Aktien für Anfänger: Ein einfacher Ratgeber für Einsteiger

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Wenn du dir ein Vermögen aufbauen möchtest, dann musst du in Aktien investieren. Denn sie gehören zu den Anlagemöglichkeiten, die ihren Anlegern langfristig die höchsten Renditen bieten.

Um von diesen jedoch profitieren zu können, musst in Aktien mit einer Anlagestrategie investieren, mit der du die vorhandenen Risiken bei ihnen berücksichtigst und abmilderst.

Außerdem solltest du trotz ihres hohen Rentenpotenzials eine realistische Erwartung einnehmen, damit dir letztlich der Einstieg gelingt.

Das wirst du in diesem Ratgeber lernen:

Zwei Anfänger schauen sich einen Aktienkurs auf dem Tablet an

Warum lohnen sich Aktien?

Aktien gehören zu den Anlageklassen, die Anlegern die höchsten Renditen bieten. Damit sind sie für den ernsthaften Vermögensaufbau unverzichtbar.

Wenn du als Anleger davon profitieren möchtest, musst du bei Aktien aber bereit sein, höhere Risiken einzugehen. Diese Risiken kannst du bei Aktien nicht vermeiden und sie sind letztlich der Grund, weshalb du bei einem Aktieninvestment überhaupt höhere Renditen erzielen kannst.

Um daher auch von den hohen Renditen bei Aktien profitieren zu können, solltest du in diese Anlageklasse mit der richtigen Strategie und einem langfristigen Anlagehorizont investieren.

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Wichtige Grundlagen über Aktien

Bei Aktien als Anlageklasse musst du zuerst einige Grundlagen verstehen, bevor du dich im Detail mit Aktien beschäftigen kannst.

Im Folgenden gehen wir daher zuerst auf einige grundlegende Begriffe ein, die dir bei Aktien immer wieder begegnen werden, weshalb ein allgemeines Verständnis von diesen wichtig ist.

  • Börse: Die Börse ist ein regulierter Marktplatz, an dem Wertpapiere, Rohstoffe, Devisen und Derivate (Zertifikate) in elektronischer Form gehandelt werden. An den Börsen werden die Kurse von Aktien von dem Angebot und die Nachfrage nach ihnen bestimmt.

  • Aktie: Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einer Beteiligung an einem Unternehmen entspricht. Mit einem Erwerb von einer Aktie werden Anleger zu anteiligen Miteigentümern von diesem.

  • Wertpapier: Bei einem Wertpapier handelt es sich um eine Urkunde, die ein Vermögensrecht in Schriftform festhält, zum Beispiel in Form von einer Beteiligung oder einem Schuldverhältnis. Zu den Wertpapieren gehören Aktien (Beteiligungen an Unternehmen), Anleihen, Zertifikate (Derivate), Fonds und ETFs.

  • Dividende: Die Dividende ist ein Teil des Gewinns, den Aktiengesellschaften an ihre Aktionärinnen und Aktionäre ausschütten. In Deutschland erfolgt die Dividendenausschüttung im Regelfall jährlich, während bei US-amerikanischen Unternehmen eine quartalsweise Ausschüttung üblich ist.

  • Rendite: Die Rendite gibt für eine Anlage deren Ertrag in Prozent und auf Jahresbasis an. Bei Aktien setzt sich die Rendite aus der Kursentwicklung und den ausgeschütteten Dividenden zusammen.

  • Index: Ein Aktienindex bildet die Wertentwicklung von mehreren Aktien ab, die in diesem nach einer festgelegten Logik berücksichtigt werden. Bei den bekannten Wertpapier- und Börsenindizes werden die Aktien gemessen an ihrer Marktkapitalisierung gewichtet.

  • Marktkapitalisierung: Die Marktkapitalisierung entspricht dem Gesamtwert der im Umlauf befindlichen Aktien von einem börsennotierten Unternehmen.

  • Fonds: Ein Fonds sammelt das Vermögen von Anlegerinnen und Anlegern ein und investiert dieses über mehrere Wertpapiere und Anlagen. Bei Fonds versucht ein Fondsmanagement über ein aktives über- und untergewichteten von Titeln gegenüber einem Referenzindex (Benchmark), diesen zu schlagen.

