Zahlen auch eventuell schlechter sind.

Anleger, die besonders auf wachstumsstarke Aktien setzen, wissen, dass die Kurse von diesen Aktien innerhalb kürzester Zeit sehr viel Wert verlieren können.

Ein typisches Problem bei Wachstumsaktien ist es nämlich den richtigen Ausstiegszeitpunkt zu erwischen. Also der Moment, wenn eine Aktie von einer Wachstumsaktie eher zu einer durchschnittlichen bzw. langsam wachsenden Aktie wird.

Diese Anleger reagieren in dieser Situation schwer enttäuscht, da sie eigentlich immer auf noch höhere Wachstumszahlen hoffen als erwartet. In der Folge verkaufen sie also.

Logischerweise kann die gleiche Situation auch andersherum eintreten, wenn ein Unternehmen viel bessere Zahlen meldet als die Summe der Marktteilnehmer erwartet.

Es ist wichtig, dass Du daher verstehst, dass du bei einer Aktie auch immer die Zukunft im Blick hast.

Du musst Dich fragen, ob die Aktie bzw. das jeweilige Unternehmen erfolgreich weiterwachsen wird und welche Veränderungen das Unternehmen daran hindern könnten. Zum Beispiel das Eintreten von neuen Konkurrenten in den Markt. ­

Aktienrendite berechnen

Möchtest Du die Rendite von einer Aktie berechnen, ist das zum Glück sehr einfach.

Die Formel dafür ist: (Preis der Aktie heute (t) / Preis der Aktie in der Vergangenheit (t-1)) - 1.

Also möchtest Du die Aktienrendite für einen Tag berechnen, nimmst du den Vortageskurs und vergleichst diesen mit dem heutigen Kurs.

Beispiel

Aktienkurs gestern 100 €. Heutiger Aktienkurs 110 €. Also teilen wir 110 € durch 100 € und ziehen davon 1 ab. Nicht überraschenderweise kommt 0,10 also 10 % raus. 

Aktienrisiko (Volatilität – Standardabweichung) berechnen

Das Aktienrisiko musst Du mit der Volatilität bzw. der Standardabweichung bestimmen.

Was ist also die Volatilität (bzw. die Standardabweichung)?

Es ist die Wurzel aus der durchschnittlichen quadrierten Abweichung aller Einzelwerte vom Mittelwert. Oder anders formuliert: die Wurzel aus der Varianz.

Na, alles klar?

Genau so wird das Ganze in vielen Finanzmathematikbüchern beschrieben (die meistens von Mathematikern geschrieben werden).

Mach das Browserfenster noch nicht zu, denn es ist ganz einfach.

Die Volatilität ist nur ein Streuungsmaß, dass in % angegeben wird. Hat eine Aktie eine höhere Volatilität, so schwankt sie mehr im Durchschnitt. Ist die Volatilität niedriger, schwankt sie weniger.

Praktisch bedeutet das, dass eine volatilere Aktie riskanter ist, denn sie kann an einem Tag viel stärker fallen als eine Aktie mit einer niedrigen Volatilität.

Vergleichst Du zum Beispiel zwei Aktien, die ähnliche Renditen erwarten lassen, und die eine Aktie ist viel volatiler (hohe Kredite können zum Beispiel der Grund sein) als die andere, dann würdest Du Dich für die Aktie entscheiden, die weniger volatil ist – weniger schwankt.

Im Geldanlage Guide, den du hoffentlich schon gelesen hast, haben wir genau erklärt, wie Du die Volatilität berechnen kannst.

Aktienrisiko abhängig vom Anlagezeitraum

Wir hoffen, dass wir Dir hier schon klar machen konnten, dass Aktien eine mittel- bis langfristige Geldanlage sind.

Dieser Punkt ist unheimlich wichtig, weswegen wir Dir 4 Diagramme zeigen möchten.

Wir wissen, dass nicht jeder Diagramme mag, aber so siehst Du es am besten und wirst es sofort verstehen.

Wir haben uns von yahoo finance einmal die Jahresschlusskurse von dem S&P 500 besorgt. Dabei haben wir uns immer den Kurs am 31.12 jedes Jahr angesehen. Also die Kurse vom 31.12.1975, 31.12.1976, 31.12.1977 und so weiter.

