Depot eröffnen

Zuletzt aktualisiert am 07 Februar 2021 von Reza

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Depot eröffnen

Du kannst sehr einfach ein Depot eröffnen.

Wie bei einem Girokonto (und anderen Bankdienstleistungen) sind Banken gesetzlich dazu verpflichtet Dich zu legitimieren. Sie müssen also eindeutig klären, wem das Depot gehört.

Das klingt aufregender als es ist, denn die Banken brauchen dafür nur Deinen Personalausweis.

Deinen Reisepass kannst Du dafür auch verwenden, allerdings nur in Verbindung mit einer Meldebescheinigung.

Mit der Depoteröffnung erhältst Du auch immer einen Online Banking Zugang.

Eröffnest Du Dein Depot bei Deiner Bank, so hast Du bereits einen Zugang.

Ein Depot bei einer Onlinebank eröffnen

Möchtest Du Dein Depot bei einer Onlinebank eröffnen, so läuft die Eröffnung immer gleich ab:

  • Besuch der Website der Onlinebank
  • Ausfüllen des Depoteröffnungsantrages (inklusive Wertpapierhandelsbogen)
  • Antrag ausdrucken oder Dir werden die Unterlagen danach postalisch zugesendet
  • Unterschreiben der Unterlagen
  • Legitimation durch PostIdent oder VideoIdent
  • Postalische Zustellung Deiner Zugangsdaten und weitere Informationen zu Deinem gewählten TAN (Transaktionsnummern) Verfahren

Wie Du siehst, keine große Nummer.

Hast Du bereits Dein Girokonto bei der Onlinebank, so wird die Bank Dich auch nicht erneut legitimieren.

Die Depoteröffnung wirst Du dann durch die Eingabe einer TAN autorisieren.

Eröffnest Du ein Depot ohne bestehendes Girokonto bei einer Bank, solltest Du mit 1-2 Wochen rechnen bis der komplette Prozess abgeschlossen ist.

Bei einer bestehenden Bankverbindung sollte alles innerhalb von 3-5 Tagen geregelt sein.

In diesem Zusammenhang sollten wir noch über noch die Begriffe Wertpapierhandelsbogen, PostIdent & VideoIdent und TAN Verfahren sprechen.

Wertpapierhandelsbogen

Im Rahmen der Depoteröffnung wird auch ein Wertpapierhandelsbogen (WpHG) ausgefüllt.

Wie der Name bereits erahnen lässt, handelt es sich hierbei um eine gesetzlich geforderte Auskunft über Dein finanzielles Wissen und Deine Erfahrungen.

Die Bank ist dazu verpflichtet, diesen Bogen für Dich auszufüllen.

Sie muss sichergehen, dass Du keine Wertpapiere kaufst, die nicht Deinen Bedürfnissen entsprechen.

Postident & VideoIdent

Wie erwähnt, müssen die Banken Dich legitimieren.

Bei einer online Eröffnung können die Banken Dich nicht persönlich legitimieren. Daher nutzen sie in Deutschland oft den Legitimierungsservice (Identifikation) der Deutschen Post.

Das bedeutet, dass Du mit Deinem Antrag zur Post gehst und der Postmitarbeiter Dich legitimiert.

Das ist alles?

Ja, das ist alles.

Beim VideoIdent Verfahren wirst Du ebenfalls von einem Mitarbeiter der Deutschen Post identifiziert, allerdings per Video (Smartphone).

TAN (Transaktionsnummern)

Dein Depot wirst Du vor allem mit Deinem Online Banking Zugang verwalten.

Wenn jemand aus irgendeinem Grund Zugang zu Deinen Zugangsdaten erhalten würde, so hätte er vollen Zugriff auf Deine Finanzen.

Dafür bräuchte er also nur Deinen Benutzernamen (oft Deine Kontonummer) und Dein Passwort.

Das klingt nicht sonderlich sicher oder?

Daher wurden Transaktionsnummern eingeführt. Mit diesen Nummern kann Du Deine Aktivitäten im Online Banking freigeben.

