Depot (Wertpapiere und Aktien): der ultimative Guide

Wie du Aktien und andere Wertpapiere ordern kannst

Zuletzt aktualisiert am 07 Februar 2021 von Reza

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Depot der ultimative Guide

Du willst alles Wichtige über Wertpapierdepots wissen? Ein Depot eröffnen oder wechseln? In diesem Guide lernst Du alles, was Du wissen solltest. Folgende Themen schauen wir uns dabei ganz genau an:

Sollen wir also gleich anfangen? Na dann, legen wir los.

Eröffnung (Anlegen)

Depot der ultimative Guide

Wie auch ein Girokonto kannst Du Dein Depot in einer Filialbank oder bei einer Onlinebank eröffnen.

Du kannst ebenfalls zu einem Onlinebroker gehen.

Eine Depoteröffnung läuft dabei in fast allen Fällen immer ziemlich gleich ab. Der Anbieter ist in jedem Fall dazu getzlich verpflichtet Dich zu legitimieren (anhand Deiner Ausweispapiere). 

Online erfolgt die Legitimierung meistens durch einen Anbieter wie PostIdent oder VideoIdent. In einer Filialbank hingegen wird Dich ein Mitarbeiter der Bank immer direkt legitimieren. 

Filialbank

Die Filialbank hat für Dich den Vorteil, dass Du einen persönlichen Kundenbetreuer hast, der sich um Deine Anliegen kümmern kann.

Das kann insbesondere empfehlenswert sein, wenn Du Dich noch sehr unsicher fühlst bei dem Thema Geldanlage.

Den Service eines persönlichen Betreuers bei einer Filialbank musst Du allerdings bezahlen.

In der Regel sind Depots bei Filialbanken deutlich teurer als bei Onlinebanken.

Onlinebanken

Traust Du Dir zu, Dein Geld alleine anzulegen, solltest Du Dein Depot eher bei einer Onlinebank eröffnen.

Da Onlinebanken auf die persönliche Betreuung verzichten, sind sie meist günstiger als Filialbanken. Wie Du später noch sehen wirst, kannst Du dadurch einen hohen Betrag jedes Jahr sparen.

Onlinebroker

Neben den Onlinebanken gibt es auch Onlinebroker. Der Unterschied ist, dass Du bei diesen Banken kein Girokonto (Zahlungsverkehrskonto) führen kannst.

Du gibst bei einem Onlinebroker dann ein Referenzkonto an. Typischerweise ist das   Dein normales Girokonto, dass Du bei einer anderen Bank hast.

Je nach Broker kannst Du dann noch ein Auszahlungskonto angeben, das von Deinem Referenzkonto abweichen kann.

Einlagensicherung: Beachte allerdings, dass (insbesondere ausländische) Onlinebroker eventuell Dir nicht die gleiche Einlagensicherung bieten wie inländische Onlinebanken.

Die Einlagensicherung ist ein gesetzlicher Einlagenschutz und beträgt in Deutschland bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank.

Bevor Du Dein Depot also zu einem Onlinebroker umziehst, informiere Dich genau über die Bedingungen.

Kosten und Gebühren

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Im Grunde gibt es bei den Depotkosten zwei Gebühren, die Du beachten musst. Dabei musst Du zwischen fixen und variablen Gebühren unterscheiden.

  1. Depotgebühren und
  2. Ordergebühren

Die Gesamtkosten setzen sich also vor allem aus diesen zwei Gebühren zusammen.

Die Depotgebühren gehören zu den fixen Gebühren, während die Ordergebühren den variablen Gebühren zuzuordnen sind. Fixe Gebühren musst Du immer bezahlen. Variable Gebühren sind abhängig davon, wie aktiv Du bist.

Desto öfter Du Wertpapiere kaufst und verkaufst, Desto höher sind die Ordergebühren.

Bei den Ordergebühren werden in der Regel auch unterschiedliche Gebühren für inländische oder ausländische Aktien verlangt. Dabei sind ausländische Aktien oft etwas teurer.

Gebühren für die Wahl des Handelsplatzes

Daneben kann es passieren, dass noch weitere Gebühren erhoben werden, wie zum Beispiel für die Wahl des Handelsplatzes.

Früher wurde hier in Parkettbörsen und digitalen Börsen unterschieden. Die vermutlich bekannteste Börse im deutschsprachigen Raum ist die Xetra.

Gesamtkosten berechnen

Während sich bei Girokonten die Gesamtkosten leicht errechnen lassen, sind die jährlichen Gesamtkosten bei einem Depot vor allem von

  • der Anlagesumme,
  • der Anzahl der Wertpapierkäufe und -verkäufe (Wertpapierorders)
  • und dem durchschnittlichen Ordervolumen

 im Jahr abhängig.

Die Kosten sind ein wichtiges Thema, wenn es um das Anlegen von Geld geht. Generell gilt die Daumenregel, dass die Gesamtkosten nicht mehr als 1% der Anlagesumme überschreiten dürfen.

Stiftung Warentest mit umfangreichem Test im Oktober 2019

Stiftung Warentest hat im Oktober 2019 einen umfangreichen Test von mehreren Depots vorgenommen. Dabei kam es zu erheblichen Kostenunterschieden von mehreren hundert Euros (den Test kann Du kaufen oder Du liest einfach hier weiter).

Depot Vergleich

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Während sich die Depotkosten bei Girokonten nicht mehr so stark wie früher unterscheiden, so gibt es bei den Depotkosten immer noch große Unterschiede. Damit untertreibe ich sogar.

Sehr große Unterschiede.

Grundsätzlich gilt auch bei Depots (wie bei Girokonten), dass die Onlinebanken in aller Regel einen Kostenvorteil haben.

Genauso gilt allerdings auch, dass Onlinebanken nur eine eingeschränkte bzw. gar keine persönliche Betreuung anbieten.