Dann haben wir uns für die Anlagezeiträume 1 Jahr, 5 Jahre, 10 Jahre und 15 Jahre die Renditen angesehen. Waren die Zeiträume länger als 1 Jahr, so haben wir die Renditen annualisiert - also auf ein Jahr hochgerechnet.

Die Renditen haben wir annualisiert, damit sich die Zahlen überhaupt miteinander vergleichen lassen, sonst funktioniert es nicht.

Zeigt also ein Balken für einen Anlagezeitraum z.B. 10% Rendite, so hast Du in einem Jahr 10 % verdient. Haben wir den gleichen Balken in den Anlagezeiträumen 5, 10 und 15 Jahren, so hast Du jedes Jahr eine Rendite von 10 % erzielt.

Bitte beachte auch, dass die Diagramme zu unterschiedlichen Jahren starten. Damit wir eine erste Rendite für einen Anlagezeitraum von einem Jahr berechnen können, brauchen wir mindestens ein Jahr. Genauso brauchen wir für 5 Jahre mindestens 5 Jahre.

Schauen wir uns also die Zahlen mal gemeinsam an.

Jahresrenditen des S&P500 ab 1975

Jahresrendten des S&P 500 ab 1975

Wir sehen hier das typische Muster bei Aktien. Es gibt einige Jahre, die hervorragende Renditen von über 10 % - 15 % erzielt haben.

Ebenso sehen wir auch die zwei großen Krisen, die in diesen Jahren Anlegern den letzten Nerv raubten, nämlich die Dotcom Krise in den Jahren 2000 bis 2002 und die Finanzkrise im Jahr 2008.  

In 10 beobachteten Anlagezeiträumen kam es zu einem Verlust.

5-Jahresrenditen des S&P500 ab 1975

5-Jahresrendten des S&P 500 ab 1975

Bei diesem Anlagezeitraum fällt zunächst auf, dass die Balken insgesamt gleichmäßiger sind, also sie schwanken insgesamt untereinander gar nicht mehr so stark. Auch die Summe der einzelnen Anlagezeiträumen hat sich verringert.

Es kam insgesamt nur noch in 8 beobachteten Anlagezeiträumen zu einem Verlust.

10-Jahresrenditen des S&P500 ab 1975

10-Jahresrendten des S&P 500 ab 1975

Im Grunde setzt sich hier fort, was wir bereits bei den 5-Jahresrenditen diskutiert haben. Die 10-Jahresrenditen schwanken noch weniger untereinander und pendeln sich im Durchschnitt um ca. 5 % ein.

Von den ursprünglichen 10 Verlustzeiträumen bei den 1-Jahresrenditen bleiben noch 3 übrig.

In diesem Fall hätte ein Anleger, so traurig es ist, einfach großes Pech gehabt, denn er hätte die zwei größten Krisen der letzten 30 Jahren voll mit gemacht.

15-Jahresrenditen des S&P500 ab 1975

15-Jahresrendten des S&P 500 ab 1975

Haben wir Dich noch nicht voll überzeugt, dass Aktien eine mittel- bis langfristige Geldanlage sind, so hoffen wir, dass es uns spätestens jetzt gelungen ist.

Bei einer Anlagedauer von 15 Jahren zeigt sich, dass es zu keinen Verlusten mehr über die beobachteten Anlagezeiträume kommt. Oder anders gesagt, Geduld macht sich bezahlt.

Ebenfalls zeigt sich recht schön, dass die Rendite um ca. 5 % - 6 % im langjährigen Durchschnitt pendelt.

Was ist die Erklärung dafür?

Der S&P 500 soll die größten und liquidesten Aktien der USA widerspiegeln. Langfristig sind Aktien von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Also steigt die Wirtschaftsleistung, dann machen die Unternehmen auch mehr gewinne.

Dabei kann es in einzelnen Jahren zu Verwerfungen kommen, in denen auch Unternehmen immer mal wieder Pleite gehen. In Summe, also im Durchschnitt (nichts anderes ist der S&P 500), werden die Unternehmen aber auch weiterwachsen.

Mit dem Gewinnwachstum der Unternehmen steigen dann auch die Aktienkurse.

Daumenregel: Wie viele Geld maximal in Aktien investiert werden sollte

Diese Frage ist eigentlich nicht nur für Aktien relevant, sondern auch für alle anderen riskanteren Anlageklassen. Daher sind wir auch in unserem Geldanlage Guide bereits darauf eingegangen.