Zu Beginn des Online Bankings waren das noch papierhafte Listen mit nummerierten Zahlenfolgen, nach denen dann das System an den entsprechenden Stellen gefragt hat.

Das war umständlich und nervig. 

Wer trägt schon immer seine TAN Liste mit sich rum?

Daher wurden neue Verfahren eingeführt.

Du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit das pushTAN Verfahren nutzen.

Bei diesem Verfahren erhältst Du die Transaktionsnummern direkt in einer App auf Deinem Smartphone.

Bevor Du die TAN auf Deinem Handy bekommst, musst Du meistens ein selbst gewähltes Passwort eingeben.

Nach Möglichkeit solltest Du für diese App ein Passwort nutzen, das nicht Deinem Online Banking Passwort entspricht.

Wie Du siehst, ganz simpel und ein weiterer Schutz für Dich und Deine Finanzen.

Bei einem Onlinebroker ein Depot eröffnen

Die Eröffnung bei einem Onlinebroker ist eigentlich sehr ähnlich wie bei einer Onlinebank.

Der einzige Unterschied ist, dass Onlinebroker keine typischen Bankprodukte anbieten.

Das bedeutet, dass Du Dein Girokonto und Deine anderen Bankprodukte bei einer anderen Bank haben musst.

Der Onlinebroker benötigt daher von Dir ein Referenzkonto, auf das Beträge gebucht oder umgebucht werden. 

Dabei handelt es sich typischerweise um ein Girokonto.

Depot bei einer Filialbank eröffnen

Die Eröffnung eines Depots in einer Filialbank ist noch einfacher als online.

Dein Bankberater wird für Dich alle Unterlagen und Formulare vorbereiten und Du musst diese nur noch unterschreiben.

Falls Du bereits ein Girokonto bei der Filialbank hast, geht das Ganze sogar noch viel schneller.

Auch die Legitimation geht viel schneller, da der Bankberater Dich direkt vor Ort legitimierten kann anhand Deiner Ausweispapiere.

Es wird kein Verfahren wie PostIdent oder VideoIdent benötigt.

Bei einer bestehenden Bankverbindung dauert die Eröffnung also 1 bis 3 Tage.

Wenn alles neu aufgesetzt wird, kann es ebenfalls 1-2 Wochen dauern, bis Du Dein Depot voll nutzen kannst.

Da du aber vor Ort legitimiert werden kannst, sollte es ein wenig schneller gehen.

Depot eröffnen mit Prämie

Ähnlich wie bei Girokonten werben viele Anbieter um Neukunden in dem sie ihnen Prämien anbieten für eine Depoteröffnung.

Anders als bei Girokonten handelt es sich hierbei allerdings oft um reduzierte Gebühren für Wertpapiergeschäfte und nicht um Geldbeträge oder Gutscheine.

Diese reduzierten Gebühren gelten dann oft für einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten.

Nur wegen der Prämie einen Anbieter auszuwählen, macht dauerhaft meistens keinen Sinn.

Wenn Du allerdings sowieso über einen Wechsel nachdenkst und weißt, dass Du demnächst einige Wertpapiere kaufen und verkaufen willst, so kann ein Wechsel viel Sinn für Dich machen.

Aktiendepot eröffnen

Wenn Du planst vor allem in Aktien zu investieren, so solltest Du bei der Auswahl des Depots darauf achten, dass es möglich ist Aktien zu erwerben.

Je nach Anbieter kann es passieren, dass ein starker Fokus auf bestimmte Wertpapiere gelegt wird. Zum Beispiel auf Fonds und Exchange Traded Funds.

Dann kannst Du zwar in diese Wertpapiere investieren, allerdings ist es nicht möglich Aktien zu kaufen (das Gleiche gilt natürlich anders rum).

Zu den bekannten Anbietern, die zwar ein Depot anbieten, aber keinen Handel von Aktien zulassen, gehören die FFB und ebase.

