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Kosten von ETFs: Alle Gebühren im Überblick

Verfasst von

Reza Machdi-Ghazvini,CAIA

Finanzexperte

ETFs gelten als besonders günstige Möglichkeit, um Geld anzulegen. Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds oder Aktien sind die Gebühren bei einer Investition in ETFs oftmals niedriger. 

Dennoch sind auch ETFs nicht ganz gratis. Und manche Anbieter versuchen dir, mit versteckten Gebühren das Geld aus der Tasche zu ziehen. 

In diesem Ratgeber lernst du:

Mann berechnet Kosten mit Taschenrechner

Welche Kosten und Gebühren gibt es bei ETFs?

Mit einem ETF wird dir eine spannende Investitionsmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Diese Möglichkeit lassen sich Herausgeber und Broker in Form von Gebühren bezahlen. 

Sowohl während dem Kaufen und Verkaufen, als auch während der laufenden Investition fallen unterschiedliche Kosten und Gebühren an, die du kennen solltest. 

Im Folgenden gehen wir auf die Total Expense Ratio (Gesamtkostenquote) ein. Außerdem schauen wir uns die typischen Kosten und Gebühren an.

Ordergebühren

Wenn du einen ETF handeln möchtest, verlangt dein Broker dafür Gebühren.

Das gilt sowohl für den Kauf und Verkauf von ETFs.

Die Gebühr hängt davon ab, wo du dein Depot hast. Onlinebanken und Onlinebroker sind grundsätzlich günstiger als Filialbanken.

Meistens setzt sich Ordergebühr aus einem Mindestanteil zuzüglich einem prozentualen Teil zusammen.

Börsenplatzgebühren

Die Börsenplatzgebühren, auch Courtage genannt, hängen davon ab, an welcher Börse du ETFs handelst.

Je nach Börse liegen die Börsenplatzgebühren bei 0,4 bis 0,8 Promille.

Spreadgebühren

Der Spread ist die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufkurs.

Es gilt, je größere der Spread, desto teurer ist es für dich in einen ETF einzusteigen.

Typischerweise sind die Spreadkosten bei populären ETFs gering, insbesondere wenn diese bekannten Indexen folgen.

Wichtig bei den Spreadgebühren ist, dass du diese nicht direkt bezahlen musst.

Bei ihnen handelt es sich um implizite Gebühren beim Kauf des ETFs.

Total Expense Ratio (TER) bei ETFs

TER steht für Total Expense Ratio. Diese Kennzahl beinhaltet die laufenden Kosten, die du dem Emittenten von einem ETF bezahlen musst.

Die Total Expense Ratio ist unabhängig von den Kosten deines Brokers und ist für jeden Anleger eines bestimmten ETFs gleich hoch.  

Beispiel: Was ist ein guter TER-Wert?

Die TER wird als Prozentsatz angegeben.

Je niedriger der TER-Wert ist, desto geringer sind die laufenden Kosten für den ETF.

Bei den meisten ETFs liegt die TER bei 0,1 % bis 0,5 % jährlich.

Damit sind die Kosten des Herausgebers beim ETF um einiges tiefer als bei den meisten aktiv gemanagten Fonds.  

Transaktionskosten 

Ein Schwachpunkt der TER ist, dass sie nicht die Transaktionskosten beinhaltet.

Dabei handelt es sich um die Kosten, die dem Emittenten des ETFs dabei entstehen, den ETF an die Wertentwicklung des Indexes anzupassen.

Besonders schwierig ist die Einschätzung der Transaktionskosten bei synthetischen, replizierenden ETFs. Daher macht es eventuell Sinn, physisch replizierende ETFs vorzuziehen.

Welche Kosten entstehen beim ETF Kauf & Verkauf?

Wenn du einen ETF bei deinem Broker kaufst, dann wirst du auf der Orderabrechnung folgende Posten finden:

  • Ordergebühren

  • Börsenplatzgebühren

Wie beschrieben, werden die Gebühren für den Spread nicht separat ausgewiesen und abgerechnet.

Und die laufenden Gebühren, die von der Total Expense Ratio angegeben werden, spielen für den Handel von ETFs erst mal keine Rolle.