Zunächst einmal müssen wir noch mal betonen, dass Du nur Geld in Aktien investieren solltest, auf dass Du eine Weile verzichten kannst.

Das bildet auch die Grundlage für die Daumenregel (eine sehr einfache und pauschale Regel als erste Indikation), die wir Dir jetzt vorstellen.

Sagen wir, Du hast 1 Jahr Zeit, um Geld anzulegen. Dann dürfen von Deinem Gesamtvermögen maximal 10 % in Aktien investiert sein. In 2 Jahren dann 20 %, in 5 Jahren 50 % und ab 10 Jahren sogar 100 %.

Schaust Du Dir die Diagramme im vorherigen Abschnitt an, erscheint das sinnvoll, oder?

Jetzt ist es allerdings so, dass das Niedrigzinsumfeld sehr viel verändert hat. Früher hast Du auf weniger risikoreiche Anlageklassen, wie zum Beispiel Staatsanleihen, noch ordentliche Zinsen erhalten.

Nehmen wir zum Beispiel 5 Jahre als Anlagezeitraum. Sagen wir, Du warst etwas risikofreudig und hast dann sogar 50% in Aktien investiert. Zufälligerweise entsprachen die Aktienrenditen ziemlich genau dem des Gesamtmarkts.

Wie Du in der Grafik siehst, kam es teilweise zu Verlusten von bis zu -4 % (ca.) in diesen Anlagezeiträumen.

In schwierigen Aktienphasen hingegen profitieren die sicheren Anlageklassen wie Staatsanleihen, die dann in diesen Zeiten überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften.

Du hättest also auf 50 % Deines Gesamtvermögens ca. 4 % im Jahr verloren.

Auf die restlichen 50 % Deines Vermögens, die Du in sichere Staatsanleihen mit Laufzeiten von 5 Jahren investiert hättest, wiederum hättest Du Renditen von über 5 % im Jahr erzielen können (die Renditen für 5-jährige Staatsanleihen zur Jahrtausendwende lagen bei ca. 5 %).

In Summe wäre also sogar ein kleiner Gewinn geblieben.

Einschränkend müssen wir an der Stelle leider festhalten, dass die Renditen von Staatsanleihen sehr niedrig sind und sogar teilweise negativ sind. Eventuell macht es daher Sinn, diese Daumenregel noch konservativer anzugehen – ebenso wirst Du Dir andere Anlageklassen suchen müssen, die sicher sind und Dir überhaupt noch eine Rendite versprechen (sichere Immobilien zum Beispiel).

Wichtige Aktienkennzahlen

Wichtige Aktienkennzahlen

Wir möchten Dir an dieser Stelle noch einige Kennzahlen und Begriffe vorstellen, die oft im Zusammenhang mit Aktien erwähnt werden.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Diese Kennzahl kommt oft zum Einsatz, um festzustellen, ob eine Aktie derzeit günstig ist oder nicht.

Macht eine Aktiengesellschaft pro Aktie einen Gewinn von 5 € und der Kurs liegt bei 50 €, so beträgt das KGV also 50 € / 5 € = 10.

Es lässt sich also behaupten, dass sich ein Aktienkauf nach 10 Jahren finanziert hätte, weil das Unternehmen jedes Jahr 5 € mehr Wert ist (vereinfacht).

Leier ist es am Ende nicht so einfach. Denn wie bereits erläutert, wird an der Börse die Zukunft gehandelt. So kann ein niedrigeres KGV auch darauf hindeuten, dass der Aktienkurs gesunken ist, da die Anleger niedrigere Gewinne erwarten (und umgekehrt).

Du solltest also auf keinen Fall nur auf Grund eines niedrigen KGVs eine Aktie kaufen.

Dividende und Dividendenrendite

Aktiengesellschaften schütten durch Dividenden Gewinnanteile an ihre Investoren aus. Die Dividende wird dabei pro Aktie angegeben.

Schüttet eine Aktiengesellschaft also pro Aktie 5 € aus und hat bei 100 € notiert, so beträgt die Dividendenrendite 5% (5 € / 100 € * 100).

Aktien handeln

Aktien handeln

Als Privatanleger kannst Du nicht selbst an der Börse handeln.

Um Aktien kaufen und verkaufen zu können, brauchst Du einen Broker. Typischerweise bieten so gut wie alle Banken in Deutschland diesen Service an.