Wie viel Dich am Ende des Jahres ein Depot kostet, hängt von diesen Punkten ab:

  • Depotvolumen: Das ist der Gesamtwert Deines Depots
  • Orderanzahl: Die einfache Anzahl aller An- und Verkäufe
  • Ordervolumen: Das ist der durchschnittliche Wert aller gehandelten Wertpapiere

Bei der Depotauswahl solltest Du Dich nicht nur auf die Kosten konzentrieren. Onlinebanken bieten keine Beratung an. Das heißt, wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du in der Bank nur sehr eingeschränkt nach Hilfe fragen.

Onlinebroker hingegen bieten gar keine Beratung an.

Ein Broker sieht sich als reine Plattform für Dich, um Deine Käufe und Verkäufe durchzuführen.

Wichtigste Banken und Brokern

Im Folgenden habe ich Dir einige Informationen zu den, meiner Meinung nach, wichtigsten Banken und Brokern zusammengestellt.

Normalerweise hätte ich auch die comdirect aufgeführt. Da die Commerzbank die comdirect voll integrieren wird (jedenfalls ist das zu erwarten), fällt die comdirect damit für mich perspektivisch unter die Commerzbank.

Klassisches gegen aktives Depot

Manche Banken bieten ebenfalls verschiedene Depots an. Oft wird hier in klassisch (eher wenige Käufe und Verkäufe) und aktiv unterschieden.

Ich habe mich bei dem Vergleich eher auf das klassische Model konzentriert, da es dem durchschnittlichen Anleger entspricht.

Außerdem wird das klassische Model oft für Kundendepots angeboten, die eine Beratung in der Filiale wünschen.

Annahmen für den Vergleich

Für unseren Vergleich habe ich ein Depotvolumen von 25.000 Euro angenommen. Im Durchschnitt sollen 20 Positionen im Depot enthalten sein, wovon jedes Jahr 5 inländische Aktien (Wertpapiere) verkauft oder gekauft werden.

Annahmen für unser Beispieldepot

  • Depotvolumen: 25.000 Euro (20 Positionen entsprechen 1.250 Euro je Position)
  • Orderanzahl: 5 pro Jahr
  • Ordervolumen: 6.250 Euro (5 x 1.250 Euro) pro Jahr

Als Börsenplatz (Handelsplatz) habe ich die Xetra ausgewählt. Diese Wahl ist absichtlich so getroffen, da die Xetra nach wie vor zu den liquidesten Börsen gehört.

Bitte beachte, dass alle Kosten einem kompletten Jahr entsprechen.

Sparkasse und Volksbanken (Raiffeisenbanken)

Die Sparkassen und Volksbanken gehören zu den ältesten Banken in Deutschland. Es gibt pro Region eine verantwortliche Sparkasse und Volksbank.

Trotz des anhaltenden Konkurrenzdruckes in den letzten Jahren gibt es immer noch eine sehr große Anzahl an Sparkassen und Volksbanken.

Fast immer Depotführungsgebühren

Während es auch große Unterschiede zwischen Sparkassen und Volksbanken gibt, wird eigentlich so gut wie in allen Fällen eine Depotführungsgebühr erhoben.

In den letzten Jahren war allerdings ein Trend zu beobachten, dass sich die Ordergebühren immer mehr denen der Onlinebanken angeglichen haben.

Beispiel Haspa

Schauen wir uns die Depotgebühren am besten mal am Beispiel der Hamburger Sparkasse (Haspa) an (Stand Juli 2020):

Für die Depotführung wird jährlich 0,19 % des Wertpapierdepots berechnet, allerdings mindestens 9,74 Euro. Konkret würden das 47,50 Euro pro Jahr bedeuten.

Pro Order (Kauf oder Verkauf) werden 0,75 % vom Kurswert verlangt. Bei einem Ordervolumen von 1.250 Euro je Order, sind das 9,38 Euro. Es wird allerdings eine Mindestgebühr von 12,50 Euro verlangt. Für 5 Orders wären dann in Summe 62,50 Euro zu bezahlen.

Im Jahr würde uns das Beispieldepot bei der Haspa also 110 Euro kosten (Stand Juli 2020).

ing (diba)

Die ing berechnet ihren Kunden keine Depotführungsgebühren.

Bei den Ordergebühren berechnet die ing pro Order eine Mindestgebühr von 4,90 Euro, hinzukommen 0,25 % des gehandelten Kurswertes. Der Handel an der Xetra kostet 1,75 Euro.

Für unser Beispieldepot zahlen wir also pro Order 9,80 (9,775 um genau zu sein) Euro. Da wir 5-mal handeln, zahlen wir also in Summe 49 Euro.

Das Beispieldepot kostet uns demnach jährlich 49,00 Euro (Stand Juli 2020).

DKB (Deutsche Kreditbank)

Die DKB berechnet kein Depotführungsgebühren.

Für Orders bis 10.000 Euro wird eine Gebühr von 10 Euro verlangt. In unserem Beispiel zahlen wir also für alle Orders 50 Euro (Stand Juli 2020).

Für unser Beispieldepot bei der DKB würden wir also jährlich 50 Euro zahlen (Stand Juli 2020).

Consorsbank

Wie bei der ing und die DKB zahlen wir bei der Consorsbank auch keine Depotführungsgebühr für unser Beispieldepot.

Für unsere Orders zahlen wir mindestens 9,95 Euro. Hinzukommen je Order 1,50 Euro für den Börsenplatz Xetra. In Summe kostet eine Order also 11,45 Euro.

Das Beispieldepot kostet bei der Consorsbank somit 57,25 Euro jährlich (Stand Juli 2020).

Commerzbank

Als Filialbank berechnet die Commerzbank uns 79,60 Euro Depotführungsgebühr.

