Depot (Wertpapiere und Aktien): der ultimative Guide

Wie du Aktien und andere Wertpapiere ordern kannst

Zuletzt aktualisiert am 27 April 2021 von Reza

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Depot der ultimative Guide

In diesem Guide erklären wir Dir, was ein Depot ist und zeigen Dir alles, was Du bei einem Depot beachten solltest.

Auf folgende Themen konzentrieren wir uns.

Was ist ein Depot?

Um Geld anzulegen und Vermögen zu bilden, brauchst Du ein Depot. Ein Depot lässt sich als ein Lager bezeichnen, in dem Wertpapiere abgelegt werden. Das können Anleihen, ETFs, Fonds und Aktien sein.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Wertpapiere in Papierform ausgestellt. Die Wertpapiere mussten dann in einem Schließfach verwahrt werden, denn wer im Besitz der Wertpapiere war, war auch der faktische Eigentümer. Heutzutage wird der Kauf von Verkauf von Wertpapieren digital abgewickelt und die Wertpapiere werden in digitalen Depots abgelegt.

Dein Depot gibt Dir einen Überblick über alle Wertpapiere, die Dir gehören. In Deinem Depot wird Dir für jedes Wertpapier der Kaufpreis und der aktuelle Kurswert angezeigt, damit ist Dein Depot nicht nur ein Ablageort für Deine Wertpapiere, sondern mit Deinem Depot kannst Du regelmäßig prüfen, wie sich Deine Geldanlagen entwickeln.

Aber, nicht alle Wertpapiere sind Depot-fähig. Damit Wertpapiere in ein Depot eingebracht werden können, müssen sie unterschiedliche Bedingungen erfüllen. Zum Beispiel müssen sie eindeutig zuordenbar sein, was durch die Zuteilung einer ISIN (International Security Identification Number) erreicht wird.

Depot Eröffnung

Depot eröffnen

Wie ein Girokonto kannst Du Dein Depot in einer Filialbank oder bei einer Onlinebank eröffnen. Aber anders als bei einem Girokonto kannst Du ein Depot auch bei einem Onlinebroker oder Neobroker eröffnen

Eine Depoteröffnung läuft in der Regel immer ziemlich gleich ab. Der Anbieter ist in jedem Fall dazu gesetzlich verpflichtet Dich zu legitimieren (Deine Identität feststellen). Online erfolgt die Legitimierung meistens durch einen Anbieter wie Postident oder VideoIdent. In einer Filialbank hingegen wird Dich ein Mitarbeiter der Bank immer direkt anhand Deiner Ausweispapiere legitimieren.

Filialbank

Eröffnest Du Dein Depot in einer Filialbank, hat das für Dich den Vorteil, dass Du einen persönlichen Kundenbetreuer hast, der sich um Deine Anliegen, kümmern kann.

Das kann insbesondere empfehlenswert sein, wenn Du Dich noch sehr unsicher fühlst bei dem Thema Geldanlage. Den Service eines persönlichen Betreuers bei einer Filialbank musst Du allerdings bezahlen.

In der Regel sind Depots bei Filialbanken deutlich teurer als bei Onlinebanken.

Onlinebanken

Falls Du Dein Geld alleine anlegen möchtest und Du wünschst Dir keine Beratung, solltest Du Dein Depot eher bei einer Onlinebank eröffnen.

Da Onlinebanken grundsätzlich auf persönliche Beratung verzichten, sind sie die Depotkosten (wesentlich) niedriger als bei Filialbanken. Anders als bei Girokonten spielen die Kosten bei Depots und Wertpapiergeschäfte eine große Rolle.

Onlinebroker

Neben den Filialbanken und Onlinebanken kannst Du ein Depot auch bei einem Onlinebroker, bzw. Neobroker eröffnen. Broker unterscheiden sich von Banken dadurch, dass sie keine Konten (Zahlungsverkehrskonten) anbieten.

Um über einen Onlinebroker Wertpapiere handeln zu können, musst Du zwingend ein Referenzkonto angeben. Typischerweise ist das Dein Girokonto. Manchmal ist es auch möglich ein Auszahlungskonto anzugeben. 