  • ETFs: Exchange Traded Funds sind ebenfalls Fonds, bei denen das Geld der Anleger zusammen investiert wird, jedoch wird bei ihnen auf ein aktives Fondsmanagement verzichtet, da ein ETF nur einem festgelegten Referenzindex folgt. Im Vergleich zu aktiven Investmentfonds sind sie daher in der Regel um ein Vielfaches günstiger.

  • Diversifikation: Diversifikation bedeutet bei Geldanlagen die Aufteilung bzw. Streuung des Vermögens auf verschiedene Vermögenswerte. Dadurch wird das Totalverlustrisiko durch eine Begrenzung der Einzelpositionen begrenzt. Ferner können die Verluste bei manchen Anlagen durch die übrigen ausgeglichen werden, was in der Regel zu einer Reduktion der Wertschwankungen über alle Anlagen führt.

  • Insolvenz: Die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens wird als Insolvenz bezeichnet. In der Umgangssprache wird diese häufig auch als Pleite bezeichnet.

Nachdem wir diese Begriffe geklärt haben, ist es wichtig, dass du weitere Grundlagen über Aktien verstehst.

Wie funktionieren Aktien?

Bild der New Yorker Börse

Aktien sind für Unternehmen eine Möglichkeit, um Eigenkapital aufzunehmen. Wenn sie dieses über die Börse erstmals aufnehmen, wird das als Börsengang (Initial Public Offering) bezeichnet. Bei dem sie in der Regel von Investmentbanken begleitet werden, die für die herauszugebenden Aktien eine Preisspanne festlegen.

Beim Börsengang sind dann die Aktien des Unternehmens innerhalb dieser Preisspanne mit einer Zeichnung erwerbbar. Bei einer höheren Nachfrage werden die Aktie am oberen Ende der Preisspanne ausgegeben und bei einer niedrigeren tendenziell am unteren Ende.

Nach dem Börsengang sind die Aktien dann über die Börse handelbar und häufig auch über den außerbörslichen Direkthandel (OTC-Markt). In der Folge hängt ihre Kursentwicklung vom Angebot und der Nachfrage nach ihnen ab. Es gilt, je stärker die Nachfrage nach einer Aktie ist, desto höher steigt der Kurs und umgekehrt.

Das Interesse an einer Aktie hängt von verschiedene Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die veröffentlichten Quartals- und Jahresberichte eines Aktienunternehmens, Nachrichten aus der Branche und von Wettbewerbern von diesem und über die zukünftige Konjunkturentwicklung.

Einen Gewinn mit einer Aktie kannst du zum Beispiel machen, wenn du diese zu einem Kurs von 100 € erworben hast und diese daraufhin um 10 € auf 110 € steigt. Wenn du die Aktie dann zu diesem Kurs verkaufst, erzielst du einen Gewinn von 10 €, was einer Rendite von 10 % Rendite entspricht.

Des Weiteren kannst du bei einer Aktie auch von ihren Dividenden profitieren. Hätte dir die vorher erwähnte Aktie etwa eine Dividende von 5 € während der Halteperiode ausgezahlt, hättest du in Summe einen Gewinn von 15 € gemacht, womit sich die Rendite auf 15 % erhöhen würde.

Wichtig bei Dividenden ist, dass diese in der Regel nicht garantiert sind, denn ob eine Aktiengesellschaft eine Dividende zahlt, hängt von der Geschäftsentwicklung und der Dividendenpolitik ab.

Welche Arten von Aktien gibt es?

Grafik der 4 Aktienarten: Stammaktien, Vorzugsaktien, Inhaberaktien, Namensaktien

Es gibt unterschiedliche Aktienarten, die erfahrungsgemäß Anfänger häufig verunsichern, in welche Aktien sie letztlich investieren sollen.

Glücklicherweise lassen sich die Unterschiede leicht verstehen, wie du im Folgenden feststellen wirst.

Stammaktien: Aktien, mit denen Aktionärinnen und Aktionäre ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung haben, werden als Stammaktien bezeichnet. Je mehr Stammaktien ein Aktionär besitzt, desto mehr Einfluss kann er auf Entscheidungen während der Hauptversammlung ausüben. Auf Hauptversammlungen wird zum Beispiel über die Gewinnverwendung entschieden oder auch über die Entlassung des Vorstands.

