Fonds (Investmentfonds): der ultimative Guide

Wie Du Dein Geld in Fonds investieren kanntest

Zuletzt aktualisiert am 17 April 2021 von Reza

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Enqome der ultimative Fonds Guide

Du interessierst Dich für Fonds?

Fonds eignen sich für Dich, wenn Du Dein Geld Finanzexperten überlassen möchtest, die es dann für Dich verwalten.

Was Du dabei beachten musst, erklären wir Dir in diesem Guide.

Verlieren wir also keine Zeit und legen direkt los.

Fonds Definition: einfach erklärt

Fonds Definition

Was ist ein Fonds?

Einen Fonds (Investmentfonds) kannst Du Dir wie einen großen Geldtopf vorstellen, in denen viele Anleger Geld einzahlen.

Das Geld wird dann zusammen in Aktien, Immobilien oder andere Wertpapiere investiert.

Jeder Fonds wird daher von einer Fondsgesellschaft aufgelegt. Der Fonds wird dann von einem oder mehreren Fondsmanagern verwaltet.

Das Ziel von jedem Fonds ist es, das eingezahlte Geld zu vermehren.

Das ist es bereits.

In diesem Zusammenhang fallen dann immer wieder einige Begriffe, die Dich eventuell verwirren können:

  • Klassischer Investmentfonds
  • Absolute Return Fonds
  • Exchange Traded Funds und
  • Thesaurierende und ausschüttende Fonds

Dabei treten diese Begriffe manchmal auch zusammen auf. Zum Beispiel: ein thesaurierender klassischer Investmentfonds. Schauen wir uns diese Begriffe daher am besten im Einzelnen an.

Klassischer Investmentfonds

Die meisten Fonds gehören zu diesem Typ.

Dabei werden die Rendite- und Risikokennziffern des Fonds mit einem Index (Benchmark) verglichen.

Typischerweise werden dafür 1, 3, 5 und 10 Jahre als Vergleichsperioden verwendet.

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht.

Beispiel für einen klassischen Fonds

Nehmen wir zum Beispiel an, Du möchtest einen Fonds erwerben, der in die bekanntesten und größten deutschen Unternehmen investiert.

Der Einfachheit halber nennen wir diesen Fonds „Deutschland Fonds“.

Die erzielten Renditen würden dann mit dem DAX verglichen.

Der DAX bildet die größten deutschen Unternehmen nach Marktkapitalisierung ab.

Der Fonds müsste dann mindestens die gleiche Rendite wie der DAX abliefern, damit er auch einen Mehrwert für seine Anleger bietet.

Klassische Fonds wurden in den letzten Jahren immer wieder stark kritisiert, insbesondere da sie nach Kosten oft nicht den Index schlagen. Mehr dazu findest Du hier.

Absolute Return Fonds

Frei übersetzt handelt es sich hierbei um einen „Absolute Rendite Fonds“.

Anders als klassische Fonds wird dieser Fonds nicht mit einem Index verglichen. Vielmehr wird ein festes Renditeziel versprochen.

Zum Beispiel wird als Renditeziel 3 % oder 5 % über den Geldmarktzinsen (Tagesgeldzinsen) versprochen.

Es ist manchmal nicht einfach, einen wirklichen Absolute Return Fonds zu finden.

Manchmal werden Fonds zwar als Absolute Return Fonds bezeichnet, tatsächlich handelt es sich aber um Fonds, die anhand einer doch sehr statischen Strategie 1-2 Indizes schlagen möchten.

Ein richtiger Absolute Return Fonds zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er dynamisch verwaltet wird.

Was bedeutet dynamisch verwaltet?

Du kannst erkennen, dass das Fondsmanagement ständig Positionen austauscht, erhöht oder senkt. Das Anlagevermögen wird nicht statisch verwaltet, sondern eben dynamisch.

Exchange Traded Funds (ETF)

Vor einigen Jahren wurde dieser Fondstyp gehyped und wird es teilweise immer noch.

Es handelt sich hierbei um börsennotierte Fonds, die ähnlich wie ein klassischer Fonds, Gelder von vielen Anlegern verwalten.