Jede Order kostet uns mindestens 49,90 Euro. Damit zahlen wir für alle Orders 249,50 Euro.

Das macht in Summe 329,10 Euro jährlich für das Beispieldepot bei der Commerzbank (Stand Juli 2020).

Deutsche Bank

Ebenfalls als klassische Filialbank berechnet die Deutsche Bank eine Depotführungsgebühr von 35 Euro.

Jede Order kostet uns 30 Euro plus 2 Euro Gebühr für die Xetra als Handelsplatz. Je Order sind das also 32 Euro zu zahlen. Somit zahlen wir für alle Orders 160 Euro.

In Summe zahlen wir also bei der Deutschen Bank jährlich 195 Euro für unser Beispieldepot.

SBroker

Als Onlinebroker der Sparkassenorganisation verlangt der SBroker in unserem Beispiel keine Depotführungsgebühr. Dafür setzen wir voraus, dass unsere Orders verteilt über die Quartale platziert wurden.

Für jede Order zahlen wir die Mindestgebühr von 8,99 Euro. Hinzukommen 0,99 Euro für den Handelsplatz. In Summe zahlen wir je Order also 9,98 Euro und für alle Orders 49,90.

Das Beispieldepot würde uns also 49,90 Euro jährlich kosten (Stand Juli 2020).

Flatex

Flatex ist wie der SBroker ein bekannter Onlinebroker in Deutschland. Für unser Beispieldepot würden 25 Euro Depotführungsgebühr verlangt.

Orders kosten flat 5,90 Euro. Für den Handel an der Xetra werden 2,37 Euro verlangt. Das macht je Order 8,27 Euro. Für alle Orders also 41,35 Euro.

Unser Beispieldepot würde uns also jährlich 66,35 Euro kosten (Stand Juli 2020).

Kostenloses Depot

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Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es verschiedene Banken und Broker, die ein Depot ohne Depotführungsgebühren anbieten.

Ganz kostenlos ist das Depot dann allerdings nicht. Es wird hier zwar relativ aggressiv mit dem Begriff kostenlos geworben, aber das Depot mit Orders (Käufen und Verkäufen) ist so gut wie nie kostenlos.

Lass Dich daher nicht verwirren.

Bevor Du Dich für ein Depot entscheidest, mach Dir Gedanken darüber, wie oft Du Wertpapiere wie Aktien kaufen und verkaufen möchtest.

In dem Zusammenhang sei realistisch, wie viel Geld Du letztendlich anlegen wirst. Wie Du dann leicht die Gesamtkosten ermitteln kannst, siehst Du unter dem Punkt Kosten und Gebühren.

Anfänger und Einsteiger

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Gibt es sowas wie ein Anfängerdepot? Meine persönliche Antwort darauf ist: Nein.

Wenn Du das erste Mal Wertpapiere handeln möchtest, kommt es vielmehr auf Deine Erfahrungen und Dein Wissen an.

Depot in der Filialbank

In den Filialbanken habe ich persönlich die Erfahrungen gemacht, dass vielen interessierten Kunden gerne bestimmte Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien, ausgeredet werden, um den Anleger zu schützen.

Das vermeintliche Beratungsgespräch entwickelt sich dann relativ schnell zu einem Verkaufsgespräch. Es wird Dir mit hoher Sicherheit ein Investmentfonds angeboten.

Letztendlich übernimmt dann die jeweilige Investmentgesellschaft alle Entscheidungen für Dich. Dafür zahlst Du ebenfalls recht hohe Gebühren.

Ich tue mich ein wenig schwer damit, Dir diesen Weg zu empfehlen. Wenn Du Dich allerdings auf gar keinen Fall finanziell weiterbilden möchtest, könnte das der richtige Weg für Dich sein.

Depot Onlinebank

Eine Onlinebank bietet Dir in der Regel nur eine sehr eingeschränkte oder gar keine Beratung an. Du triffst Deine Anlageentscheidungen weitgehend selbst.

Wenn Du etwas autodidaktisch veranlagt bist, also Dir gerne auch mal was beibringst, kann ein Wertpapierdepot bei einer Onlinebank die richtige Wahl für Dich sein.

Hierfür solltest Du Dich, wie erwähnt, weiterbilden.

Zunächst solltest Du Dich mit den Grundlagen der Geldanlage beschäftigen, anschließend mit den unterschiedlichen Anlageklassen und Dich dann weiter spezialisieren.

Die gute Nachricht an der Stelle ist, dass es weit weniger schwierig ist als Du denkst. Es ist allerdings auch kein Kinderspielchen, wie von manchen “Finanzprofis“ suggeriert wird.

Depot Onlinebroker

Auch wenn die Gebühren verlockend sind. Wenn Du ein totaler Anfänger bist, empfehle ich Dir in keinem Fall ein Wertpapier oder Aktiendepot bei einem Onlinebroker.

Weißt Du allerdings genau was Du tust und hast Dich ausreichend informiert, dass der gewählte Broker typische Sicherheitsstandards erfüllt, spricht nichts gegen ein Kundendepot bei einem Onlinebroker.

Kinder

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Falls Du überlegst, ein Depot für Deine Kinder zu eröffnen, so ist das natürlich möglich.

So gut wie fast alle Banken, egal ob Filial- oder Onlinebank, bieten Kinderdepots oder Depots für Jugendliche an.

Diese haben dann unterschiedliche Namen wie Junior Depot (Consorsbank) oder Minderjähringen-Depot (SBroker).

In den meisten Fällen entfallen dann die Depotführungsgebühren komplett. Das Depot läuft dann rechtlich gesehen auf den Namen Deines Kindes.

Bevollmächtigt sind nur die Eltern (einzeln oder zusammen).

Da Dein Kind noch minderjährig ist, bist nur Du dazu bevollmächtigt auf das Depot zuzugreifen. Dein Kind kann also ohne Deine Zustimmung keine Wertpapiergeschäfte tätigen.