Vorzugsaktien: Bei Vorzugsaktien verzichten Aktionäre auf ihr Stimmrecht und erhalten im Gegenzug dafür eine Dividende, die höher als bei den Stammaktien ist. Für Unternehmen sind Vorzugsaktien eine Möglichkeit Eigenkapital aufzunehmen, ohne dass sie dafür weitere Stimmrechte gewähren müssen.

Namensaktien: Bei Namensaktien werden die Aktionäre in ein Register der Aktiengesellschaft eingetragen, um sie als Eigentümer zu dokumentieren. Entsprechend muss das Aktionärsregister bei einem Verkauf der Aktien angepasst werden. Dabei gilt, dass nur die in das Aktionärsregister eingetragenen Personen ihre Rechte und Pflichten ausüben können, die sich aus ihren gehaltenen Aktien ergeben.

Inhaberaktien: Anders als bei Namensaktien werden bei Inhaberaktien die Aktionäre nicht in einem Aktionärsregister festgehalten. Die Besitzer der Aktien haben einen Anspruch auf die Ausübung der Aktionärsrechte und müssen jedoch auch die damit verbundenen Pflichten wahrnehmen. Im Vergleich zu Namensaktien ist daher die Übertragbarkeit von Inhaberaktien wesentlich einfacher, dafür hat die Aktiengesellschaft keine Transparenz über ihre Aktionäre.

Welche Renditen kann ich mit Aktien erreichen?

Verschiedenfarbige Pfeile zeigen nach oben, rechts oder unten und stehen vor einem Aktienchart an der Börse

Wenn du das Renditepotenzial von Aktien als Anlageklasse einschätzen möchtest, kannst du dich an den historischen Renditen von Aktienindizes bzw. Aktienindexen orientieren.

Diese Indizes fassen verschiedene Aktien für Regionen (Deutschland, Welt, USA etc.) bzw. Segmente (Technologie) zusammen, deren Indexgewichtung von ihrer Marktkapitalisierung abhängt. Anhand eines Indexes kann dann für das jeweilige Segment bzw. den Markt festgestellt werden, wie sich die Aktien in diesem entwickelt haben.

Zu den wichtigsten Wertpapier- und Börsenindizes für deutsche Anleger gehören die folgenden Indizes.

  • DAX Index (Deutschland)

  • MSCI World Index (Industrieländer)

  • S&P 500 Index (USA)

  • MSCI Europe Index (Europa)

  • MSCI Emerging Markets Index (Schwellenländer)

Der DAX ist der deutsche Leitindex, der von vielen deutschen Anlegern beachtet wird. Allerdings haben deutsche Aktien nur einen vergleichsweise kleinen Anteil am weltweiten Aktienvolumen, weshalb deutsche Aktien nur eine geringe Aussagekraft für das allgemeine Renditepotenzial von Aktien haben.

Daher werden stattdessen der MSCI World Index oder der S&P 500 Index verwendet, um basierend auf den historischen Renditen von diesen das Renditepotenzial von Aktien im Allgemeinen einschätzen zu können.

Der MSCI World Index konnte seit seiner Auflage eine Rendite von ca. 8 % p. a. erzielen und über die letzten 10 Jahre von ca. 8,80 % p. a. Im Vergleich dazu konnte der S&P 500 Index seit seiner Auflage eine Rendite von ca. 10 % p. a. erzielen und in den letzten 10 Jahren von ca. 11,90 % p. a.

Bitte beachte, dass historische Rendite von diesen Aktienindizes zwar keine Garantie dafür sind, dass du ähnlich diese Renditen in Zukunft wieder erzielen kannst.

Langfristig müssen Aktien aber höhere Renditen als risikoärmere Anlagen wie etwa Tagesgelder erzielen, da sonst Investoren keinen Anreiz hätten, in diese bei höheren Risiken zu investieren.

Wie hoch ist das Risiko bei Aktien?

Ein Mann läuft auf einem Aktienkurs und unter ihm kreisen Haie, die für das Risiko bei Investitionen in Aktien stehen

Wenn du Geld in Aktien anlegst, kannst du bei einer positiven Börsenentwicklung hohe Renditen erzielen. Im umgekehrten Fall musst du aber bei einer schlechteren Entwicklung damit rechnen, dass deine Aktienanlagen an Wert verlieren werden.