Worauf solltest Du also achten, wenn Du ein Aktiendepot eröffnen möchtest?

Insbesondere auf die Gebühren, die der Anbieter für den Handel von Aktien verlangt. Hier gibt es nach wie vor gewaltige Unterschiede.

Zum Beispiel, kann dich der Kauf von Aktien im Wert von 2.000 € zwischen 5 € und 40 € kosten.

Insbesondere Onlinebanken und Onlinebroker bieten sehr günstige Ordergebühren an, gerade wenn Du planst oft Aktien zu handeln.

ETF Depot eröffnen

Ähnlich wie bei einem Aktiendepot verhält es sich bei einem Depot, das größtenteils oder ausschließlich in Exchange Traded Funds investieren soll.

Bei der Eröffnung musst Du darauf achten, dass der Kauf und Verkauf von ETFs möglich ist. 

Bei ETFs handelt es sich grundsätzlich um sehr kosteneffiziente und liquide Produkte, hohe Kosten für den Handel von diesen Wertpapieren lassen sich daher nicht rechtfertigen.

Depot für Neffen eröffnen

Es ist ohne große Hürden möglich ein Depot für Deinen Neffen zu eröffnen.

Das Depot läuft dann auf den Namen des Kindes. Damit sind die Gelder auch geschützt, solltest Du (oder die Eltern) einmal in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Des Weiteren hat das auch steuerliche Vorteile, da der steuerliche Freibetrag des Neffens genutzt werden kann.

Für die Eröffnung benötigst Du allerdings die Zustimmung der Eltern. 

Für die Depoteröffnung des Neffens müssen die Eltern sich dann beide gegenüber der Bank legitimieren.

Das kann bei einer Onlinebank über PostIdent oder VideoIdent erfolgen. Bei einer Filialbank müssten sie persönlich vorstellig in der Bank werden.

Damit Du dann Geschäfte für Deine Neffen tätigen kannst, benötigst Du noch eine Vollmacht. Die ebenfalls von den Eltern ausgestellt werden muss.

Alternativ können die Eltern Dir auch einfach die Zugänge geben.

Falls Deine Neffen allerdings schon volljährsind sind, benötigst Du diese Zustimmung und Vollmacht der Eltern nicht.

Ein Depot in Luxemburg eröffnen

Luxemburg war früher bei vielen Privatanlegern sehr beliebt.

Der Hintergrund dafür war die Anwendung der anonymen Quellensteuer. 

Steuern auf die Gewinne aus Wertpapiergeschäften wurden zwar anteilig an die jeweiligen Herkunftsländer des Anlegers weitergeleitet, aber ohne Namen und ohne Kontonummer. 

Dieses Modell verführte viele Privatanleger dazu ein Depot in Luxemburg zu eröffnen, um “Steuern zu sparen” - tatsächlich handelte es hierbei um Steuerhinterziehung. 

Das ganze Geschäftsmodell kam im Jahr 1993 in Fahrt, als die Zinsabschlagsteuer in Deutschland eingeführt wurde.

Seit dem 1.1.2015 wurde in der Europäischen Union der automatische Auskunftsaustausch über Zinseinkünfte eingeführt.

Demnach sind alle Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet zusammen mit den Einkünften die Identität des Inhabers offenzulegen. 

Insofern Deine Überlegung war, Steuern in Luxemburg zu “sparen”, würden wir Dir davon dringend abraten.

Falls Du allerdings in Luxemburg besteuert wirst, weil Du dort Deinen ständigen Wohnsitz hast, so gibt es bei der Depoteröffnung eigentlich nicht viel zu beachten.

Sie läuft genauso wie in Deutschland ab.

Falls Du später mal wieder nach Deutschland ziehst, solltest Du allerdings unbedingt Dein Depot bei der steuerlichen Erfassung mit angeben.

Die Nicht-Angabe könnte als vorsetzlicher Versuch der Steuerhinterziehung interpretiert werden und Dich in ernste Schwierigkeiten bringen.