Sobald Dein Kind dann 18 wird, kann es dann uneingeschränkt auf das Wertpapierdepot zugreifen.

Je nachdem, wie das Depot dann rechtlich aufgesetzt wurde, kannst Du dann nicht mehr über das Depot verfügen.

Privatinsolvenz des gesetzlichen Vertreters

Ich kann Dir keine verbindliche Rechtsberatung an der Stelle geben.

Solltest Du allerdings aus irgendeinem Grund in eine Privatinsolvenz schlittern, so sollte das Depot Deines Kindes geschützt sein und nicht Teil der Insolvenzmasse werden.

Rechtlich gesehen gehört das Depot demjenigen, auf dem es eröffnet wurde. In diesem Fall also Deinem Kind.

Arbeitslosigkeit des gesetzlichen Vertreters

Weitaus komplizierter wird es, wenn Du arbeitslos wirst und eventuell Arbeitslosengeld beziehst.

Hier wirst Du Dich genau erkundigen müssen, in welchem Umfang dann das Depot Deines Kindes mit angegeben werden muss. Das Arbeitsamt wird in der Regel auch einen Nachweis über die Wertpapiererträge verlangen.

Steuern (Abgeltungssteuer)

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In Deutschland unterliegen alle Kapitalerträge der Abgeltungssteuer, ohne Ausnahme. Zu den typischen Kapitalerträgen gehören:

  • Zinsen (Sparbuch oder Tagesgeldkonto)
  • Dividenden (aus Aktien oder anderen Anteilen)
  • Erträge aus Fonds und Zertifikaten
  • Wertzuwächse beim Verkauf von Wertpapieren (zum Beispiel von Aktien)

Im Rahmen Deines Depots ist davon auszugehen, dass Du früher oder später Kapitalerträge erzielen wirst, damit bist Du also steuerpflichtig.

Die Abgeltungssteuer beträgt zum aktuellen Stand (Juli 2020) 25 %. Das war es aber noch nicht. Hinzukommen der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.

Selbstverständlich zahlen nur die Depotinhaber die Kirchensteuer, wenn sie in der Kirche sind.

Abgeltungssteuer mit und ohne Kirchensteuer plus Solidaritätszuschlag

Ohne Kirchensteuer beträgt die Abgabelast 26,38 % ((0,25 x 5,5) % + 25 % = 26,375 %).

Mit Kirchensteuer liegt die Komplettbelastung bei 27,82 % (Bayern und Baden-Württemberg) oder 27,99 % (alle anderen Bundesländer)

Sparerpauschbetrag

Immerhin bleiben allerdings 801 Euro steuerfrei, jedes Jahr. Das ist der Sparerpauschbetrag.

Wer verheiratet ist, kann sogar den doppelten Betrag von 1.602 Euro steuerfrei vereinnahmen, vorausgesetzt es wird zusammen angelegt.

Deine Bank, oder Broker, kümmert sich um die Abführung der Abgeltungssteuer. Sie führt die Steuern in dem Moment ab, in dem Dir Kapitalerträge zufließen.

Da die Steuern also an der Quelle erhoben werden, gehört die Abgeltungssteuer zu den Quellensteuern.

Sparplan

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Eventuell bist Du gerade noch dabei, Dein Vermögen aufzubauen oder Du willst einfach monatlich Geld zurücklegen.

Bei einem Girokonto gibt es für Überweisungen, die immer zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt werden sollen (zum Beispiel monatlich) Daueraufträge.

Willst Du in Deinem Depot immer zu einem bestimmten Zeitpunkt Wertpapiere kaufen, so wirst Du ein Depot Sparplan einrichten.

Sparpläne für Fonds und Exchange Traded Fonds

Du legst also monatlich fest, wie viel Geld Du investieren möchtest. Gängige Wertpapiere für Sparpläne sind Investmentfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds).

Insbesondere ETFs konnten in den letzten Jahren viele Anleger überzeugen.

Sparpläne für Aktien

Früher war es sehr teuer in einzelne Aktien über einen Sparplan zu investieren.

Zu Deinem Glück hat sich das in den letzten Jahren stark verbessert. Ein großes Hindernis, um zum Beispiel Aktien zu besparen, waren in den letzten Jahren die hohen Ordergebühren.

Mittlerweile bieten insbesondere Onlinebanken günstige Sparpläne an, um direkt Aktien zu besparen. So bietet zum Beispiel die Consorsbank günstige Sparpläne für Aktien an.

Des Weiteren gibt es oft die Möglichkeit, Sparpläne auch alle zwei Monate, quartalsweise oder halbjährlich durchzuführen.

Zusammenfassung

Mir ist es wichtig, dass dieser Guide Dich umfassend zu Wertpapier- und Aktiendepots informiert hat. Du solltest jetzt ein absoluter Profi sein, wenn es um Depots geht. Falls Du doch noch Fragen hast, findest Du die dazugehörigen Antworten hoffentlich in der folgenden Sektion.

In jedem Fall würde ich mich freuen von Dir zu hören.

Hat Dir der Guide weitergeholfen?

Fehlt Dir noch etwas?

Hinterlasse mir jetzt gerne einen Kommentar.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Depot?

Wenn wir von einem Depot bei einer Bank oder einem Onlinebroker sprechen, geht es ganz einfach nur um einen Ort, wo Du Deine gekauften Wertpapiere ablegen kannst.

Logischerweise kannst Du dann auch Deine vorhandenen Wertpapiere aus diesem Wertpapierdepot auch verkaufen. Stell Dir das Ganze also einfach als Ablageort für Deine Wertpapiere vor.

Wo kann ich ein Wertpapierdepot eröffnen?