Dabei musst du bei Aktien das Totalverlustrisiko beachten. Dieses tritt immer dann ein, wenn es bei einem Unternehmen, von dem du Aktien hältst, zu einer Insolvenz kommen, muss du davon ausgehen, dass du dein eingesetztes Kapital vollständig verloren gehst.

Neben diesem Risiko gehört zu den wichtigsten Risiken Aktien auch das Kursänderungsrisiko. Bei diesem zeigen die historischen Renditen von Aktien, dass die Kurse von ihnen kurzfristig stark schwanken können, teilweise um mehr als 2 % täglich und während besonders turbulenten Börsenzeiten sogar wesentlich mehr.

Als Anleger bleibt dir daher keine andere Wahl, als dass du diese Kursschwankungen halten musst. Sie gehören beim Investieren in Aktien dazu und lassen sich daher nicht gänzlich vermeiden.

Aber, nicht alle Aktien schwanken gleichermaßen. In welchem Ausmaß hängt von der Aktie ab und über die Volatilität als Risikokennzahl kann gemessen werden, wie stark eine Aktie in der Vergangenheit schwankte.

Aufgrund dieser Risiken fragst du dich eventuell, ob du nicht lieber auf eine Investitionen in Aktien verzichten solltest. Stattdessen wäre es aber klüger, wenn du dich fragst, wie du trotz der Risiken erfolgreich in Aktien investieren kannst.

Und dabei kannst du dich auf bewährte Grundsätze stützen, in denen es beim nächsten Punkt geht.

Was sind die wichtigen Prinzipien bei Aktienanlagen?

Wenn du erfolgreich in Aktien investieren möchtest, musst du dabei drei Grundsätze einhalten, die sich für eine erfolgreiche Anlage bewährt haben.

Im Folgenden erläutern wir diese und würden dir empfehlen, beim Investieren in Aktien einzuhalten.

#1 Diversifiziere deine Investments

Die Kurse von Aktien schwanken und kurzfristig können sie sich innerhalb einer kurzer Zeit erheblich in die eine oder in die andere Richtung entwickeln. Daher hat sich als bewährtes Konzept eine Streuung des Kapitals über mehrere Aktien bewährt, um dieses Kursänderungsrisiko zu begrenzen.

Im Fachjargon wird dieses Konzept als Risikodiversifikation (Risikostreuung) bezeichnet, aufgrund der ein möglicher Totalverlust des Kapitals reduziert bzw. nahezu ausgeschlossen werden kann. Ein weiterer Vorteil von ihr ist, dass sich die Wertschwankungen der Aktien in einem Aktienportfolio gegenseitig ausgleichen können.

Bei der Risikodiversifikation eines Aktienportfolios wird regelmäßig kontrovers diskutiert, wie viele Aktien ein Investor mindestens halten soll. Als vernünftige Richtspanne gelten dabei zwischen 15 - 35 Positionen, über die das Kapital verteilt werden sollte.

#2 Investiere langfristig

Aktien sind eine langfristige Anlageklasse, da sich die Kurse von Aktien kurzfristig stark ändern können, aber ihre Kurse langfristig der fundamentalen Werte der zugrundeliegenden Unternehmen folgt.

Dieser Zusammenhang lässt sich mit den historischen Renditen des DAX oder auch von denen es MSCI World Indexes zeigen, bei den vom Deutschen Aktieninstitut veröffentlichten Renditedreiecken.

So schwanken kurzfristig die Renditen von diesen Indizes stark und bei Anlagezeiträumen von einem oder drei Jahren sind auch negative Rendite häufig festzustellen.

Aber ab längeren Anlageperioden pendeln sich die Renditen immer mehr um ihren langfristigen Durchschnitt ein und bei ihnen nimmt die Anzahl der negativen Renditen und somit die Wahrscheinlichkeit von diesen immer mehr ab.

Es hat sich daher bewährt, eine Aktie immer mindestens 3 Jahre Zeit zu lassen, um sich als Investition zu entwickeln, außer es sprechen gravierende Gründe für eine Glattstellung der Position.

In der Praxis fällt es aber leider den meisten Anlegern schwer sich daranzuhalten, da sie sich von negativen Nachrichten, Gerüchten oder ihren Ängsten beeinflusst werden.