Deine Aktien musst Du dann auch irgendwo lagern, daher benötigst Du ein Depot.

Wie Du ein für Dich passendes Depot findest, haben wir in unserem Depot Guide beschrieben.

Besteuerung von Aktien

Besteuerung von Aktien

Aktienkursgewinne und Aktiendividenden unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer, die 25 % beträgt. Hinzukommt der Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer.

Es werden also je nach Deiner Situation zwischen 26,38 % (keine Kirchensteuer) und 27,99 % von den Erträgen abgezogen.

Vorausgesetzt Dein Sparerpauschbetrag von 801 € ist bereits aufgebraucht.

Um die Abgeltungssteuer zu bezahlen, musst Du nichts weiter tun, denn die Banken regeln das für Dich, indem sie die zu zahlende Steuer direkt einbehalten.

Daher wird die Abgeltungssteuer auch als Quellensteuer bezeichnet, denn sie wird direkt an der Quelle abgerechnet.

Liegt Dein persönlicher Einkommenssteuersatz unter 25 %, kann es für Dich sinnvoll sein, die Aktienerträge im Rahmen Deiner Einkommenssteuer mit anzugeben. Hierzu solltest Du mit einem Steuerberater sprechen.

Zusammenfassung

Das war es auch schon.

Wir hoffen, dass Dich dieser Guide weitergebracht hat und Du wertvolle Erkenntnisse zum Thema Aktien sammeln konntest.

In jedem Fall würden wir uns freuen von Dir zu hören.

Hat Dir dieser Guide weitergeholfen?

Gibt es bestimmte Themen, die wir noch im Detail erklären sollten?

Hinterlasse uns jetzt gerne einen Kommentar.

Häufig gestellte Fragen

Wie verdiene ich mit Aktien Geld?

Bei Aktien gibt es zwei Möglichkeiten, wie Du Geld verdienen kannst.

Entweder durch Kursgewinne oder durch Dividenden (Gewinnausschüttungen). Dabei schließen sich beide Möglichkeiten nicht gegenseitig aus.

Du kannst also eine Aktie kaufen und über die Jahre Dividenden vereinnahmen und sie dann zu einem höheren Kurs verkaufen.

Der Gewinn setzt sich dann aus den Dividenden und dem Kurserlös zusammen.

Was ist eine Aktie?

Eine Aktie stellt einen anteiligen Anteil an einer Aktiengesellschaft da.

Bei der Gründung einer Aktiengesellschaft wird die Anzahl und der Nennbetrag der Aktien festgelegt. Je nachdem wie viele Aktien dann einem Eigentümer gehören, lässt sich auch sein Gesamtanteil am Unternehmen bestimmen.

Unter dem Punkt Aktien einfach erklärt beschreiben wir Dir noch genauer, was eine Aktie ist und wie sich Aktien unterscheiden.

Wie werde ich mit Aktien reich?

Zunächst einmal in dem Du anfängst in Aktien zu investieren, denn das ist eines der größten Probleme bei deutschen Anlegern.

Zu Beginn wäre es auch wichtig, dass Du Dir einige Grundlagen zum Thema Geldanlage aneignest und Dich dann weiter durch diesen Guide arbeitest.

Aktien sind mittel- bis langfristige Anlagen und können Dich langfristig reich machen – hierfür musst Du aber einer Anlagestrategie folgen und Dich weiter mit dem Thema auseinandersetzen.

Wann sollte ich Aktien verkaufen?

Das hängt von der jeweiligen Aktie ab, nämlich welcher Kategorie sie zugeordnet werden kann.

Wir haben unter dem Punkt Aktienkategorien nach Peter Lynch verschiedene Aktien vorgestellt.

So könnte es zum Beispiel Sinn machen, die sogenannten Stalwarts immer dann zu verkaufen, wenn eine Bewertung relativ zur historischen Bewertung hoch erscheint, um diese Aktien gegen andere Stalwarts auszutauschen.

Wachstumsaktien solltest Du verkaufen, wenn Du feststellst, dass sich das Wachstum signifikant abschwächen wird.

Turnaround-Aktien könntest Du verkaufen, sobald eine erfolgreiche Restrukturierung stattgefunden hat.