Bei Banken und Onlinebrokern kannst Du ein Kundendepot eröffnen. Den genauen Ablauf erkläre ich Dir unter dem Punkt Eröffnung (Anlegen).

Lass Dich von den Begriffen Eröffnung und Anlegen nicht verwirren. Es geht bei beiden Begriffen um das Gleiche.

Was bedeutet Depot?

Das Wort Depot kommt aus dem Französischen und bedeutet ganz einfach „Lager“ oder „Ablagerung“.

In dem Sinne eines Wertpapierdepots bezeichnet es also einfach ein Lager (Verwahrmöglichkeit) für Wertpapiere.  

Wie viele ETFs sollte ich im Wertpapierdepot haben?

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Die Meinungen, wie viele ETFs am Ende hineingehören, gehen sehr weit auseinander.

Um diese Fragen für Dich zu beantworten, musst Du zunächst klären, was genau Deine Anlageziele sind. Besonders wichtig ist ebenfalls Dein Anlagehorizont, also wie lange Du anlegen möchtest.

Sehr vereinfachter Anlagevorschlag (ohne Gewähr natürlich)

Setzen wir also voraus, dass Du Dein Geld langfristig in Aktien investieren möchtest, möglichst breit gestreut über viele Unternehmen.  Dann könnte bereits ein ETF für Dich ausreichend sein.

Zum Beispiel ein ETF, der in den MSCI World Index investiert.

MSCI World Index

Der MSCI World investiert in hunderte Firmen weltweit und streut dabei über verschiedene Sektoren. Dadurch wird das Risiko, das eine einzelne Aktie zu hohen Verlusten führt, stark reduziert.

Die Firma MSCI erläutert ausführlich, in welche Länder und Sektoren der Index und der dazugehörige ETF investieren würde.

In dem Fall, dass Du ein Anfänger bist, empfehle ich Dir dringend Dich noch mehr zu informieren.

Wie funktioniert ein Depot?

Ein Depot funktioniert letztendlich sehr ähnlich wie ein Konto.

Mit dem Unterschied, dass es darauf ausgelegt ist, mehrere Wertpapiere zu beinhalten. Während ein Konto nur Ein- und Auszahlungen erfasst und entsprechend summiert.

Wertpapiere kaufen und verkaufen

Nach der Eröffnung kannst Du Wertpapiere kaufen und verkaufen.

Hast Du Dein Kundendepot in der Filiale, hast Du die Möglichkeit Orders über Deinen Berater einzureichen. Beachte aber bitte, dass es sich hierbei dann meistens um richtige Beratungsgespräche handelt.

Bei einer Onlinebank und einem Broker gibt es in der Regel keinen Dir zugeordneten Berater.

Du kannst zwar per Telefon Banking auch Orders aufgeben, das ist in der Regel aber sehr teuer und die Person am Telefon wird Dir keine richtige Beratung anbieten.

Online Banking

Auch wenn Du eventuell Dein Kundendepot in der Filiale hast, werden Banken Dich oft dazu drängen, Deine Geschäfte im Online Banking durchzuführen. Insbesondere bei beratungsfreien Geschäften.

Mit Deinen Online Banking Zugangsinformationen erteilst Du dann Orders. Diese werden dann mit Transaktionsnummern legitimiert – wie bei einem Girokonto die Überweisungen.

Was ist ein Direktdepot?

Direktdepot oder Onlinedepot? Ist das nicht das Gleiche? Ja, so ist es.

Als Online Banking zunehmend bekannter wurde, prägte insbesondere die ing den Begriff des Direktdepots in Deutschland.

Damit war vor allem gemeint, dass Kunden nicht mehr in die Filiale müssen, um ihre Geschäfte abzuschließen. Wertpapiere konnten direkt per Telefon oder online gekauft werden.

Heute wird Dir das sicherlich etwas antiquiert vorkommen (ist es auch). Mach Dir also keine weiteren Gedanken darüber.

Wie viele Aktien gehören in ein Aktiendepot?

Das ist von Deinen Anlagezielen und -horizont abhängig.

Es wäre etwas fahrlässig, Dir hier eine allgemein gültige Antwort zu geben.

Grundsätzlich gilt bei Geldanlagen, dass Du Deine Risiken streuen solltest.

Hier hat sich in den letzten Jahren, meiner Meinung nach, der Irrglaube festgesetzt, dass Du so viel wie möglich diversifizieren musst.

Ich empfehle Dir daher bewusst und logisch zu diversifizieren.

Du wirst zum Beispiel erstaunt sein, dass Du bereits mit 10-15 Aktien aus verschiedenen Industrien (Sektoren) und Ländern eine ziemlich gute Diversifikation erzielen kannst.

Wie eröffne ich ein Depot?

Die Depoteröffnung läuft sowohl online als auch offline in einer Filialbank ziemlich ähnlich ab.

Grundsätzlich kannst Du davon ausgehen, dass die Bank oder der Broker immer gesetzlich dazu verpflichtet ist, Dich zu legitimieren.

Wertpapierdepot eröffnen mit bestehendem Girokonto

Hast Du bei der Bank bereits ein Girokonto, kannst Du ein Depot meistens sehr einfach im Online Banking eröffnen. Die Eröffnung legitimierst Du dann mit einer Transaktionsnummer.

Eine weitere Legitimierung ist nicht notwendig.

Falls Du das Ganze persönlich in der Filiale machst, regelt Dein Berater alles für Dich und Du musst nur noch unterschreiben.

In jedem Fall wirst Du dann Deine weiteren Zugangsunterlagen per Post erhalten.

Ohne bestehendem Girokonto

Möchtest Du ein Kundendepot ohne Girokonto eröffnen, wirst Du nicht darum herumkommen, die geforderten Unterlagen der Bank auszufüllen und Dich von der Bank legitimieren zu lassen.