Anders als bei klassischen Fonds wiederum findet kein aktives Management statt. Der Fonds folgt einfach einem Index (Benchmark).

Um das Beispiel von eben fortzusetzen. Anstatt einen „Deutschland Fonds“ zu kaufen, erwirbst Du einen „Deutschland ETF“.

Dieser Deutschland ETF wird dann nur versuchen, den DAX so genau wie möglich abzubilden (vor und nach Kosten).

Wenn Du mehr über ETFs erfahren möchtest, schaue Dir einfach unseren detaillierten ETFs Guide an.

Thesaurierende Fonds

Thesaurierend bedeutet nichts anderes, als dass die gemachten Gewinne nicht ausgeschüttet werden.

Eventuell nimmst Du jetzt an, dass dadurch keine Abgeltungssteuer bezahlt werden muss, was leider nicht stimmt.

Auch thesaurierende Fonds werden jährlich besteuert. Besonders komplex wird es dann bei Fonds, die im Ausland verwaltet werden.

Ausschüttende Fonds (Dividenden)

Der Name lässt bereits erahnen, worum es bei diesen Fonds geht.

Gewinne werden regelmäßig, oft jährlich, an die Anleger ausgeschüttet.

Wie bei Aktien (und eigentlich bei allen Wertpapieren), werden die Gewinne sofort mit der Abgeltungssteuer voll besteuert, sobald sie ausgeschüttet werden.

Fondsgesellschaften

Fondsgesellschaften

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Fondsgesellschaften. Besonders bekannt sind hierbei vor allem die Fondsgesellschaften der großen Versicherer und Banken.

Grundsätzlich lassen sich Fondsgesellschaften in zwei Kategorien einteilen:

  • Große Fondsgesellschaften mit mehreren Milliarden Euro und
  • Kleine Boutiquen, die wenig Geld verwalten.

Die Fondsgesellschaft der Volksbanken ist die Union Investment. Bei den Sparkassen werden vor allem Fonds der Deka vertrieben.

Daneben gibt es noch weitere Fondsgesellschaften.

Wir wollen Dir daher kurz die bekanntesten Gesellschaften vorstellen.

DWS

Die DWS Gruppe verwaltet per 31.03.2020 700 Milliarden Euro an Kundengeldern.

Früher gehörte die DWS zum Deutsche Bank Konzern und agiert jetzt eigenständig.

Auf Grund der Größe bietet die DWS zahlreiche klassische Fonds, Absolute Return Fonds und auch ETFs (XTrackers) an.

Allianz Global Investors

Die Allianz Global Investors (AGI) ist Teil der Allianz-Gruppe und verwaltet per 30.06.2020 538 Milliarden Euro.

Die AllianzGI bietet ihren Anlegern vor allem klassische Fonds an, die aktiv verwaltet werden.

Union Investment

Die Union Investment ist die Fondsgesellschaft der Volksbanken. Per 31.03.2020 verwaltet sie 339,4 Milliarden Euro.

Die Fonds werden so gut wie ausschließlich in den Volksbanken vertrieben. Das Angebot besteht vor allem aus klassischen Fonds, die aktiv verwaltet werden.

Deka

Fonds der Deka-Gruppe werden vor allem in den Sparkassen vertrieben. Per 31.12.2019 verwaltet die Gruppe 313 Milliarden.

Die Fonds werden vor allem in den Sparkassen vertrieben.

Das Angebot besteht vor allem aus klassischen Fonds. Anders als zum Beispiel die Union Investment bietet die Deka auch ETFs an.

Flossbach von Storch Fonds

Flossbach von Storch gehört zu den größten bankenunabhängigen Vermögensverwaltern in Deutschland. Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand August 2020, Webseite gibt exaktes Datum nicht an) werden 56 Milliarden Euro verwaltet.

Flossbach von Storch ist insbesondere durch seine Mischfonds (Multi-Asset) Fonds bekannt geworden. Hier ist unbedingt der Flossbach von Storch Multiple Opportunities zu nennen.

Dirk Müller Fonds

Herr Dirk Müller ist vielen Menschen in Deutschland aus dem Fernsehen bekannt. Insbesondere an schwierigen Handelstagen zeigten die Medien oft sein Gesicht. Er wird auch gerne „Mr. DAX“ genannt.