Einlagensicherung: Beachte allerdings, dass (insbesondere ausländische) Onlinebroker eventuell Dir nicht die gleiche Einlagensicherung bieten wie inländische Onlinebanken. Die Einlagensicherung ist ein gesetzlicher Einlagenschutz und beträgt in Deutschland (Europäischen Union) bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank. Bevor Du Dein Depot zu einem Onlinebroker umziehst, informiere Dich genau über die Bedingungen.

Depot Kosten und Gebühren

Depot Kosten und Gebühren

Bei den Depotkosten wird zwischen fixen und variablen Kosten unterschieden. Die Depotgebühren gehören zu den fixen Kosten, während die Ordergebühren den variablen Kosten zuzuordnen sind. Fixe Gebühren musst Du immer bezahlen, während die variablen Gebühren davon abhängig sind, wie häufig Du Wertpapiere handelst.

Für jeden Wertpapierkauf oder -verkauf werden Ordergebühren fällig.

Die Gesamtkosten eines Depots setzen sich aus den Depotgebühren und Ordergebühren zusammen.

Bei den Ordergebühren musst Du beachten, dass unterschiedliche Gebühren für inländische oder ausländische Wertpapiere verlangt werden. In der Regel ist es teurer (oft doppelt so teuer) ausländische Wertpapiere zu handeln.

Gebühren für die Wahl des Handelsplatzes

Neben den Depot- und Ordergebühren werden bei manchen Anbieter auch Gebühren für die Wahl des Handelsplatzes verlangt.

Wenn Du zum Beispiel Wertpapiere an der Xetra-Börse handeln willst, kann es sein, dass Dein Depotanbieter zusätzliche Gebühren verlangen wird. Bevor Du an einer Börse handeln möchtest, solltest Du Dich informieren, ob zusätzliche Gebühren verlangt werden und in welchem Ausmaß.

Gesamtkosten berechnen

Während sich bei Girokonten die jährlichen Gesamtkosten einfach berechnen lassen, ist das bei Depots nicht der Fall. Was Dich Dein Depot jährlich kostet, ist abhängig von:

  • der Anlagesumme,
  • der Anzahl der Wertpapierkäufe und -verkäufe (Wertpapierorders)
  • und dem durchschnittlichen Ordervolumen

Bei Geldanlagen sind die damit verbundenen Kosten ein wichtiges Thema. Generell kannst Du Dir die Daumenregel merken, dass die Gesamtkosten nicht mehr als 1 % der Anlagesumme überschreiten dürfen.

Stiftung Warentest mit umfangreichem Test im Oktober 2019

Wie gravierend die Unterschiede zwischen den einzelnen Depots sein können, zeigt ein umfangreicher Test der Stiftung Warentest im Oktober 2019. Der Test kam zum Ergebnis, dass Anleger hunderte von Euros sparen können, wenn sie bei der Depotauswahl auf die Kosten achten.

Depot Vergleich

Depot Vergleich

Während sich die Depotkosten bei Girokonten nicht mehr so stark wie früher unterscheiden, so gibt es bei den Depotkosten immer noch große bis sehr große Unterschiede.

Wie bei Girokonten gilt auch bei Depots, dass Onlinebanken signifikante Kostenvorteile gegenüber Filialbanken haben, die sie an ihre Kunden weitergeben. Genauso gilt aber auch, dass Kunden bei Onlinebanken keine oder nur eine sehr eingeschränkte Beratung erhalten.

Wenn Du Depots miteinander vergleichst, musst Du Dir darüber bewusst sein, dass Deine Depotkosten von diesen Punkten abhängen:

  • Depotvolumen: Das ist der Gesamtwert Deines Depots
  • Orderanzahl: die Anzahl der Wertpapierkäufe und Verkäufe.
  • Ordervolumen: Das ist der durchschnittliche Wert aller gehandelten Wertpapiere

Beim Vergleichen von Depots solltest Du aber nicht nur auf die Kosten achten, falls Du Dir eine persönliche Beratung und Betreuung wünscht. Onlinebanken und Onlinebroker bieten typischerweise keine oder nur eine eingeschränkte Beratung an.

