Depotkosten

Zuletzt aktualisiert am 07 Februar 2021 von Reza

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Depotkosten

Es ist wichtig, dass Du das Thema Depotkosten sehr Ernst nimmst.

Zu hohe Depotkosten können Deine Rendite signifikant senken, sogar komplett auffressen. 

Je kleiner der Betrag ist, der Dir zum Anlegen zur Verfügung steht, desto größer ist der Einfluss der Depotkosten auf Dein Anlageergebnis.

Nicht nur die Anzahl der Depotanbieter ist groß.

Unter den Anbietern werden auch oft verschiedene Gebührenmodelle angeboten.

Oft unterscheiden die Anbieter dann zwischen eher aktiveren und weniger aktiven Anlegern. Die Aktivität ist dabei von der Anzahl der Orders im Jahr abhängig.

Bevor Du Dich also für ein Depot entscheidest oder sogar Dein aktuelles Wertpapierdepot überträgst, solltest Du Dir die Gebühren genau anschauen.

Manchmal reicht aber auch zum Beispiel alleine der Wechsel des Gebührenmodells bei Deinem aktuellen Anbieter, um die Kosten zu senken.

Depotgebühren

Die Depotgebühren werden häufig auch als Depotführungsgebühr bezeichnet. Auch der Begriff ist Verwahrgebühr ist recht geläufig.

Die Gebühr wird entweder “flat“ in Euro oder in % von der Anlagesumme angegeben.

Teilweise gibt es auch Mischmodelle, wenn zum Beispiel eine Mindestgebühr erhoben wird.

Hinzukommen dann auch die Kosten für die Depotverwaltung.

Diese Kosten werden Dir oft entweder monatlich oder quartalsweise berechnet.

Bei diesen Gebühren handelt es sich also um fixe Gebühren, die ganz unabhängig davon zu bezahlen sind, wie häufig Du Wertpapiere handelst.

Im nächsten Schritten schauen wir uns zwei Beispiele an, die Dir auch ziemlich deutlich zeigen, wie stark die Gebühren voneinander abweichen können.

Beispiel Frankfurter Sparkasse (Juli 2020)

Die Frankfurter Sparkasse berechnet eine quartalsweise Depotgebühr (Verwahrgebühr) von 0,025% oder mindestens 1,25 €.

Zum Beispiel wären bei einer Anlagesumme von 25.000 € quartalsweise 6,25 € zu bezahlen.

Pro Quartal wird noch eine Grundgebühr für die Depotverwaltung von 3 € berechnet.

Die fixen Kosten für das Depot betragen also im Quartal 9,25 €. Im Jahr sind das 37 €. 

Beispiel ing (Juli 2020):

Die ing berechnet ihren Kunden derzeit keine Verwahrgebühr.

Es wird auch keine Grundgebühr für die Depotverwaltung berechnet.

In Summe sind also 0 € zu bezahlen.

Ordergebühren

Die Ordergebühren werden immer dann fällig, wenn Du Wertpapiere an der Börse kaufst oder verkaufst.

Wie hoch die Ordergebühren also jährlich sind, ist stark von Deinem Anlegerverhalten abhängig.

Daher handelt es sich bei den Ordergebühren um variable Kosten, die im Zusammenhang mit einem Depot auftreten können.

Ähnlich wie bei den Depotgebühren gibt es bei den Ordergebühren ebenfalls verschiedene Gebührenmodelle.

Typisch sind Modelle, die sich aus einer Mindestordergebühr und einem % Anteil von dem Ordervolumen zusammensetzen.

Die Ordergebühren werden dabei in der Regel auch von einer Maximalgebühr begrenzt.

Wir schauen uns im nächsten Schritt wieder zwei Beispiele an.

Beispiel Frankfurter Sparkasse (Juli 2020)

Die Frankfurter Sparkasse berechnet für Aktien aus dem Inland eine Ordergebühr (Transaktionspreise) von 0,30 % des Kurswertes oder mindestens 9,90 €.

Die Maximalgebühr für eine Order beträgt 59,90 €

Bei einem Wertpapierkauf von zum Beispiel 10.000 € wären also 30 € an Ordergebühren zu bezahlen.

Beispiel ing (Juli 2020)

Die ing berechnet für Aktien aus dem Inland immer eine Grundgebühr von 4,90 € zuzüglich 0,25 % des Kurswertes.

Die Maximalgebühr bei der ing beträgt 69,90 € je Order.

Wird zum Beispiel eine Aktie aus dem Inland im Wert von 10.000 € erworben, sind 4,90 € + 25 € zu bezahlen. In Summe also 29,90 €.

Börsenentgelte

Die Börsenentgelte werden auch oft als börsenplatzabhängige Entgelte oder Handelsplatzgebühren bezeichnet.

Diese Gebühren treten zusammen mit den Ordergebühren auf. Sie zählen also auch zu den variablen Gebühren.

Viele Banken bieten den außerbörslichen Handel (Direkthandel) an, bei dem keine Börsenentgelte bezahlt werden müssen.

Handeln über außerbörsliche Börsen solltest Du immer nur dann, wenn zur selben Zeiten auch die Börsen geöffnet sind.

Finanzdienstleister in der EU sind verpflichtet für Dich den besten Preis zu erzielen (Best Execution Policy), wenn sie Deine Order ausführen.

Gerade im außerbörslichen Handel kann es hier zu Überraschungen kommen, falls die Börsen geschlossen sind.

Beispiel ing (Juli 2020)

Die ing berechnet für den Handel an der Xetra 1,75 € pro Order (Juli 2020).

Der Handel an den Börsen in Frankfurt und München kostet 2,50 € und 2,90 € pro Order.

Depotkosten von der Steuer absetzen

Du kannst die Depotkosten seit Einführung der Abgeltungssteuer 2010 nicht mehr bei Deiner Steuer geltend gemacht werden.

Der Gesetzgeber hat dafür den Steuerfreibetrag von 801 € für Einzelpersonen oder von 1.602 € für Paare festgelegt.

Kosten für die Übertragung eines Depots

Der Übertrag von einem Depot im Inland ist kostenfrei.

Das wurde bereits im Jahr 2004 durch den Bundesgericht erschienen. Das dazugehörige Urteil findest Du auf folgender Seite Az.: XI ZR 200/03 und XI ZR 49/04.

Fazit

Wie Du an den hier vorgestellten Gebühren erkennen kannst, ist das Thema Depotkosten wichtig für Dich.

Insbesondere wenn Du gerade anfängst Dein Vermögen aufzubauen.

Achte bei Deinem Depot darauf, dass Du die Kosten möglichst niedrig hälsts.

Solltest Du zu hohe Gebühren für Dein aktuelles Depot zahlen, so kannst Du einen kostenlosen Übertrag Deines Depots zu einem anderen Anbieter in Erwägung ziehen.

Manchmal hilft auch bereits ein Gespräch mit dem aktuellen Anbieter.