#3 Achte auf die Bewertung

Bei Aktieninvestments reicht es nicht nur in die Aktien von Unternehmen zu investieren, die ein attraktives Chance-Risiko-Profil versprechen, da auch der Preis bzw. die Bewertung einer Aktie muss berücksichtigt werden.

Denn der Aktieneinstieg zu einer günstigen Bewertung bringt zwei wesentliche Vorteile mit sich.

Zum einen wird durch einen besseren Einstiegspreis das Verlustpotenzial begrenzt, insbesondere weil dadurch ein Einstieg bei übertriebenen Preisniveaus vermieden wird.

Und ein niedriger Einstiegspreis bedeutet auch ein höheres Rendite- bzw. Gewinnpotenzial, das eine Investition bei gegebenen Risiken interessanter für Investoren macht.

Häufig fällt es aber vielen Anlegern schwer, auf eine günstige Gelegenheit zu warten, was auch als FOMO bezeichnet wird. FOMO sich aus dem Englischen „Fear of Missing Out“ ab und bedeutet so viel, dass die Anleger aus Angst vor verpassten Renditen übereilt zum aktuellen Kurs investieren.

Diese Angst lässt sich aber unter anderem gut über eine Watchlist (Beobachtungsliste) in den Griff bekommen, bei der Aktien zunächst beobachtet werden, um sie bei einer günstigen Kaufgelegenheit bei einem vorher festgelegten Preisniveau zu erwerben.

Alternativ kann auch ein Cost-Average-Ansatz verfolgt werden, um in eine Aktie zu deren Durchschnittskurs über einen Zeitraum zu investieren.

Welche Anlagestrategien gibt es bei Aktien?

Es gibt verschiedene Anlagestrategien, mit denen du in Aktien mit unterschiedlichen Eigenschaften investieren kannst.

Die gewählte Anlagestrategie hat einen Einfluss auf das Rendite- und Risikoprofil von deiner Geldanlage in Aktien und du solltest diese in Abhängigkeit von deinem Anlageziel und Risikoprofil festlegen.

Im Folgenden schauen wir uns die unterschiedenen Aktienstrategien an.

Dividenden-Strategie: Bei dieser Strategie geht es hauptsächlich darum, in Aktien von Unternehmen zu investieren, die ihren Anlegern kontinuierliche Dividendenzahlungen zahlen. Für die Auswahl von diesen Unternehmen sind daher die Dividendenrendite, das Dividendenwachstum über die letzten 5 Jahre und die Kontinuität der Dividendenzahlungen wichtige Kriterien. Diese Strategie gibt es in zwei Ausprägungen, entweder mit einem Fokus auf hohe Dividendenrenditen oder mit einem auf ein hohes Dividendenwachstum.

Value-Strategie: Mit dieser Strategie wird in Aktien von einem Unternehmen investiert, die unterbewertet sind. Dabei wird ein innerer Wert (fairer Wert) für die Aktie ermittelt und ab einer Differenz von diesem Wert zum aktuellen Kurs von 20 % oder mehr Prozent investiert. Dieser Abstand zwischen dem inneren Wert und dem fairen Wert wird als Sicherheitsmarge (Engl. Marging of Safety) bezeichnet und kann über Multiples wie dem P/E (Price-to-Earnings-Ratio, Deut. KGV), EV/EBITDA und EV/EBIT ermittelt werden oder alternativ über ein Bewertungsverfahren, wie zum Beispiel der DCF-Verfahren.

Growth-Strategie: Diese Strategie investiert nur in Aktien von Unternehmen, bei denen von einer hohen Umsatz- und Gewinnentwicklung ausgegangen werden kann. Aufgrund ihres hohen Wachstumspotenzial schütten sie keine Dividenden aus, da sie ihre Erträge erneut anlegen, um weiter stark wachsen zu können. Mit Aktien von Wachstumsunternehmen lassen sich hohe Renditen erzielen, jedoch gilt das auch für die Risiken, die insbesondere bei noch nicht profitablen Unternehmen, wesentlich höher sind. Eine wichtige Aktienkennzahl zur Bewertung von Growth Aktien ist dementsprechend die P/S (Price-to-Sales-Ratio, Deut. KUV).