Aktien am Anfang sehr sorgfältig auswählen

Tatsächlich ist es aber so, dass auch bei Aktien das meiste Potential im Kauf liegt. Die erfolgreichsten Aktieninvestoren empfehlen zum Beispiel Aktien zu kaufen, die Du hoffentlich nie wiederverkaufen musst.

Wie werden Aktien versteuert?

Kapitalerträge werden in Deutschland mit der Abgeltungssteuer von 25% + Solidaritätszuschlag und gegebenfalls Kirchensteuer besteuert.

Wie das Ganze funktioniert, erklären wir unter dem Punkt Besteuerung von Aktien.

Wann muss ich Aktien versteuern?

Aktien werden von Deiner Bank in dem Moment versteuert, in dem es zu Erträgen kommt.

Also wenn Du Dividenden erhältst oder wenn Du Kursgewinne realisierst.

Warum steigen Aktien?

Die simple und richtige Antwort hier drauf ist, wenn Anleger bereit sind einen höheren Preis für die Aktie zu zahlen. Gleichzeitig muss es dann Anleger geben, die bereit sind die Aktien zu dem Preis zu verkaufen.

Die mittel- bis langfristigen Preise von Aktien orientierten sich immer an dem jeweiligen Unternehmen.

Erfolgreiche Unternehmen weisen ein positives Gewinnwachstum auf und werden also langfristig mehr Wert sein. Das muss sich dann auch im Aktienkurs zeigen.

Wie handelt man mit Aktien?

Um mit Aktien zu handeln, benötigst Du ein Depot. Du kannst nicht selbst an der Börse handeln.

Der Handel an der Börse wird auch als Brokerage bezeichnet, den Dir der jeweilige Anbieter zusammen mit einem Depot als Dienstleistung anbietet (sonst wäre das Depot ziemlich nutzlos).

Im Depot werden dann Deine Aktien aufbewahrt.

Wie lange muss man Aktien halten?

Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Haltedauer für Aktien. Du kannst Aktien so lange halten, wie Du willst.

Grundsätzlich handelt es sich aber bei Aktien um mittel- bis langfristige Geldanlagen. Falls Du noch neu bei dem Thema bist, würden wir Dir empfehlen, diesen Guide Schritt für Schritt durchzulesen.

Wie viele Aktien soll ich kaufen?

Das hängt von Deinem persönlichen Anlagetyp ab. Desto mehr Aktien Du kaufst, desto stärker wirst Du Dein Depot diversifizieren, also die Risiken streuen. Das Risiko der einzelnen Aktie nimmt zum Gesamtrisiko dann ab.

Diese Risikobegrenzung hat allerdings ein Limit, wie Harry Markowitz im Jahr 1952 belegte und dafür auch einen Nobelpreis erhielt.

Wenn Du wenigstens 15 bis 20 Aktien aus unterschiedlichen Regionen und Sektoren erworben hast, solltest Du bereits einen recht hohen Grad der Risikostreuung erreicht haben.

Es sei aber erwähnt, dass es völlig Dir überlassen ist, wie viele Aktien Du kaufen möchtest. Bereitet Dir die Aktienauswahl Freude und Du bist damit erfolgreich, gibt es eigentlich nur Deine persönliche Zeit als logische Begrenzung.

Wie kann ich mit Aktien meinen Lebensunterhalt verdienen?

Du solltest Dir zunächst überlegen, wie viel Geld Du zum Leben benötigst.

Dann darfst Du die Abgeltungssteuer nicht vergessen, die bei Aktienerträgen immer zur Anwendung kommt.

Nehmen wir mal an, Du brauchst 1.500 € im Monat zum Leben. Du bist nicht in der Kirche.

Jeden Monat erhältst Du aus verschiedenen Aktien dann Dividenden, auf Grund der Abgeltungssteuer (+ Soli) werden die Dividenden immer mit 26,38 % besteuert.

Damit Du dann also auf 1.500 € nach Steuern kommst, brauchst Du monatlich 2.037,49 € Dividende. Das wären dann also 24.449,88 € im Jahr.

Nehmen wir mal eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3 % an, so würde das einem Vermögen von 814.996 € entsprechen.

Was sind Fang Aktien?

FANG ist die Abkürzung für Facebook, Amazon, Netflix und Google (heute unter Alphabet bekannt).

Was steigt, wenn Aktien fallen?