Diese Popularität half Dirk Müller unter anderem den Dirk Müller Premium Aktien Fonds mit der M.M. Warburg & Co Bank aufzulegen (genau genommen die Verwaltungsgesellschaft Warburg Invest).

Der Fonds verwaltet per 31.07.2020 ca. 600 Millionen Euro. Anlageschwerpunkt sind globale Aktien.

In diesem Fall handelt es sich also nicht um eine wirkliche Fondsgesellschaft, sondern um exakt einen Fonds der bei der Warburg Invest angeboten wird.

Max Otte Fonds

Professor Dr. Max Otte ist ebenfalls vielen Menschen in Deutschland aus den Medien bekannt.

Es werden zwei Fonds angeboten, die jeweils bei zwei unterschiedlichen Fondsgesellschaften verwaltet werden.

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds und der PI Global Value Fund.

Vorteile von Investmentfonds

Vorteile von Fonds

Fondsgesellschaften zählen oft mehrere Vorteile von Fonds auf.

Für uns gibt es im Wesentlichen zwei Vorteile, die wir Dir gerne nennen möchten.

Diese Vorteile machen allerdings nur für Dich Sinn, wenn Du Dein Geld nicht alleine verwalten möchtest oder wenn Du Dein Geld für manche Anlagethemen einer Fondsgesellschaft überlassen möchtest.

Handelsgebühren

Das Ordern (Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren) kostet pro Order immer Gebühren.

Gerade bei kleinen Beträgen, insbesondere wenn diese regelmäßig gehandelt werden, können die Handelskosten das Anlageergebnis erheblich verschlechtern.

Machen wir mal ein Beispiel. Möchtest Du monatlich 100 Euro in Aktien investieren, so wirst Du bei so gut wie allen Banken und Brokern vermutlich 10 Euro an Transaktionsgebühren bezahlen müssen.

Ein Hinweis an der Stelle, manche Onlinebanken und Broker bieten mittlerweile auch günstige Sparpläne auf Aktien an.

Würdest Du also monatlich für 100 Euro Aktien kaufen, würdest Du nach 10 Käufen faktisch eine Aktie verschenkt haben.

Das macht nicht sonderlich viel Sinn oder?

In diesem Fall könnte es daher zum Beispiel Sinn machen, in einen Fonds zu investieren.

Fonds, die ohne Ausgabeaufschlag angeboten werden, erheben für den Kauf keine gesonderten Gebühren. Das Gleiche gilt für den Verkauf.

Diversifikation

Ein weiterer enormer Vorteil von Fonds ist, dass die Gelder immer über mehrere Wertpapiere gestreut werden müssen. Dazu sind die Fonds und Fondsgesellschaften gesetzlich verpflichtet.

Hier von gibt es Ausnahmen, aber so gut wie fast alle Fonds, die in Deutschland an Privatanlegern vertrieben werden, müssen diesen Vorgaben folgen.

Möchtest Du also in Aktien investieren, kannst Du bereits mit einem Fonds eine recht breite und hohe Diversifikation erzielen.

Viele Fonds investieren zum Beispiel in 100-200 Wertpapiere (oder mehr).

Fondspreise

Fondspreise

Oft werden die Fondspreise auch als Fondskurse bezeichnet.

Das ist leider nicht richtig.

Denn anders als Aktien und andere Wertpapiere richtet sich der Preis eines Fonds nicht nach dem Angebot und der Nachfrage, sondern nach den Wertpapieren, die im Fonds enthalten sind.

Deutsche (und europäische) Fondsgesellschaften errechnen den Preis ihrer Fonds in den meisten Fällen um ca. 16 Uhr.

Dabei wird der faire Wert jedes einzelnen Wertpapiers festgestellt. Alle Werte werden dann zum Fondspreis zusammengerechnet.

Das kannst Du Dir im Grunde so vorstellen, als ob der Fonds alle seine Wertpapiere zu dem genannten Zeitpunkt kaufen oder verkaufen würde (sehr vereinfacht).