Wie das Ganze abläuft, erkläre ich Dir unter dem Punkt Eröffnung (Anlegen).

Wie viele Depots darf man haben?

Es gibt keine gesetzliche Begrenzung, wie viele Depots Du haben darfst.

Praktisch gesehen, empfehle ich Dir allerdings es nicht zu übertreiben. Du musst insbesondere Deinen Sparerpauschbetrag bei der Steuer beachten.

Hast Du mehrere Depots, kann es Dir passieren, dass Du eventuell zu viele Steuern zahlst, weil Du den Freibetrag nicht optimal aufgeteilt hast.

Welches Depot eignet sich für Aktien?

Hier solltest Du Dir eher die Frage stellen, welche Bank und ob sich nicht sogar ein Broker für Dich eignet.

Die Unterschiede bei den Banken und Brokern sind heutzutage nur noch marginal. Steinzeit-Online Banking gibt es zum Glück so gut wie gar nicht mehr.

Gebühren im Auge behalten

Bei der Auswahl des Anbieters solltest Du also darauf achten, dass Du nicht zu hohe Ordergebühren bezahlst.

Insbesondere, wenn Du Deine kompletten Anlageentscheidungen alleine triffst, ist es weniger sinnvoll, Dein Kundendepot in der Filiale zu führen, denn da zahlst Du immer für die Beratung mit (ob Du willst oder nicht).

Dann ist eine Onlinebank sicherlich die bessere Wahl für Dich und Du solltest Dein Aktiendepot dort eröffnen.

Achte also bei der Wahl Deines Aktiendepots darauf, welche Gebühren für den Kauf und Verkauf von Aktien verlangt werden.

Welches Wertpapierdepot eignet sich für ETFs?

Ähnlich wie bei Aktien (siehe vorherigen Punkt „Welches Depot eignet sich für Aktien?“). Ist auch hier die Frage relevanter, welche Bank für Dich sinnvoller ist.

ETFs sind sehr kosteneffiziente Wertpapiere. Sie werden gerne von Anlegern gekauft, die ihre Anlageentscheidungen selbst treffen.

Wenn Du Dich hier angesprochen führst, empfehle ich Dir nach der Bank zu suchen, wo Du Deine Wertpapiere möglichst kostengünstig kaufen kannst.

Vergiss aber dabei nicht, dass, wenn Dir ein persönlicher Ansprechpartner wichtig ist, Du bei Onlinebanken nur eine sehr eingeschränkte Beratung bekommst.

Achte also bei der Wahl Deines ETF-Depots darauf, welche Gebühren für den Kauf und Verkauf von ETFs zu zahlen sind.

Welches Depot eignet sich für ETF Sparpläne?

Wie unter vorherigem Punkt „Welches Wertpapierdepot eignet sich für ETFs?“ beschrieben, steht hier eher die Wahl der Bank im Vordergrund.

Siehst Du Dich als Anleger, der alle seine Entscheidungen selbst trifft, solltest Du Dich für eine Bank entscheiden, bei der Du Deine ETF Sparpläne möglichst günstig anlegen kannst.

Achte also insbesondere auf günstige ETF Sparplan Gebühren.

Welches Aktiendepot eignet sich für Anfänger?

Wenn Du das hier liest, bist Du eventuell ein Aktienanfänger.

Zunächst einmal, Herzlichen Glückwunsch, damit willst Du in Wertpapiere investieren, die sich für einen mittel- bis langfristigen Vermögenszuwachs eignen.

Es wäre ein wenig ironisch jetzt zu behaupten, dass, wenn Du definitiv weißt, was Du tust, Du dann Dein Aktiendepot bei einer Onlinebank eröffnen solltest (Wie willst Du das als Anfänger wissen?).

Aber wenn Du Deine Entscheidungen alle alleine treffen willst, dann kannst Du guten Gewissens Dein Aktiendepot bei einer Onlinebank eröffnen.

Filialbanken als Alternative?

Gerade zu Beginn kann es aber auch sinnvoll sein, dass Du Dein Aktiendepot in einer Filialbank eröffnest. Dort wirst Du eine persönliche Beratung erhalten.

Leider, habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass Banken dazu neigen, ihren Anlegern dann Aktien als Direktinvestment auszureden. Am Ende werden recht teure Aktienfonds angeboten.

Kleinanleger erhalten dann oft nicht die Beratung für die Wertpapiere, die sie eigentlich kaufen möchten. In manchen Fällen begnügen sie sich dann mit den angebotenen Aktienfonds.

Welches Depot eignet sich für Kleinanleger?

Es gibt unter den Banken, meiner Meinung nach, kein besonderes Depot, dass sich insbesondere für Kleinanleger eignet.

Die Frage ist eher, wie Du Dein Geld anlegen möchtest. Wünschst Du Dir eine Beratung? Ist Dir ein Dir zugeordneter Berater wichtig?

Im Grunde gibt es hier zwei Wege, die Du gehen kannst.

  • Du bildest Dich selbst weiter, informierst Dich im Internet und mit anderen Anlegern über Wertpapiere, die Du kaufen solltest. Das heißt, Du triffst Deine Anlageentscheidungen weitgehend alleine oder
  • Du wirst bei Deinen Anlageentscheidungen von einem Berater einer Bank unterstützt (klassisches Filialgeschäft).

Während einige “Anlagexperten“ dazu neigen, Kleinanleger immer die zweite Alternative anzubieten, bin ich von der ersten Alternative überzeugt.

Wenn Du bereit bist, ein wenig Zeit in Deine finanzielle Bildung zu investieren, kannst Du ebenfalls alleine oder gemeinsam mit anderen Privatanlegern sinnvolle Anlageentscheidungen treffen.

Was kostet ein Wertpapierdepot?