Würdest du zum Beispiel bei einer Onlinebank Anteile an einem ETF im Wert von 5.000 € an der Xetra erwerben, könntest du mit folgenden Kosten rechnen:

  • Ordergebühr: 4,90 Grundgebühr + 0,25 % vom Kurswert

  • Börsenplatzgebühr: 1,90 €

Wie teuer sollte ein ETF beim Kauf sein?

Rechnest du alle Kosten zusammen, sollten alle Kosten zusammen nicht mehr als 1 % des Ordervolumens ausmachen.

Andernfalls sind die Konditionen zu schlecht oder du investierst einen zu kleinen Betrag.

und gerade bei größeren Käufen lohnt es sich zudem, die Kaufgebühren zu vergleichen.

Je nach Summe fährst du mit variablen oder mit fixen Kaufgebühren entscheidend billiger. 

Welche Gebühren fallen beim ETF-Sparplan an?

Die Gebühren, die für deinen ETF-Sparplan erhoben werden, sind stark vom Broker deiner Wahl abhängig. 

Je nach Anbieter kannst du mit Gebühren von 0,2 % bis 2,5 % rechnen. 

Und wie auch bei den Depotkosten gilt bei den Kosten für einen ETF-Sparplan: Reine Onlinebroker sind meistens signifikant günstiger als herkömmliche Banken oder Sparkassen. 

Lasse aber bei vermeintlich besonders günstigen Onlinebroker Vorsicht walten. Informiere dich bei unabhängigen Quellen über versteckte Gebühren, Sitz und Ruf des Brokers.

Klingt etwas zu gut, um wahr zu sein, ist es meistens nicht wahr. 


Häufig gestellte Fragen

Gerade für neue Anleger wirkt das Thema ETF und Gebühren auf den ersten Blick kompliziert und abschreckend.

Du wirst aber erstaunt sein, in welcher kurzen Zeit du bereits den Durchblick hast.

Für noch mehr Durchblick sorgen die Antworten auf die folgenden häufig gestellten Fragen.

Wann werden Kosten für ETFs fällig?

Wann und welche Kosten fällig werden, hängt von der Börse, dem Emittent und dem Broker ab. 

Im Normalfall entstehen aber sowohl beim Kauf, als auch beim Verkauf Gebühren. Zudem werden während der Investition die laufenden Kosten direkt von deinem ETF abgezogen. 

Alles in allem sind totale Kosten von einem Prozent pro Order hinnehmbar. 

Sind ETFs günstiger als Einzelaktien?

Kaufst du einen ETF für 1.000 € ist das bei praktisch allen Brokern günstiger als wenn du die darin enthaltenen Aktien einzeln kaufst. 

Das liegt zum einen daran, dass die prozentualen Kosten bei höheren Käufen sinken.

Andererseits sind die Gebühren für ETFs bei vielen Arbeitern niedriger als die Gebühren für Aktien. 


Fazit

Die Kosten sind ein entscheidender Punkt, weshalb sich immer mehr Investoren für ETFs entscheiden. 

Sobald du die Kosten verstehst, kannst du verschiedene ETFs miteinander vergleichen. 

Ziehe beim Investitionsentscheid jedoch auch andere Faktoren wie Index, Volumen, Replikationsmethode und Ausschüttungsart mit in Betracht.

Was nun? Nächste Schritte

Wir würden dir empfehlen, dass du dir noch weiteres Wissen über ETFs aneignest. Dazu gehören die Vor- & Nachteile, Kosten und Risiken, aber auch wie du ETF am besten kaufst und welche Strategien es gibt.

Nutze hierfür einfach unsere Reihe über ETFs:

  1. Was sind ETFs? Exchange Traded Funds einfach erklärt | der Guide

  2. Vorteile & Nachteile von ETFs: einfach erklärt

  3. Risiken von ETFs: Nachteile einfach erklärt

  4. Kosten von ETFs: Alle Gebühren im Überblick (du bist hier)

  5. ETF Sparplan oder Einmalanlage? Ein einfacher Guide

  6. 5 ETF Strategien, mit denen du langfristig erfolgreich bist

  7. ETFs kaufen: die besten Fonds im Überblick

  8. Rebalancing von ETF Portfolios: einfach erklärt

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Zuletzt aktualisiert am 09 Januar 2023

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