Wichtigste Filialbanken, Onlinebanken und Onlinebroker

Für unseren Depotvergleich konzentrieren wir uns auf die, unserer Meinung nach, wichtigsten Filialbanken, Onlinebanken und Onlinebroker.

Normalerweise hätten wir auch die comdirect aufgeführt. Da die Commerzbank die comdirect voll integrieren wird (jedenfalls ist das zu erwarten), wird die Comdirect nicht separat erwähnt.

Klassisches Depot gegen aktives Depot

Insbesondere viele Filialbanken bieten unterschiedliche Depotmodelle an. Meisten wird zwischen einem klassischen (eher wenige Käufe und Verkäufe) und aktiv Depotmodell unterschieden. Außerdem ist das klassische Depot eher für Kunden gedacht, die sich eine persönliche Beratung und Betreuung wünschen.

In diesem Vergleich haben wir bei Filialbanken immer das klassische Modell gewählt, da wir annehmen würden, dass eine persönliche Beratung und Betreuung erwünscht ist.

Annahmen für den Vergleich

Für unseren Vergleich haben wir Depotwert (Depotvolumen) von 25.000 € angenommen. Im Durchschnitt sollen 20 Positionen im Depot sein und jedes Jahr werden 5 inländische Aktien verkauft oder gekauft.

Zusammenfassung für den Depotvergleich

  • Depotvolumen: 25.000 € (20 Positionen je 1.250 € je Position)
  • Orderanzahl: 5 pro Jahr
  • Ordervolumen: 6.250 € (5 x 1.250 €) pro Jahr

Als Börsenplatz haben wir die Xetra-Börse festgelegt, die zu den liquidesten und etabliertesten Börsen in Europa gehört.

Sparkasse und Volksbanken (Raiffeisenbanken)

Trotz des anhaltenden Konkurrenzdruckes in den letzten Jahren gibt es immer noch eine sehr große Anzahl an Sparkassen und Volksbanken in Deutschland. Nach wie vor gibt es je Region eine verantwortliche Sparkasse und Volksbank.

Typischerweise positionieren sich die Sparkassen und Volksbanken mit ihren Gebühren zwischen den großen Privatbanken und den Onlinebrokern.

Fast immer Depotführungsgebühren bei Sparkassen und Volksbanken

Typisch bei Sparkassen und Volksbanken ist, dass immer Depotführungsgebühren verlangt werden. Das lässt sich so begründen, dass Sparkassen und Volksbanken immer Filialen unterhalten müssen und durch die Depotführungsgebühren wird ein Teil dieser Kosten gedeckt.

Beispiel Haspa

Während zwar alle Sparkassen und Volksbanken ihre eigenen Gebühren festlegen, ähnlichen sich die Gebührenstrukturen oft stark. Damit Du ungefähr weißt, mit welchen Kosten Du bei einer Sparkasse oder Volksbank rechen musst, schauen wir uns die Depotkosten am Beispiel der Hamburger Sparkasse (Haspa) an (Stand Juli 2020):

Für die Depotführung verlangt die Haspa jährlich einen Betrag, der 0,19 % des Depotwertes entspricht, aber mindestens 10 €.

Pro Order (Kauf oder Verkauf) werden 0,75 % vom Kurswert verlangt. Bei einem Ordervolumen von 1.250 €, sind das 9,38 € pro Order, aber die Haspa verlangt eine Mindestgebühr von 12,50 €. Für 5 Orders wären dann in Summe 62,50 € zu bezahlen.

Im Jahr würde Dich das Depot bei der Haspa 72 € kosten (Stand Juli 2020).

ing (diba)

Die ing berechnet ihren Kunden keine Depotführungsgebühren.

Bei den Ordergebühren berechnet die ing pro Order eine Mindestgebühr von 4,90 €, hinzukommen 0,25 % des gehandelten Kurswertes. Der Handel an der Xetra-Börse kostet 1,75 € pro Order.

Für unser Beispieldepot zahlen wir pro Order 9,80 € (9,775 um genau zu sein). Da wir 5-mal handeln, zahlen wir in Summe 49 €.

Das Depot würde jährlich 49 € kosten (Stand Juli 2020).