Quality-Strategie: Bei dieser Strategie wird in Aktien von Unternehmen investiert, die stabile Gewinnerträge, eine hohe Profitabilität und ein niedriges Verschuldungsniveaus haben. Typischerweise sind das Unternehmen, die aufgrund ihrer Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile (sog. Burggräben bzw. Engl. Moats) dauerhaft hohe Margen erzielen können und die von einem guten Management geleitet werden. Dementsprechend sind bei Qualitätsaktien die Kennzahlen ROIC, ROE, EPS Growth und das EBITDA/Net Debt besonders relevant für die Aktienauswahl.

Momentum-Strategie: Mit dieser Strategie wird in Aktien investiert, deren Renditen sich in letzter Zeit gut entwickelt haben. Bei diesen lässt sich ein Aufwärtstrend beobachten, den Anleger für sich ausnutzen möchten. Für die Auswahl von Momentum-Aktien hat sich der Momentum Score als Kennzahl etabliert, die das Momentum einer Aktie über 12 Monate ohne die Berücksichtigung des letzten Monats berechnet.

Small-Mid-Caps-Strategie: Diese-Strategie investiert, wie sich vom Namen bereits ableiten lässt, nur in Aktien von kleineren (Small Caps) und mittelgroßen (Mid Caps) Unternehmen, gemessen an deren Marktkapitalisierung. Eine Investition in solche Aktienanlagen verspricht Anlegern höhere Renditen, da bei kleineren Unternehmen von einem höheren Wachstumspotenzial ausgegangen werden kann. Eine höhere Rendite kann von Investoren ebenfalls erwartet werden, da kleinere Unternehmen weniger resistent auf Krisen reagieren im Vergleich zu Large Caps bzw. Blue Chips, womit sie als riskanter gelten als Large Cap Aktien.

Wie finde ich lohnenswerte Aktien?

Ein Mann sucht nach lohnenswerten Aktien am Tablet

Nach dem sich Anfänger bzw. Einsteiger für eine Aktienstrategie entschieden haben, folgt daraufhin in der Regel die Frage, wie sie Aktien finden können, für die sich eine Investition lohnt.

In diesem Kontext gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, um auf interessante Anlageideen aufmerksam zu werden. Bei denen sich insbesondere Aktienscreener bewährt haben.

Bei diesen hast du die Möglichkeit, Aktien nach von dir festgelegten Kriterien zu filtern. Im deutschsprachigen Raum lassen sich als bekannte Screener der Aktienfinder und aktien.guide nennen.

Wenn du etwa eine Dividenden-Strategie umsetzt, könntest du bei diesen Screenern Aktien nach den von dir festgelegten Dividendenkennzahlen filtern. Und im Anschluss kannst du die Aktien dann weiter fundamental analysieren, wozu auch eine qualitative Analyse des Geschäftsmodells gehört.

Alternativ bzw. ergänzend dazu kannst du auch in sozialen Netzwerken, Börsenstammtischen, Wertpapierforen oder in Aktienmagazinen auf Aktien aufmerksam werden, die für eine Investition infrage kommen.

Bei diesen Möglichkeiten der Ideengenerierung ist es aber wichtig, dass du Tipps und Empfehlungen von anderen Menschen kritisch hinterfragst und dir letztlich deine eigenen Überlegungen triffst, bevor du eine Anlageentscheidung triffst.

Wie kann ich Aktien kaufen?

Jemand sucht nach Aktien auf dem Tablet, um sie zu kaufen

Da du nicht selbst direkt an der Börse handeln kannst, musst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker eröffnen, über das du Aktie handelst und in dem du diese aufbewahrst.

So ein Depot kannst du online oder in einer Filiale eröffnen. Bei einem online geführten Depot kümmerst du dich selbst um deine Aktienanlagen, während du bei einer Filialbank auch eine Beratung in Anspruch nehmen kannst.

Das ist auch der Grund, weshalb Onlinedepots zu wesentlich besseren Konditionen angeboten werden, auf die wir beim nächsten Punkt noch eingehen werden.

Typischerweise sollte die Eröffnung eines Depots heutzutage nur noch wenig Zeit in Anspruch nehmen und besonders schnell geht es, wenn du dein Depot bei einer Onlinebank eröffnest, bei der du auch dein Girokonto hast.

Nach der Eröffnung kannst du dann bereits Wertpapiere handeln. Dafür gibst du Wertpapieraufträge (Orders) auf, die dann dein Depotanbieter versucht im Anschluss auszuführen.