Wie viel ein Wertpapier Dich kostet, hängt von drei Punkten ab:

  • der Anlagesumme,
  • der Anzahl der Wertpapierkäufe und -Verkäufe (Wertpapierorders)
  • und dem durchschnittlichen Ordervolumen

Wie Du die Kosten für Dein Wertpapierdepot errechnen kannst, erkläre ich Dir detailliert unter dem Punkt Kosten und Gebühren.

Für ein Wertpapierdepot mit einer Anlagesumme von 25.000 Euro, 5 Orders im Jahr, die jeweils ein durchschnittliches Ordervolumen von 1.250 Euro haben, können die Kosten extrem schwanken.

Wie unter dem Punkt Vergleich gezeigt, fangen die Kosten bei ca. 50 Euro an und können sogar bis auf über 300 Euro anwachsen.

Was kostet ein Wertpapierdepot bei der Sparkasse?

Es gäbe zu viele Sparkassen, um hier alle aufzuführen. Exemplarisch zeige ich Dir daher die Kosten anhand der Hamburger Sparkasse (Haspa).

Für ein Wertpapierdepot mit einer Anlagesumme von 25.000 Euro, 5 Orders im Jahr, die jeweils ein durchschnittliches Volumen von 1.250 Euro haben, würdest Du 110 Euro bezahlen müssen.

Detailliertere Informationen findest Du weiter oben unter dem Punkt Vergleich.

Beachte, dass die Depotkosten von Sparkasse zu Sparkasse schwanken.

Sie liegen meiner Erfahrung nach von den Kosten im Mittelfeld zwischen Onlinebank und Privatbanken, wie zum Beispiel die Commerzbank oder Deutsche Bank.

Teilweise sind die großen Sparkassen aber auch sehr nahe an den Preisen der Onlinebanken dran, vorausgesetzt Du handelst online und nimmst keine Beratung in der Filiale wahr.

Was kostet ein Depot bei der Deutschen Bank?

Zum aktuellen Stand (Juli 2020) würdest Du bei der Deutschen Bank für ein Depot mit einer

  • Anlagesumme von 25.000 Euro,
  • 5 Orders im Jahr,
  • mit jeweils einem durchschnittlichen Volumen 1.250 Euro

195 Euro bezahlen.

Was kostet ein Aktiendepot bei der Volksbank?

Wie auch bei den Sparkassen gäbe es zu viele Volksbanken, um hier alle aufzuzählen. Daher zeige ich Dir die Kosten für ein Aktiendepot bei der Berliner Volksbank.

Zum aktuellen Stand (Juli 2020) würdest Du bei der Berliner Volksbank für ein Depot mit einer

  • Anlagesumme von 25.000 Euro,
  • 5 Orders im Jahr,
  • mit jeweils einem durchschnittlichen Volumen 1.250 Euro

49,50 Euro bezahlen.

Dabei habe ich angenommen, dass die Orders alle online oder per App aufgegeben wurden. Bei Orders in der Filiale oder am Telefon sind die Kosten etwa dreifach so hoch.

Die Volksbanken ähneln sich sehr stark den Sparkassen bei ihren Gebühren. Meiner Erfahrung nach liegen sie oft zwischen den Gebühren der Onlinebanken und denen der großen Privatbanken (Commerzbank und Deutsche Bank zum Beispiel).

Was ist ein Verrechnungskonto?

Jedes Depot muss ein Verrechnungskonto haben.

In einem Wertpapierdepot können sich nur Wertpapiere befinden. Es ist nicht möglich, Geld auf ein Depot zu überweisen.

Das Verrechnungskonto ist oft Dein Girokonto bei der Bank oder bei einer anderen Bank.

Hast Du allerdings Dein Kundendepot mit einem extra Verrechnungskonto eröffnet, musst Du erst Geld von Deinem Girokonto auf dieses Verrechnungskonto überweisen.

Tagesgeldkonto als Verrechnungskonto

Je nach Gestaltung der Bank kann zum Beispiel auch ein Tagesgeldkonto das Verrechnungskonto sein.

Das hat für Dich den Vorteil, dass Dein nicht investiertes Geld etwas besser verzinst wird als zum Beispiel bei einem Girokonto.

Wie bekomme ich Geld auf mein Depot?

Das geht nicht so einfach.

In einem Depot befinden sich nur Wertpapiere.

In aller Regel wirst Du ein Verrechnungskonto haben, (siehe vorherigen Punkt Was ist ein Verrechnungskonto?) auf das Du zunächst Geld einzahlst und Dann kannst Du Wertpapiere kaufen und verkaufen.

Was passiert mit meinem Depot, wenn die Bank pleite geht?

Während Geldeinlagen durch die Einlagensicherung in Deutschland geschützt werden, ist eine separate Sicherung für Wertpapiere in einem Depot nicht notwendig.

Alle Wertpapiere in einem Wertpapierdepot gehören nur Dir. Damit gelten Kundendepots als Sondervermögen und die strauchelnde Bank muss die Wertpapiere herausgeben.

Die Bafin, die deutsche Bankenaufsicht, beschreibt Deine Rechte (und auch Pflichten) sehr detailliert auf ihrer Webseite.

Wie sollte ein Depot aussehen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Wie Du Dein Depot am Ende ausgestaltet, hängt von Deinem persönlichen Anlagezielen und Anlagehorizont ab.

Anleger die eher konservativ sind, werden zum Beispiel bei spekulativen Wertpapieren starke Bauchschmerzen bekommen. Risikofreudiger Anleger könnten mit recht sicheren Rentenpapieren weniger anfangen.

Ein Depot sollte sich also daher an Deinen persönlichen Zielen und auch Erfahrungen ausrichten.

Bei Aktien kann es Dir zum Beispiel passieren, dass Du nach Kauf recht schnell hohe Gewinne erzielst. Umgekehrt, kannst Du auch recht schnell hohe Verluste erleiden.