Daraufhin stellt die Fondsgesellschaft für ihre Fonds immer Rücknahme und Ausgabekurse.

Du wirst feststellen, dass der Rücknahmekurs oft unter dem Ausgabekurs liegt. 

Das liegt an dem sogenannten Geld-Brief-Spread, der für alle gehandelten Wertpapiere verlangt wird. Kaufst Du zum Beispiel eine Aktie, bezahlst Du den Briefkurs – andersherum verkaufst Du zum Geldkurs.

Dieser Spread (Spanne) wird unter anderem von den Händlern als Risikoaufschlag bzw. Risikoabschlag verlangt.

Wenn Dich das verwirrt, merk Dir einfach, dass Du immer einen kleinen Differenzbetrag für Käufe und Verkäufe zahlen musst – ok?

Geschlossene und offene Investmentfonds

Geschlossene und offene Fonds

Eventuell stellst Du Dir die Frage, ob und wann Du einmal gekaufte Fondsanteile zurückgeben kannst?

Oder wann Du überhaupt kaufen kannst.

Dazu musst Du nur verstehen, was geschlossene und offene Fonds sind.

Lass Dich nicht verwirren, die meisten Fonds, die Du heutzutage siehst, sind offene Fonds. Das sind also Fonds, die Du meistens täglich kaufen und verkaufen kannst.

Geschlossene Fonds

Dieser Fonds (closed-end fund) ermöglicht es Dir, den Fonds zu Beginn der Fondslaufzeit zu zeichnen (kaufen).

Wie lange der Fonds Zeichnungen annimmt, hängt auch davon ab, wie viel Nachfrage es für den Fonds gibt. In jedem Fall ist die Zeichnungsfrist immer begrenzt, meistens 1 bis 2 Jahre.

Ist der Fonds einmal geschlossen, kann nicht mehr gezeichnet werden. Ebenso kannst Du Dein Geld nicht wieder aus dem Fonds herausbekommen. Du musst die Laufzeit abwarten.

Es ist möglich früher an Dein Geld zu kommen (über den sogenannten Zweitmarkt). Das ist allerdings oft sehr teuer und Du musst Abschläge in Kauf nehmen.

Offene Fonds

Anders als bei geschlossenen Fonds kannst Du offene Fonds jederzeit kaufen und verkaufen.

Täglicher Fondspreis

Die Fondsgesellschaft wird täglich zu einer festgelegten Zeit, meistens um 16 Uhr, einen Fondspreis veröffentlichen. Dieser Zeitpunkt wird auch als Cut-off-Zeit bezeichnet.

Ob für Deine Order der Preis des aktuellen Tages oder Folgetages gilt, hängt von dem Zeitpunkt Deiner Order ab.

Orders vor 16 Uhr werden zum aktuellen Tageskurs abgerechnet und Orders, die danach abgegeben werden, zum Kurs des Folgetages.

Wie immer gibt es Ausnahmen, wenn zum Beispiel Forwards (Wertpapiertermingeschäfte) im Fonds gehandelt werden.

Bevor Du einen Fonds kaufst, schau am besten kurz bei der Fondsgesellschaft nach, wie die Zeiten sind.

Die Union Investment informiert zum Beispiel vorbildlich auf ihrer Webseite, wie sie mit Orders umgeht.

Fonds kaufen und verkaufen

Fonds kaufen und verkaufen

Typischerweise kaufst Du Fonds direkt von der Fondsgesellschaft oder an der Börse.

Kauf durch Berater oder Onlineplattform

Allerdings kaufst Du den Fonds nicht direkt bei der Fondsgesellschaft. In der Regel wirst Du Deine Order über Deinen Bankberater oder über eine Onlineplattform (Onlinebank) aufgeben.

Beachte bitte dabei, dass Du offene Fonds nur an der Börse kaufen kannst, während Du geschlossene Fonds nur am Sekundärmarkt kaufen kannst.

Das Kaufen von Fonds wird auch gerne als zeichnen bezeichnet.

Investmentfonds von der Fondsgesellschaft kaufen

Wenn Du einen Fonds bei Deinem Bankberater oder über eine Onlineplattform (Onlinebank) orderst, dann kaufst Du den Fonds direkt von der Fondsgesellschaft.