Es gibt unterschiedliche Orderarten, die wichtigsten sind Market-Orders und Limit-Orders. Während du bei einer Market-Order zum bestmöglichen Preis kaufst, legst du bei einer Limit-Order einen Preis fest, zu dem bzw. ab dem du bereit bist die Aktien zu kaufen.

Welche Kosten entstehen beim Aktienhandel?

Beim Aktienhandel gibt es mehrere Gebühren, die du beachten solltest.

Da die Kosten ein wichtiger Erfolgsfaktor beim Investieren in Aktien sind, solltest du die Gebühren, auf die wir im Folgenden eingehen, so weit wie möglich reduzieren.

Depotgebühren: Manche Anbieter verlangen Depotgebühren für die Bereitstellung bzw. Führung des Depots. Typischerweise werden sie bei Filialbanken noch häufig verlangt, während Onlinebanken auf sie verzichten.

Ordergebühren: Beim Kauf und Verkauf von Aktien müssen Ordergebühren bezahlt werden. Diese werden zu unterschiedlichen Konditionen und Bedingungen von den Depotanbietern erhoben.

Börsenplatzentgelt: Das Börsenplatzentgelt wird für die Bereitstellung und den Betrieb des jeweiligen Handelsplatzes verlangt.

Maklercourtage: Handelsplätze verlangen eine Maklercourtage, wenn sich Maklerinnen und Makler an der Abwicklung des Aktienhandels beteiligt sind.

Wenn du die Kosten für dein Depot möglichst gering halten möchtest, würden wir dir unseren Depotvergleich empfehlen, mit dem du einfach ein Wertpapierdepot mit günstigen Konditionen findest.

In diesem Zusammenhang ist übrigens auch wichtig, dass du auf nicht eingesetztes Kapital Zinsen bekommst.

Dieses Geld solltest du daher auf einem Tagesgeldkonto „parken“ bei deiner Hausbank oder einer anderen Bank, die dir eine attraktive Verzinsung bietet, dafür nutzt du am besten unseren Tagesgeldvergleich.

Welche Alternativen gibt es zu Einzelaktien?

Die Lernkurve kann bei Aktien für Anfängerinnen und Anfänger gerade am Anfang etwas steil sein, insbesondere da es nicht „die Aktie“ für Anfänger gibt.

Wenn du daher das Gefühl hast, dass dir noch die Kenntnisse und Erfahrungen fehlen, um selbst in Aktien zu investieren, sind Exchange Traded Funds (ETFs) auf Aktienindizes und Aktienfonds eine bewährte Alternative.

Bei diesen Anlageformen musst du dich nicht um die Auswahl und Verwaltung eines Aktienportfolios kümmern, da dein Geld zusammen mit dem der anderen Anleger angelegt wird. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied, den du zwischen Aktien-ETFs und Aktienfonds kennen musst.

Ein ETF folgt nur einem Aktienindex, da bei diesem auf eine aktive Anlagestrategie verzichtet wird. Während ein aktiv verwalteter Fonds von einem Fondsmanagement verwaltet wird, das versucht einen Aktienindex bzw. Referenzindex, auch genannt Benchmark, zu schlagen.

In der Vergangenheit haben insbesondere ETFs an Popularität gewinnen können, da viele aktiv verwaltete Fonds ihre Anleger enttäuschten. Denn aufgrund von hohen Gebühren erbrachten diese in den meisten Fällen keinen Mehrwert für Anleger, was insbesondere bei den bekannten Large Caps und Blue Chips der Fall war.

Wenn du daher statt in Einzelaktien über Fonds oder ETFs in Aktien investieren möchtest, würden wir dir bei den bekannten Aktienindizes hauptsächlich ETFs empfehlen.

Bei Small- und Mid-Caps können sich aktive Fonds lohnen, wenn du den Aufwand nicht scheust, die besten auszuwählen, was aber auch Erfahrungen und tiefere Kenntnisse erfordert.

Wie du in 6 Schritten als Anfänger in Aktien investierst

Sechs Stufen die die Schritt-für-Schritt Anleitung darstellen

Abschließend möchten wir dir mit einer simplen und kurz gehaltenen Anleitung zeigen, wie dir der Aktieneinstieg gelingt.

#1 Anlagekapital, Risikoprofil und Erwartungen klären

Zuerst solltest du festlegen, wie viel Geld du in Aktieninvestments investieren möchtest. Außerdem musst du dein Risikoprofil für dich festlegen und deine Erwartungen klären.

