Kurzfristige Geldanlagen

Zuletzt aktualisiert am 07 Februar 2021 von Reza

Hinweis: Diese Seite kann Werbelinks (Affiliate-Links) enthalten, d. h. wir erhalten ohne zusätzliche Kosten für Dich eine Provision, wenn Du Dich entscheidest, einen Kauf über unsere Links zu tätigen. In unserer Datenschutz­erklärung findest Du weitere Informationen.

Kurzfristige Geldanlagen

Es gibt verschiedene gute Gründe, um in kurzfristige Geldanlagen zu investieren. Der typischste Grund ist Flexibilität.

So haben wir alle von unseren Eltern gelernt einen “Notgroschen” immer vorrätig zu haben.

Eventuell ist es Dir auch schon mal passiert, dass Dich unerwartete Rechnung getroffen haben. Der Klassiker hierbei sind hohe Nachzahlungen im Rahmen eines Mietverhältnisses.

Flexibilität steht allerdings im Widerspruch mit Rendite.

Denn für Geldanlagen generell gilt, dass desto schneller Du an Dein Geld willst, desto weniger Rendite bekommst Du.

Oder anders formuliert, je länger Du jemand anderes Dein Geld überlässt, desto mehr zahlt er Dir dafür.

Du solltest aber kurzfristige Geldanlagen von mittel- und langfristigen Geldanlagen nicht isoliert sehen.

Kurzfristige Geldanlagen gehören in jedes gut ausbalancierte Portfolio.

Eventuell beobachtest Du schon länger einige Aktien und möchtest einsteigen. Wenn dann die Kurse fallen brauchst Du Geld, um einsteigen zu können.

Was sind kurzfristige Geldanlagen?

Es gibt keine feststehende Definition von kurzfristigen Geldanlagen.

Unserer Meinung nach gelten Geldanlagen als kurzfristig, wenn sie über eine Dauer von 1 bis 2 Jahren angelegt werden sollen.

Andere definieren kurzfristige Geldanlagen etwas strenger und gehen von Anlagen bis zu 1 Jahr aus.

Tagesgeld

Tagesgeld gehört zu den klassischen kurzfristigen Anlagen.

Tagesgelder werden von Banken angeboten und sind täglich verfügbar. Du musst also auf keine Kündigungsfristen achten.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden aber so gut wie keine Zinsen mehr auf Tagesgelder von vielen Banken gezahlt. Es gibt wenige Ausnahmen.

Festgeld

Beim Festgeld verleihst Du einer Bank, wie der Name erahnen lässt, Geld für einen vorab festgelegten Zeitraum.

Typischerweise beginnen Festgelder ab 1 Monat und können dann teilweise sogar bis zu 10 Jahren laufen.

Es kann sich lohnen, wenn Du Dein Geld als Festgeld zum Beispiel für 3 bis 6 Monate anlegen willst. Die Verfügbarkeit (Flexibilität) Deines Geldes nimmt ab, dafür steigt der Zins (Rendite), den Du erhältst.

Sparbuch

Diesen Klassiker der Geldanlage zählen wir hier nur noch der Vollständigkeit Halber auf. Gelder auf einem Sparbuch sind typischerweise sehr schnell verfügbar.

Sparbücher versprechen ihren Kunden zum aktuellen Zeitpunkt faktisch keine Zinsen mehr. Nach Abzug der Inflation bleibt sogar eine negative Rendite übrig.

Daher empfehlen wir Dir dringend Gelder von einem Sparbuch in andere Geldanlagen umzuschichten.

Fonds

Es gibt auch Fonds, mit denen Du Dein Geld kurzfristig anlegen kannst. Dabei handelt es sich meistens um Geldmarkt- oder Rentenfonds.

Geldmarktfonds

Ein Geldmarktfonds investiert in in den Geldmarkt.

Der Geldmarkt ist institutionellen Anlegern vorenthalten und dient dazu kurzfristige Liquiditätsengpässe unter den Marktteilnehmern auszugleichen.

Normalerweise orientierten sich die Geldmarktzinsen in Europa am EONIA (Euro OverNight Index Average).

Das ist der Zins, zu dem sich Banken untereinander unbesicherte Gelder über Nacht (overnight) leihen. Also sehr kurzfristige Ausleihungen.

Auf Grund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes ist dieser Zins mittlerweile sogar negativ.

Die aktuellen EONIA-Zinsen werden regelmäßig von der EZB veröffentlicht.

Anleihenfonds (Rentenfonds)

Auch über Anleihenfonds kannst Du Dein Geld kurzfristig Anlegen.

Es gibt Fonds, die entweder nur in Staats- oder Unternehmensanleihen investieren oder sogar in beide Anlageklassen.