Dein Berater oder die Onlineplattform geben die Order an die Fondsgesellschaft weiter.

Typischerweise musst Du dann einen Ausgabeaufschlag bezahlen.

Es gibt aber mittlerweile auch Onlineplattformen, die Dir den Kauf ohne Ausgabeaufschlag ermöglichen.

Offene Investmentfonds an der Börse kaufen

Kaufst Du Deine Fonds direkt an der Börse, funktioniert das genauso wie bei allen anderen Wertpapieren.

Aber, der Fonds selbst hat in dem Sinne kein Angebot und Nachfrage wie ein klassisches Wertpapier, das an der Börse gehandelt wird. Der gehandelte Kurs richtet sich vielmehr nach den Wertpapieren, die in dem Fonds enthalten sind.

Stell Dir das am besten vor, dass der Kurs ziemlich genau dem Kurs entspricht, den die Fondsgesellschaft von Dir verlangen würde.

Worin liegt also der Vorteil?

Du musst keinen Ausgabeaufschlag bezahlen, sondern nur die Ordergebühren.

Geschlossene Investmentfonds am Sekundärmarkt kaufen

Möchtest Du gerne einen geschlossenen Fonds kaufen, für den Du die Zeichnungsperiode verpasst hast, kannst Du das eventuell am Sekundärmarkt tun?

Sekundärmarkt klingt ein wenig komplex.

Damit ist nur ein anderer Käufer (oder mehrere Käufer) gemeint, die bereit sind ihre Fondsanteile an Dich außerplanmäßig zu verkaufen.

Der Sekundärmarkt für geschlossene Fonds ist nicht sonderlich liquide.

Für Käufer bietet er oft enorme Preisvorteile. Verkäufer hingegen verlieren oft viel Geld, weil sie an Liquidität kommen möchten.

Fondskategorien

Fondskategorien

Neben den verschiedenen Fondsdefinitionen gibt es auch einige Fondskategorien, die Du kennen solltest.

Wir können Dich an der Stelle beruhigen, das ist sehr einfach zu verstehen.

Aktienfonds

Ein Aktienfonds wird seine Gelder ausschließlich (d.h. zu 100%) in Aktien investieren.

Dabei legt der Aktienfonds oft fest, in welche Regionen und Branchen investiert wird.

So gibt es zum Beispiel Fonds, die nur in Biotechnologie Firmen aus den USA investieren.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ihre Gelder nur in Rentenpapiere (Anleihen).

Dabei musst Du die verschiedenen Rentenpapiere beachten, die es gibt. Grob unterscheiden kannst Du Sie in Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.

Eventuell suchst Du eine sichere Anlage und möchtest daher in einen Fonds investieren, der in europäische Staatsanleihen investiert.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds sind eine interessante Alternative zu Tagesgeldkonten.

Die Verzinsung ist ähnlich wie bei einem Tagesgeldkonto, da der jeweilige Fondsmanager nur in kurzfristige Anleihen investieren wird (etwas vereinfacht).

Immobilienfonds

Ein Immobilienfonds investiert seine Gelder zu 100 % in Immobilien.

Dabei gibt es sowohl offene als auch geschlossene Fonds.

Während offene Fonds oft sehr breit streuen und in verschiedene Immobilien investieren, sind geschlossene Fonds eher auf ein einzelnes Projekt konzentriert.

Dadurch ist das Risiko von geschlossenen Fonds oft höher. Die erwartete Rendite ist allerdings ebenfalls höher.

Rohstofffonds

Rohstofffonds investieren entweder direkt in Rohstoffe über Termingeschäfte oder in Unternehmen, die in dem Bereich tätig sind.

Rohstoffe gehören, gemessen an ihren Kursschwankungen, nach wie vor zu den riskantesten Wertpapieren überhaupt.

Besonders beliebt ist dabei zum Beispiel Gold, was zwar keine Dividende bezahlt, aber bei sicherheitsorientierten Anlegern sehr beliebt ist.

Mischfonds

Mischfonds waren in den letzten Jahren sehr beliebt.