Aktien zählen zu den riskanteren Wertpapieren. Wenn die Aktienmärkte insgesamt unter Druck geraten, kommt es zur Risk Off (Risiko aus) Bewegung.

Die Finanzanleger schichten dann von riskanten Wertpapieren in risikolose Wertpapiere um. Also es werden Aktien verkauft und sichere Staatsanleihen gekauft.

Wie viele Aktien gehören in ein Depot?

Das lässt so nicht pauschal beantworten und hängt von Deinem Anlegertyp ab.

Grundsätzlich ist ein Depot bereits ausreichend diversifiziert (Risiken sind genug gestreut), wenn sich wenigstens 15 bis 20 Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren im Depot befinden.

Manche Anleger haben wiederum nur sehr wenige Aktien im Depot, teilweise nur 10 bis 12, weil sie eher auf einen konzentrierten Ansatz setzen, der ihnen höhere Renditen verspricht.

Ebenfalls erfordern mehr Aktien auch mehr Arbeit, denn Du musst Dich zu jeder einzelnen Aktie weiter informieren.

Zeit ist einer der beliebtesten Ausreden, weshalb Anleger lieber in Aktienfonds und Aktienindexfonds investieren. Oder wie so oft leider gar nicht.

Wann sollte ich bei Aktien Gewinne mitnehmen?

Im Grunde dann, wenn Deine ursprüngliche Kaufmotivation nicht mehr vorhanden ist.

Hast Du in ein schnell wachsendes Unternehmen mit hohen Wachstumsraten investiert, das plötzlich nicht mehr stark wächst, so ist es eventuell an der Zeit, Deinen Kaufgrund zu überdenken.

Stellst Du fest, dass Du vor allem in Aktien investieren willst, die stark wachsen, dann solltest Du jetzt verkaufen.

Ein noch simpleres Beispiel wäre eine Aktie, die Du kaufst, damit sie Dir regelmäßig Dividenden ausschüttet. 

Gerät ein vermeintlich sicheres Unternehmen in eine Schieflage und streicht ihre Dividenden für die nächsten 2 bis 3 Jahren, musst Du überlegen, ob Du verkaufst.

Viele Anleger warten zu lange bis sie verkaufen, da sie hoffen, ihre Verluste aufzuholen. Dabei ist es manchmal besser, kleine Verluste zu realisieren und weiterzuziehen.

Was bedeutet Brief und Geld bei Aktien?

Der Brief-Kurs ist zu zahlen, wenn du die Aktie kaufst.

Verkaufst Du hingegen, so bekommst Du den Geld-Kurs.

Der Geld-Kurs ist immer niedriger als der Briefkurs, dadurch soll das Risiko der Händler minimiert werden, dass sie die Aktie wieder los werden.

Desto mehr Aktien gehandelt werden, desto kleiner ist die Spanne und umgekehrt.

Was bedeutet EPS bei Aktien?

EPS steht für Earnings per Share, oder zu Deutsch: Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Was bedeutet KVC bei Aktien?

KVC steht für Kurs-Cash-Flow-Verhältnis und gibt an, wie schnell frei verfügbares Vermögen pro Aktie vorhanden ist (vereinfacht).

Je höher das KVC desto besser.

Große Unterschiede zwischen dem KVC und dem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) lassen auch darauf schließen, dass die Firma ihren bilanziellen Spielraum stark nutzt.

Weil das KVC keine wirklichen bilanziellen Spielereien zulässt, wird es von vielen Analysten bevorzugt.

Welche Aktien zahlen eine monatliche Dividende?

Normalerweise sind es Aktiengesellschaften mit einem sehr erprobten und verlässlichen Geschäftsmodell, die monatliche Dividenden anbieten.

Hierzu gehören zum Beispiel Unternehmen im Immobiliensektor. Diese Unternehmen werden allerdings in den USA als sogenannte REITs strukturiert.

Vergleichbare Aktiengesellschaften gibt es im Europäischen Wirtschaftsraum eher weniger.

Es gibt aber im Europäischen Wirtschaftsraum gute Alternativen, die quartalsweise Dividenden auszuschütten. Zu diesen Unternehmen gehört zum Beispiel die Unilever.

Wie kann man privat Aktien kaufen?

Um privat Aktien kaufen zu können, benötigst Du ein Depot.

Ein Depot bekommst Du bei einer Bank oder einem Broker.

Schau Dir am besten unseren Guide zu Depots an, dann weißt Du alles, was Du brauchst.