DKB (Deutsche Kreditbank)

Die DKB berechnet ihren Kunden ebenfalls kein Depotführungsgebühren.

Für Orders bis 10.000 € wird eine Gebühr von 10 € verlangt. In unserem Beispiel zahlen wir für alle Orders 50 € (Stand Juli 2020).

Das Depot bei der DKB würden wir jährlich 50 € kosten (Stand Juli 2020).

Consorsbank

Wie bei der ing und die DKB zahlen Kunden bei der Onlinebank Consorsbank keine Depotführungsgebühren.

Für Orders werden mindestens 9,95 € verlangt, hinzukommen 1,50 € für den Börsenplatz Xetra. Eine Order kostet somit 11,45 €

In Summe kostet das Depot 57,25 € jährlich (Stand Juli 2020).

Commerzbank

Als Filialbank berechnet die Commerzbank ihren Kunden eine jährliche Depotführungsgebühr von 79,60 €.

Jede Order kostet mindestens 49,90 €. 5 Orders würden damit 249,50 € kosten.

In Summe müssen also 329,10 € für das Depot bei der Commerzbank bezahlt werden (Stand Juli 2020).

Deutsche Bank

Genauso wie die Commerzbank berechnet auch die Deutsche Bank, als klassische Filialbank, ihren Kunden eine Depotführungsgebühr von 35 €

Jede Order kostet 30 € plus 2 € € für den Börsenplatz Xetra. Pro Order sind 32 € zu bezahlen. Somit sind für 5 Orders 160 € zu bezahlen.

Zusammengerechnet kostet das Depot 195 € bei der Deutschen Bank.

SBroker

Als Onlinebroker der Sparkassenorganisation verlangt der SBroker von seinen Kunden keine Depotführungsgebühr, vorausgesetzt die Kunden handeln pro Quartal eine gewisse Anzahl an Orders.

Für jede Order wird eine Mindestgebühr von 8,99 € verlangt. Hinzukommen 0,99 € für den Börsenplatz Xetra. Damit kostet jede Order 9,98 € und alle Orders 49,90 €.

Das Depot würde  49,90 € jährlich kosten (Stand Juli 2020).

Flatex

Flatex ist wie der SBroker ein bekannter Onlinebroker in Deutschland. Flatex verlangt eine Depotführungsgebühr von 25 €, was untypisch für einen Onlinebroker ist.

Orders kosten (flat) 5,90 €. Für den Handel an dem Börsenplatz Xetra werden 2,37 € verlangt. Das macht pro Order 8,27 €. Für alle Orders in Summe 41,35 €.

Das Depot würde jährlich 66,35 € kosten (Stand Juli 2020).

Kostenloses Depot

Kostenloses Depot

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es verschiedene Banken und Broker, die ein Depot ohne Depotführungsgebühren anbieten.

Ganz kostenlos ist ein Depot allerdings nie. Es wird zwar relativ aggressiv mit dem Begriff kostenlos geworben, aber das Depot mit Orders (Käufen und Verkäufen) ist so gut wie nie kostenlos.

Eine Ausnahme hiervon bilden die sogenannten Neobroker, die auch für Wertpapierorders keine Gebühren verlangen. Bei Neobrokern musst Du Dir aber darüber bewusst sein, dass Du so gut wie gar keinen Service angeboten bekommst.

Bevor Du Dich für ein Depot entscheidest, mach Dir Gedanken darüber, wie oft Du Wertpapiere wie Aktien kaufen und verkaufen möchtest und welchen Service Du erwartest.

Depot für Anfänger und Einsteiger

Depot für Anfänger und Einsteiger

Es gibt kein Depot, das sich speziell für Anfänger und Einsteiger eignet. Entscheidend ist, wo Du Dein Depot eröffnest.

Depot in der Filialbank

Gerade Anfänger neigen dazu, dass sie ihr Depot in der Filialbank eröffnen möchten, da sie sich eine Beratung, bzw. 2. Meinung wünschen.

Viele Anfänger machen dann die Erfahrung, dass ihnen bestimmte Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien, ausgeredet werden, um sie zu "schützen". 