Ein Mischfonds investiert seine Gelder in verschiedene Anlageklassen. Dabei legt der Fonds in den meisten Fällen seine ungefähren Quoten und Bandbreiten fest.

Ein konservativer Mischfonds, wird zum Beispiel zwischen 20 % - 30 % in Aktien investieren und den Rest in Renten (oder etwas sicherere Papiere als Aktien).

Mischfonds nehmen Dir als Anleger die Entscheidung ab, in welche Anlageklassen Du investieren sollst. Sie übernehmen für Dich die strategische Allokation.

Nachhaltige Fonds

In den letzten Jahren haben Anleger vermehrt nachhaltige Fonds nachgefragt. Dabei wird von den Fonds erwartet, dass sie im Interesse von sogenannten ESG Kriterien anlegen.

ESG steht hierbei für Environmental, Social und Governance. Kurz gesagt, der Fonds darf seine Gelder nur in Unternehmen, die der Umwelt und der Sozialgesellschaft nicht schaden.

Ein klassisches Beispiel ist Kinderarbeit oder Streubomben. Fonds dürfen keine Unternehmen kaufen, die mit diesen Themen direkt oder indirekt in Verbindung stehen. Hier in unserem ETFs Guide gehen wir noch detailierter auf ESG ein.

In dem Zusammenhang haben Fondsgesellschaften, die das Thema ernst nehmen, auch oft die UN PRI Prinzipien unterschrieben.

Einen Nachhaltigkeitsfonds in dem Sinne gibt es nicht. Vielmehr sind die einzelnen Fonds, wie dann Aktienfonds, nachhaltig.

Fondssuche

Fondssuche

Es gibt sehr viele Fonds, die Privatanlegern in Deutschland angeboten werden.

Wenn Du einen Fonds suchst, überleg Dir genau, in welche Regionen, Branchen und Anlageklassen der Fonds investieren soll.

Soll es zum Beispiel ein europäischer Aktienfonds werden, kannst Du so die Suche bereits ein wenig eingrenzen.

Entweder fragst Du dann Deinen jeweiligen Berater, ob solche Fonds angeboten werden oder Du nutzt am besten eine Onlineplattform.

So hat zum Beispiel onvista und auch die comdirect Bank ein gutes Tool, um nach Fonds zu suchen.

Morningstar

Im Fondsmarkt ist die Firma Morningstar sehr bekannt, da sie Fonds mit Sternen bewertet. Die Skala reicht dabei von einem Stern bis 5 Sterne.

Die Sterne geben Dir einen ersten Eindruck, ob sich der Fonds als Wertpapieranlage lohnt. Aber nur auf die Sterne solltest Du Dich nicht verlassen.

Morningstar bietet ebenfalls ein Tool an, um Fonds zu suchen, es nennt sich Fund Screener.

Fondskosten

Fondkosten

Ein wichtiges Thema bei Fonds sind die Kosten. Dieses Thema ist für Dich sehr wichtig.

Warum?

Ganz einfach, ein gut verwalteter Fonds mit hohen Kosten wird von einem eher durchschnittlich verwalteten Fonds mit niedrigen Kosten langfristig geschlagen.

Sind die Gebühren zu hoch, wird ein großer Teil der Rendite aufgefressen.

Bei Fonds gibt es laufende Kosten und Einmalkosten.

Jeder Fonds, der in Deutschland vertrieben wird, muss seinen Anlegern ein KIID (Key Investor Information Document) zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um Wesentliche Anlegerinformationen.

In diesem KIID findest Du alle nachfolgenden erklärten Kosten und ebenfalls auch die laufenden Kosten, die auch als TER bezeichnet werden. TER steht hierbei für Total Expense Ratio.

Merk Dir, desto höher die laufenden Kosten sind, desto mehr Geld zieht der Fonds mittel- bis langfristig aus den Renditen. Das mindert den Zinszinseffekt und Deine erzielte Rendite sehr stark.

Wir empfehlen Dir daher nach Fonds zu suchen, deren laufende Kosten unter dem Durchschnitt liegen.

Suchst Du Dir Deinen Fonds selber aus, achte darauf, dass Du keinen Aufgabeausschlag zahlen musst.