Wie kann ich mein Wertpapierdepot absichern?

Die beste Absicherung für ein Wertpapierdepot ist es immer noch das Risiko herauszunehmen.

Wie machst Du das?

Du verkaufst Deine Risikowertpapiere. In der Fachsprache wird das als „Risk off“ (Risiko aus) bezeichnet.

Profianleger (institutionelle Anleger also) verkaufen dann riskantere Wertpapiere (Aktien) und verlagern das Geld in risikoärmere Wertpapiere (Renten).

Darüber hinaus kannst Du Dein Depot auch mit Derivaten absichern. Hier musst Du aber wissen, was Du tust, sonst wird es sehr gefährlich.

Welches Depot ist das Beste?

Das hängt sehr stark von Dir ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.

Wünscht Du Dir eine persönliche Beratung und einen Dir zugeordneten Betreuer, solltest Du Dich für eine Filialbank entscheiden.

Machst Du alles selbst, solltest Du Dich für eine Onlinebank oder Broker entscheiden. Mehr hierzu findest Du unter dem Punkt Vergleich.

Egal, wofür Du Dich entscheidest, Du musst auf die Kosten achten.

Anders als bei Girokonten unterscheiden sich die Kosten bei Depots sehr stark.

Was bedeutet Depot Freischaltung?

Lass Dich bitte nicht verwirren.

Wie bei einem Girokonto, musst die Bank Dich legitimieren, dazu ist sie gesetzlich verpflichtet.

Freischaltung bedeutet in dem Zusammenhang ganz einfach, dass, nach dem die Bank Dich legitimiert hat (entweder persönlich in der Filiale oder durch Post Ident), Du alle Deine Online Banking Zugänge erhältst.

Mit diesen Zugängen schaltest Du dann online selbst alles frei. Du kannst es Dir auch einfach als Aktivierung vorstellen.

Danach kannst Du dann also online Deine Wertpapierdepot einsehen und Wertpapiere kaufen und verkaufen.

Wann muss die Aktie im Depot sein, damit ich die Dividende bekomme?

Damit Du Anspruch auf die Dividende hast, sollte sich die Aktie am Tag der Hauptversammlung in Deinem Depot befinden. Normalerweise hast Du dann Anspruch auf die Dividende.

Abgeltungssteuer

Du solltest Dich allerdings fragen, ob es wirklich Sinn für Dich macht, die Dividende zu vereinnahmen.

Hast Du zum Beispiel bereits Deinen Sparerpauschbetrag für das laufende Jahr aufgebraucht, wird die Dividende mit der Abgeltungssteuer voll versteuert.

Die Aktie wird dann am Tag nach der Dividendenauszahlung abzüglich dieser gehandelt. Du wirst aber, auf Grund der Steuer, nicht auf den gleichen Gegenwert wie vor der Auszahlung kommen.

Wie viele Fonds gehören in ein Wertpapierdepot?

Das hängt, wie zum Beispiel bereits unter dem Punkt Wie viele ETFs sollte ich im Wertpapierdepot haben? geklärt, von Deinen persönlichen Anlagezielen und Deinem Anlagehorizont ab.

Nach meiner persönlichen Meinung kannst Du Dein Depot bereits mit nur zwei Fonds ausreichend diversifizieren (Rechtlicher Hinweis: kein Anlagevorschlag, ohne Gewähr).

Hierfür würdest Du einen breit angelegten Aktien- und Rentenfonds benötigen, die beide in möglichst viele Länder und Industrien (Sektoren) diversifizieren.

Wie Du die Fonds dann gewichtest, hängt von Deiner persönlichen Risikoneigung ab. Als gängige Gewichtung, die möglichst vielen Anlegern gerecht wird, hat sich zum Beispiel 60 % in Aktienfonds und 40 % in Rentenfonds durchgesetzt.

Dieses Beispiel lässt sich selbstverständlich auch leicht auf ETFs übertragen.

Diese Gewichtung wird allerdings im Rahmen des anhaltenden, bzw. nicht enden wollenden Niedrigzinsumfeld immer mehr in Frage gestellt.

Wie lange dauert es, um ein Depot zu eröffnen?

Das kommt darauf an, ob Du bei der Bank bereits ein Konto hast oder nicht.

Bestehende Kontoverbindung

Hast Du bei der Bank bereits ein Konto und willst ein Depot anlegen, dauert die eigentliche Eröffnung nicht mehr als 1 Tag.

Die Zusendung der weiteren Unterlagen wird dann noch mal 3-5 Tage in Anspruch nehmen. Im Durchschnitt sollte es also nicht länger als eine Woche dauern.

Ohne bestehende Kontoverbindung hingegen muss die Bank Dich komplett als Kunde aufnehmen und auch legitimieren anhand Deines Personalausweises (oder Reisepass mit Meldebescheinigung).

Dann wirst Du mit hoher Sicherheit im Durchschnitt zwei Wochen warten müssen, bis Du Dein Kundendepot verwenden kannst.

Wie kann ich mein bestehendes Depot auflösen?

Du musst Dein Depot kündigen.

Von Bank zu Bank ist es immer noch ein wenig unterschiedlich, wie Du Dein Kundendepot kündigen kannst. Grundsätzlich wirst Du allerdings schriftlich kündigen müssen.

Entweder bietet die Bank dafür vorgesehene Formulare an oder Du schreibst einen formlosen Brief, aus dem Deine Kündigungsabsicht klar hervorgeht.

In manchen Fällen kannst Du auch online kündigen. Die Kündigung wird dann anhand einer Transaktionsnummer legitimiert.

Achte bei einer Kündigung darauf, dass Du möglichst Dein Wertpapierdepot schon umgezogen hast oder die Wertpapiere bereits verkauft hast.

Dann sollte es zu keinen Missverständnissen kommen.