Das vermeintliche Beratungsgespräch entwickelt sich dann relativ schnell zu einem Verkaufsgespräch und endet damit, dass Dir ein Investmentfonds angeboten wird, den Du im Zweifel gar nicht möchtest.

Letztendlich übernimmt dann die jeweilige Investmentgesellschaft alle Entscheidungen für Dich, was zwar einerseits praktisch für Dich ist, auf der anderen Seite musst Du dafür hohe Kosten in Kauf nehmen.

Wir tun uns ein wenig schwer Dir eine Depoteröffnung in einer Filialbank zu empfehlen. Wenn Du Dich allerdings auf gar keinen Fall finanziell weiterbilden möchtest, könnte das der richtige Weg für Dich sein, denn langfristig ist nichts teurer, als sein Geld nicht anzulegen.

Depot in einer Onlinebank

Eine Onlinebank bietet Dir in der Regel nur eine sehr eingeschränkte oder gar keine Beratung an. Du triffst Deine Anlageentscheidungen weitgehend selbst. Depots bei Onlinebanken sind wesentlich günstiger als bei Filialbanken, da Onlinebanken ihre Kostenvorteile an die Kunden weiter geben.

Wenn Du etwas autodidaktisch veranlagt bist, also Dir gerne auch mal was beibringst, kann ein Wertpapierdepot bei einer Onlinebank die richtige Wahl für Dich sein. 

Zunächst solltest Du Dich mit den Grundlagen der Geldanlage beschäftigen, anschließend mit den unterschiedlichen Anlageklassen und Dich dann weiter spezialisieren.

Die gute Nachricht an der Stelle ist, dass es weit weniger schwierig ist als Du denkst. Es ist allerdings auch kein Kinderspielchen, wie von manchen "Finanzprofis" suggeriert wird.

Depot bei einem Onlinebroker

Noch günstiger als Onlinebanken sind Depots oft bei Onlinebrokern. Wenn Du Dich mit Wertpapieren bereits gut auskennst, kann es sinnvoll für Dich sein Dein Depot bei einem Onlinebroker zu eröffnen.

Als totaler Anfänger hingegen würden wir Dir eher nicht zu einem Depot bei einem Onlinebroker raten.

Bei Onlinebrokern (insb. bei ausländischen) Onlinebrokern musst Du Dich informieren, ob Deine Einlagen ausreichend gesichert sind. Teilweise greift die deutsche (europäische) Einlagensicherung nicht bei ausländischen Onlinebrokern.

Depot für Kinder

Depot für Kinder

Genauso wie Du ein Depot für Dich eröffnen kannst, kannst Du auch ein Depot für Deine Kinder eröffnen.

So gut wie fast alle Banken, egal ob Filial- oder Onlinebank, bieten Kinderdepots oder Depots für Jugendliche an. Die Depots haben dann unterschiedliche Namen wie Junior Depot (Consorsbank) oder Minderjährigen-Depot (SBroker).

Ein typisches Merkmal von Depots für Kinder ist, dass keine Depotführungsgebühren verlangt werden. Ähnlich wie bei den Girokonten für Kinder.

Gesetzlich gesehen sind nur die Eltern dazu berechtigt über das Depot zu verfügen.

Da Kinder noch minderjährig sind, sind nur die Eltern dazu berechtigt auf das Depot zuzugreifen. Dein Kind kann  ohne Deine Zustimmung keine Wertpapiergeschäfte tätigen.

Sobald Dein Kind 18 wird, kann es dann uneingeschränkt auf das Wertpapierdepot zugreifen. Je nachdem, wie das Depot dann rechtlich aufgesetzt wurde, kannst Du dann nicht mehr über das Depot verfügen.

Privatinsolvenz des gesetzlichen Vertreters

Wir können Dir keine verbindliche Rechtsberatung an der Stelle geben. Solltest Du allerdings aus irgendwelchen Gründen in finanzielle Schwierigkeiten geraten, so sollte das Depot Deines Kindes geschützt sein und im Falle einer Privatinsolvenz außen vor sein.

Rechtlich gesehen gehörten die Wertpapiere in einem Depot der Person, auf dessen Name das Depot eröffnet wurde.