Wie lange muss ich Aktien halten, um steuerfrei Erträge zu erzielen?

Vor 2009 war es möglich, Aktien steuerfrei zu verkaufen, wenn Du sie wenigstens 1 Jahr besessen hast.

Wie Du siehst, ist das seit mehr als 10 Jahren schon nicht mehr möglich. Heutzutage unterliegen alle Aktienerträge der Abgeltungssteuer.

Derzeit läuft eine Partition, die 5 Jahre als Haltedauer vorschlägt, damit Aktienerträge nicht besteuert werden. Was daraus wird, ist völlig ungewiss.

Wie viel Vermögen sollte ich in Aktien investieren?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal und auch nicht kurz beantworten.

Je nach dem, wie lange Du Geld anlegen möchtest, kann mit einer simplen Daumenregel (wie hier vorgestellt) ein maximaler Betrag festgelegt werden, der in Aktien investiert werden kann.

Die Daumenregel funktioniert so, dass wenn Du 1 Jahr investierst, Du maximal 10 % in Aktien anlegen kannst, ab 2 Jahren maximal 20 % und so weiter.

Wir bezeichnen diese Regel bewusst als Daumenregel. Wenn Du neu bei dem Thema bist, ließ Dir unbedingt diesen Guide komplett durch, damit Du eine Grundlage für künftige Aktienanlagen schaffen kannst.

Kann ich mit 50 Euro Aktien kaufen?

Als Einmalanlage macht das keinen Sinn. Typischerweise kostet der Aktienkauf in dem Bereich ca. 10 € in Deutschland.

Möchtest Du aber mittel- bis langfristig monatlich 50 € anlegen, kannst Du Aktien, Aktienfonds oder Aktienindexfons besparen.

Wie das genau geht, erklären wir in dem Guide Depot.

Des Weiteren empfehlen wir Dir die Lektüre des Guides zur Geldanlage.

Wie verdiene ich mit Aktien monatlich Geld?

Einige Aktien schütten regelmäßig Dividenden an ihre Aktionäre aus.

In Deutschland gibt es eher weniger Aktiengesellschaften, die monatlich Geld ausschütten. Das Kürzeste sind quartalsweise Ausschüttungen.

Es wäre aber möglich, ein paar Aktien so auszuwählen, dass sie versetzt ihre Dividenden in den jeweiligen Monaten ausschütten, wenn Dir es so wichtig ist, wirklich jeden Monat Dividenden zu bekommen.

Wie kann ich Aktien shorten?

Leerverkäufe (also Aktien verkaufen, die Du nicht besitzt) sind heute bei einigen Brokern möglich, während sie in der Vergangenheit nur Profianlegern zur Verfügung standen.

Bei Leerverkäufen sind die Verluste allerdings unbegrenzt (der Kurs kann rein theoretisch unendlich groß werden).

Außerdem müssen die Leerverkäufe finanziert werden. Du leihst Dir eine Aktie, die Dir nicht gehört und verkaufst sie.

Leerverkäufe sind nur etwas für sehr fortgeschrittene Anleger, die ziemlich genau, wissen was sie tun.

Wie schnell kann man Aktien verkaufen?

Das kommt auf die Aktie und die entsprechende Liquidität der Aktien an.

Wird eine Aktie viel gehandelt und ist damit sehr liquide, kann eine Aktie innerhalb von Sekunden verkauft werden.

In dem Zusammenhang ist es auch wichtig, wie viele Aktien Du verkaufen möchtest.

Wie schnell kann man mit Aktien Geld verdienen?

Bei Aktien handelt es sich um eine mittel- bis langfristige Anlageklasse. Wie wir unter dem Punkt Rendite und Risiko: Aktien sind mittel- bis langfristige Geldanlagen gezeigt haben.

Mit zunehmender Anlagedauer steigt auch die Verlässlichkeit der erwarteten Renditen.

Es ist sicherlich auch möglich, recht schnell Geld mit Aktien zu verdienen, das gleicht dann allerdings eher Zocken als seriösem Investieren.

Viele Anleger haben damit schon sehr viel Geld verloren und haben dann nie wieder in Aktien investiert.

Daher möchten wir Dir raten, Aktien als Investition zu betrachten und weniger auf schnelle Gewinne zu hoffen. Das geht in den meisten Fällen schief.