Wenn du zum Beispiel ein absoluter Anfänger bei Aktien bist, kann es sinnvoll sein, zunächst in Aktien zu investieren, die als weniger riskant gelten.

Dadurch kannst du dich an die Kursschwankungen gewöhnen und Erfahrungen sammeln. Deine Erwartungen musst du dann aber entsprechend anpassen, da du mit solchen Aktien niedrigere Renditen erzielen wirst.

#2 Depot eröffnen

Im zweiten Schritt eröffnest du ein Depot mit günstigen Konditionen.

Bei einer Depoteröffnung musst du nur einer Antragsstrecke bzw. ein Formular ausfüllen, in der Regel sind die Eingaben selbsterklärend.

Wie vorher erwähnt, kannst du dafür unseren Depotvergleich nutzen, um schnell ein günstiges Depot zu finden.

#3 Anlagestrategie festlegen

Der dritte Schritt ist es, deine Anlagestrategie festzulegen.

Dabei solltest du dich an deinem im ersten Schritt festgelegten Risikoprofil und deinen Erwartungen orientieren. Bei einem konservativen Anlegerprofil könntest du zum Beispiel in eine Mischung aus einer Dividenden- und Value-Strategie investieren.

Im Resultat würdest du dann in Dividendeaktien und einem günstigen Bewertungsniveau investieren.

#4 Nach Aktien suchen

Bei diesem Schritt geht es darum, nach Aktien zu suchen und eine Watchlist zusammenzustellen.

Dafür könntest du einen Aktienscreener verwenden, um Aktien auszuwählen, die den Kriterien von einer Anlagestrategie entsprechen.

An das vorherige Beispiel von einer Dividenden- und Value-Strategie anknüpfend, wären das Dividendenaktien, die gemessen an Bewertungskennzahlen günstig bewertet sind.

#5 Aktien handeln

Beim fünften Schritt geht es darum, die Aktien zu einem vernünftigen Preis zu kaufen, die du vorher ausgewählt hast.

Sollte das unmittelbar der Fall bei einer Aktie sein, kannst du sie konsequenterweise direkt erwerben. Meistens ist das jedoch nicht der Fall, weshalb du sie zunächst auf deine Watchlist setzt, um sie zu einem günstigen Kurs zu kaufen.

Dabei kannst du die Kurse laufend selbst überwachen, was aber nicht sonderlich praktikabel ist, weshalb du stattdessen eine Limit-Order mit einem Zielkurs für einen festgelegten Zeitraum aufgeben solltest, zu dem du bereit bist die Aktie zu kaufen.

Das ist nicht nur wesentlich leichter umsetzbar, sondern damit stellst du auch sicher, dass du die Aktie zu deinem Zielkurs erwirbst.

#6 Portfolio verwalteten und anpassen

Im letzten Schritt geht es darum, dass du dein Portfolio verwaltest und eventuell anpasst.

Eine Anpassung kann eventuell notwendig sein, wenn eine Aktie ein so hohe Bewertungsniveaus erreicht hat, dass eine anteilige Gewinnmitnahme sinnvoll ist. Ebenso könnte aber auch günstiger Kurs dafür sprechen, eine Position aufzustocken.

Außerdem könnte eine Anpassung bzw. Reduktion einer Aktienposition sinnvoll sein, wenn diese einen so großen Anteil des Portfolios eingenommen hat, dass sie die Wertentwicklung von diesem maßgeblich beeinflusst.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, dass du dich immer von Aktien trennen solltest, bei denen du nicht mehr von einer positiven Entwicklung überzeugt bist.

So eine Entscheidung solltest du jedoch nicht unüberlegt treffen, sondern, nur wenn triftige Gründe dafür sprechen bzw. wenn von deinen ursprünglichen Gründen für den Kauf keine mehr übrig sind.

Fazit

In diesem Ratgeber ging es um Aktien für Anfänger und dabei sind wir auf wichtige Grundlagen, Grundsätze, Anlagestrategien, die Auswahl von lohnenswerten Aktien und weitere wichtige Punkte eingegangen.

Wir hoffen, dass dir dieser Ratgeber weitergeholfen hat und dir den Einstieg in Aktien erleichtern wird.