Ausgabeaufschlag bei Investmentfonds

Der Ausgabeaufschlag (häufig auch als Vertriebsprovision bezeichnet) fällt immer dann an, wenn Dir ein Investmentfonds verkauft wird.

Nimmst Du zum Beispiel eine Beratung in der Bank wahr, wird die Bank dafür einen Ausgabeaufschlag verlangen. Das ist nicht der Fall, sollte die Bank einem Honorarberatermodel folgen.

Die Kosten sind sehr hoch, denn der Ausgabeaufschlag liegt typischerweise zwischen 2,5 % - 5 %.

Viele Onlineplattform und Onlinebanken bieten daher den Kauf von Fonds ohne Ausgabeaufschlag an. Trotzdem fallen auch hier weitere Kosten an.

Ebenfalls ist es möglich Fonds ohne Ausgabeaufschlag an der Börse zu kaufen.

Bestandsprovision

Die Bestandsprovision ist eine laufende Gebühr.

Der Berater bzw. die Bank, die Dir den Fonds verkauft hat, erhält regelmäßig von der Fondsgesellschaften einen Anteil von den Gebühren.

In den meisten Fällen ist diese Gebühr nicht direkt für Dich erkenntlich. Viele Fonds werden daher in verschiedenen Anteilsklassen angeboten.

Für Privatanleger gibt es dann meistens zwei Anteilsklasse, nämlich die Fonds mit Bestandsprovision und die Fonds ohne Bestandsprovision.

Honorarberater bieten ihren Kunden logischerweise immer die Anteilsklasse ohne Bestandsprovision an.

Verwaltungsgebühr (Managementvergütung)

Die Verwaltungsgebühr fließt direkt an die Fondsgesellschaft. Hierbei handelt es sich wie bei der Bestandsprovision ebenfalls um eine laufende Gebühr.

Kritik an Fonds

Kritik an Fonds

Der Nutzen von klassischen Fonds wurde in den letzten Jahren oft kritisiert. Die Kritik lässt sich dabei insbesondere in zwei Kategorien unterteilen.

Zum einen werden die hohen Kosten bemängelt und zum anderen wird hinterfragt, welchen Mehrwert Fonds zum Beispiel gegenüber ETFs bieten.

Hohe Kosten für die laufende Verwaltung

Dein langfristiger Anlageerfolg wird insbesondere vom Zinseszins bestimmt. Genau hier setzt auch die Kritik an Fonds an.

Die teilweise sehr hohen, laufenden Gebühren ziehen viel Geld aus dem Fonds. Das wirkt sich sehr negativ auf den langfristigen Anlageerfolg der Anleger aus.

Fehlender Mehrwert gegenüber ETFs

Das Hauptziel eines klassischen Fonds ist es, besser als der Index (Benchmark) abzuschneiden.

Nach Kosten hat sich allerdings sehr oft herausgestellt, dass Fonds schlechter als ETFs abschneiden. Zur Erinnerung, ETFs versuchen nur einen Index so gut wie möglich abzubilden.

Entsprechend haben viele Anleger ihre Fonds verkauft und haben stattdessen in ETFs investiert.

Dadurch vermeiden Anleger zwar das Problem, dass Fonds schlechter als ETFs abschneiden, gleichzeitig haben sie aber auch keine Chance mehr auf Mehrrenditen.

Es haben sich daher regelrechte ETF-Anhänger-Gruppen gebildet, die behaupten, dass diese Anlagemethode überlegen ist.

Schaust Du Dir allerdings die erfolgreichsten Anleger Allerzeiten an, das Musterbeispiel hier ist natürlich Warren Buffet, solltest Du hinterfragen, ob das wirklich so ist.

Zusammenfassung

Fonds gehören zu den Themen, die etwas erklärungsintensiver sind.

Du wirst aber festgestellt haben, dass auch Fonds sehr einfach sind. Das Wichtigste über Fonds solltest Du jetzt wissen.

In jedem Fall würden wir uns sehr freuen von Dir zu hören.

Hat Dir der Guide weitergeholfen? Können wir noch etwas verbessern?

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