Arbeitslosigkeit des gesetzlichen Vertreters

Weitaus komplizierter wird es, wenn Du arbeitslos wirst und eventuell Arbeitslosengeld beziehst.

Du musst Dich genau erkundigen, in welchem Umfang die Wertpapiere in dem Depot Deines Kindes mit angegeben werden müssen. Das Arbeitsamt wird in der Regel auch einen Nachweis über die Wertpapiererträge verlangen.

Depot und Steuern

Depot und Steuern

In Deutschland unterliegen alle Kapitalerträge der Abgeltungssteuer. Zu den typischen Kapitalerträgen gehören:

  • Zinsen (Sparbuch oder Tagesgeldkonto)
  • Dividenden (aus Aktien oder anderen Anteilen)
  • Erträge aus Fonds und Zertifikaten
  • Wertzuwächse beim Verkauf von Wertpapieren (zum Beispiel von Aktien)

Die Abgeltungssteuer beträgt zum aktuellen Stand (Juli 2020) 25 %. Hinzukommen noch (eventuell) der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.

Dein Depotanbieter übernimmt für Dich die Abführung der Abgeltungssteuer. Sie führt die Steuern in dem Moment ab, in dem Dir Kapitalerträge zufließen.

Da die Steuern an der "Quelle" erhoben werden, gehört die Abgeltungssteuer zu den Quellensteuern.

Sparerpauschbetrag

Die Abgeltungssteuer greift nicht ab dem 1 €. Jedes Jahr kannst Du 801 € an Kapitalerträgen steuerfrei vereinnahmen. Das ist der Sparerpauschbetrag. Wer verheiratet ist, kann sogar den doppelten Betrag von 1.602 € steuerfrei vereinnahmen, Zusammenveranlagung vorausgesetzt.

Abgeltungssteuer mit und ohne Kirchensteuer plus Solidaritätszuschlag

Ohne Kirchensteuer beträgt die Abgabelast 26,38 % ((0,25 x 5,5) % + 25 % = 26,375 %), falls Du dazu verpflichtet bist, den Solidaritätszuschlag zu zahlen.

Mit Kirchensteuer liegt die Komplettbelastung bei 27,82 % (Bayern und Baden-Württemberg) oder sogar bei 27,99 % (alle anderen Bundesländer).

Depot Sparplan

Depot der ultimative Guide

Falls Du monatlich Geld zurücklegen möchtest, ist ein Sparplan besonders praktisch.

Bei einem Girokonto gibt es für Überweisungen, die immer wieder zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt werden sollen, Daueraufträge. Willst Du mit Deinem Depot immer zu einem bestimmten Zeitpunkt Wertpapiere kaufen, kannst Du ein Depotsparplan einrichten.

Bei Sparplänen kannst Du unterschiedliche Intervalle wählen, von monatlich bis teilweise halbjährlich.

Sparpläne für Fonds und Exchange Traded Fonds

Typische Wertpapier für Sparpläne sind Fonds und ETFs (Exchange Traded Funds). Insbesondere ETFs konnten in den letzten Jahren viele Anleger überzeugen.

Nachdem Du Deinen Sparplan angelegt hast und ausgewählt hast, wann immer investiert werden soll. Investiert Dein Sparplan für Dich automatisch in die Fonds und ETFs, die Du Dir ausgesucht hast.

Sparpläne für Aktien

Früher war es kostspielig einen Sparplan für einzelne Aktien anzulegen, weswegen es keinen Sinn ergeben hat.

Das hat sich glücklicherweise geändert und mittlerweile bieten insbesondere Onlinebanken günstige Sparpläne für Aktien an. Die Consorsbank bietet zum Beispiel günstige Sparpläne für Aktien an.

Zusammenfassung

Nachdem Du diesen Guide durchgearbeitet hast, solltest Du jetzt über das notwendige Wissen verfügen, um für Dich das richtige Depot auswählen zu können.

Falls Du noch kein Depot eröffnet hast, solltest Du jetzt den nächsten Schritt machen und Dein erstes Depot eröffnen. Achte dabei auf die Depotkosten und leg Dein Geld kontinuierlich über Sparpläne an, denn nichts kostet Dich langfristig mehr, als Dein Geld nicht anzulegen.