Auch bei den Laufzeiten kann es zu großen Unterschieden kommen, viele kurzfristigen Anleihenfonds investieren in Anleihen mit Laufzeiten von 1 Monat bis zu 3 Jahren investieren.

Über den gesamten Fonds betrachtet, liegt dann die Laufzeit üblicherweise im Durchschnitt bei 1 bis 1,5 Jahren.

Teilweise wirst Du auch Anleihenfonds, die nur in Laufzeiten bis 1 oder 2 Jahren investieren. Wenn Dir also eine hohe Verfügbarkeit wichtig ist, solltest Du in Anleihefonds mit niedrigen Laufzeiten investieren. 

ETF - Exchange Traded Fonds

Auch mit Exchange Traded Fonds kannst Du mittlerweile in sehr kurz laufende Wertpapiere investieren.

Das Anlageuniversum entspricht dabei mehr oder weniger dem von Fonds.

Wie bei Fonds stehen Dir Geldmarkt ETFs zur Verfügung und kurzlaufende Renten ETFs.

Geldmarkt ETFs

Geldmarkt ETFs tracken (abbilden) in aller Regel den EONIA.

Allerdings lässt sich der EONIA selbst nicht direkt tracken, da es sich um einen Zinssatz handelt, der sich regelmäßig ändert.

Ein ETF benötigst einen Index, den er tracken kann, sonst funktioniert es nicht.

Im Zusammenhang mit dem EONIA bietet die Die Deutsche Börse AG bietet zum Beispiel so einen Index an, der sich eb.rexx Money Market nennt.

Anleihen ETFs

Mittlerweile gibt es einige Exchange Traded Fonds mit denen Du Dein Geld kurzfristig anlegen kannst.

Dabei trackt der ETF dann einen Rentenindex, der sich aus kurzlaufenden Rentenpapieren zusammensetzt. 

So investierst zum Beispiel der Barclays Euro Government Bond 1-3 Index in europäische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 1 bis 3 Jahren.

Dieser Index wird als Exchange Traded Fonds von sehr vielen Anbietern angeboten.

P2P Kredite (Crowdlending)

Bei P2P Krediten leihen sich Privatpersonen untereinander Geld.

Die P2P Plattformen agieren dabei als Vermittler, um Kapitalgebern und Kapitalnehmer zusammenbringen.

Es gibt zahlreiche P2P Kredit Anbieter und zu den bekanntesten zählen Bondora, mintos und auxmoney.

Auf den jeweiligen Plattformen hast Du dann die Möglichkeit gezielt in P2P Kredite mit kurzen Laufzeiten zu investieren.

Kurzfristige Geldanlage mit hohen Zinsen und Renditen

Grundsätzlich versteht sich Kurzfristigkeit mit hohen Zinsen nicht so gut.

Bist Du bereit Dein Geld etwas länger anzulegen (Verfügbarkeit sinkt), so kannst Du generell mit höheren Zinsen (Rendite steigt) rechnen.

Wenn Du aber auf gar keinen Fall Dein Geld länger anlegen willst, dann kannst Du trotzdem versuchen Dein Geld zu den höchsten Zinsen anzulegen. 

Dafür wiederum musst Du etwas Zeit investieren und Angebote miteinander vergleichen.

Tagesgeld Anbieter vergleichen und oft wechseln

Auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld gibt es immer noch vereinzelt Banken, die relativ hohe Zinsen auf das Tagesgeld anbieten.

In den letzten Jahren gehörten die Autobanken oft zu den Anbietern, die Anlegern die höchsten Zinsen angeboten haben.

Zum Beispiel bietet derzeit (Dezember 2020) die Renault Bank Neukunden Tagesgelder mit 0,50% jährlichen Zinsen an. 

Die Renault-Bank ist nach den EU-Richtlinien verpflichtet ihren Kunden eine Einlagensicherung von 100.000 € zu garantieren.

Allerdings wird dieser Zins nur für 3 Monate versprochen. Eventuell müsstest Du Dir also dann schon einen neuen Anbieter suchen

P2P Kredite mit kurzen Laufzeiten

Die zweite Möglichkeit, die Dir bleibt sind P2P Kredite mit sehr kurzen Laufzeiten.

Bondora bietet Investoren, die ihr Geld nur kurzfristig verleihen möchten, das Produkt Bondora Go and Grow an.

Dabei erhalten Investoren 6,75% bei einer täglichen Verfügbarkeit des Geldes (Stand Dezember 2020).

Es hat sich aber während der Corona-Krise 2020 gezeigt, dass dieses Angebot zwar grundsätzlich funktioniert, aber auch in Krisen seine Grenzen findet.

So kamen viele Investoren nur über Teilzahlungen an ihr Geld bei Bondora. 

Die Bezeichnung als Tagesgeldersatz ist zwar marketingtechnisch klever, aber P2P Kredite sind wesentlich riskanter als Tagesgelder.