Der Hauptgrund warum Ordergebühren wichtig sind

Zuletzt aktualisiert am 07 Februar 2021 von Reza

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Warum Ordergebühren wichtig sind

Der Hauptgrund, warum Ordergebühren wichtig sind

Ordergebühren sind so ein Thema, um dass sich die meisten Menschen eigentlich am liebsten nicht kümmern möchten.

Das Schöne daran ist, dass Du Dir nur einmal über das Thema Gedanken machen musst und Du es dann tatsächlich gedanklich zur Seite legen kannst.

Was ist noch mal eine Ordergebühr?

Die Ordergebühr gehört zu den Transaktionsgebühren. Diese Gebühren werden immer erhoben, wenn es zum Kauf oder Verkauf von Gütern und Dienstleistungen kommt.

Die Gebühr erhält in der Regel immer ein Mittelmann, auch Intermediär genannt, dafür dass er das Geschäft arrangiert.

Transaktionskosten kennst Du zum Beispiel aus dem Wohn- und Immobilienmarkt. Die allseits beliebte Maklercourtage ist nämlich so eine Transaktionsgebühr.

Im Wertpapierbereich berechnen die Banken und die Broker Odergebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren.

Neben den Ordergebühren werden oft noch weitere Gebühren fällig. Zum Beispiel für den ausgewählten Handelsplatz.

Hinzukommen können Börsenentgelte/Courtagen der jeweiligen Börse (relativ gering im Verhältnis zu den anderen Gebühren).

Ordergebühren bei Fonds und Exchange Traded Funds

Fonds und auch Exchange Traded Funds müssen ebenfalls Ordergebühren bezahlen, allerdings läuft das in einem ganz anderen Rahmen ab als bei Privatanlegern.

Wenn Du noch neu bei dem Thema Geldanlagen bist, empfehlen wir Dir unsere Guides zum Thema Depot und Geldanlage.

Ing Ordergebühr (Beispiel)

Bevor wir also gleich zum Hauptgrund kommen, weshalb Ordergebühren für Dich wichtig sind, machen wir noch ein kleines Beispiel. Hierfür haben wir die ing ausgesucht.

Zum aktuellen Stand (September 2019) berechnet die ing diba folgende Gebühren:

Möchtest Du also Aktien zu einem Kurswert von 1.000 € an der Xetra erwerben, so würden folgende Gebühren fällig:

4,90 € + 2,50 € (1.000 € x 0,25%) = 7,40 €

Die Bank würde Dir also 1.007,40 € in Rechnung stellen und von Deinem Referenzkonto (Girokonto oder Tagesgeldkonto) abbuchen.

Ordergebühren können Deine Rendite stark beeinflussen

Gut, wir haben uns noch mal in Erinnerung gerufen, was Ordergebühren sind. Das Ganze haben wir auch noch mal an einem Beispiel angesehen.

Wir werden uns im Weiteren vor allem auf Aktienkäufe- und Verkäufe konzentrieren. Allerdings gelten diese Aussagen fast gleichermaßen für alle anderen Wertpapiere.

Bei einem Fonds äußern sich zum Beispiel sehr hohe Ordergebühren an sehr hohen TER Ratios (Total Expense Ratios).

Bei Exchange Traded Funds kann ein hoher Tracking-Error auf hohe Ordergebühren hindeuten.

Also, weshalb dürfen Dir Ordergebühren auf gar keinen Fall egal sein?

Das werden wir Dir am besten anhand eines simplen, aber doch sehr beeindruckenden Beispiels zeigen.

Wir nehmen an, dass Du im Jahr 2019 immer zum Quartalsende der ersten drei Quartale BMW Aktien gekauft hast.

Dabei hast Du die Aktien immer sofort zum Eröffnungskurs an der Xetra Börse gekauft.

Am Ende des 4. Quartals hast Du Dir vorgenommen alle Aktien zum Eröffnungskurs zu verkaufen.

Dabei wolltest Du immer maximal 1.000 € ausgeben.

Du hast bei Deiner Filialbank, bei der Du jahrelang Kunde bist, soweit alles unter einem Dach. Girokonto, Tagesgeldkonto, Baufinanzierung und Dein Depot.

Entsprechend fallen auch die Gebühren aus, so musst Du typischerweise immer mindestens 30 € Ordergebühren für den Kauf von inländischen Aktien bezahlen.

Die 30 € beinhalten bereits die Kosten für den Handelsplatz.

Hinweis: Die Kursdaten kommen von yahoo Finance – da sich Aktien nicht splitten lassen, wurden immer so viele Aktien gekauft, wie gerade möglich.

Schauen wir uns mal Deine Käufe inklusive der Ordergebühren an.

  Datum Eröffnungskurs Ordervolumen Anteile Kurswert Ordergebühren in % Ausmachender Betrag
Kauf 2019-03-29 68,46 € - 1.000,00 € 14 - 958,44 € 30,00 € 3,13% - 988,44 €
Kauf 2019-06-28 65,16 € - 1.000,00 € 15 - 977,40 € 30,00 € 3,07% - 1.007,40 €
Kauf 2019-10-31 69,52 € - 1.000,00 € 14 - 973,28 € 30,00 € 3,08% - 1.003,28 €
        43 -  2.909,12 € 90,00 €   - 2.999,12 €


Beim Verkauf inklusive der Ordergebühren kommt es dann zu diesem Ergebnis

  Datum Eröffnungskurs Ordervolumen Anteile Kurswert Ordergebühren in % Ausmachender Betrag
Verkauf 2019-12-30  73,21 €   43 3.148,03 € 30,00 € 0,95% 3.118,03 €


Wie Du leicht erkennen kannst, musstest Du also in Summe 120 € an Ordergebühren bezahlen. Immerhin bleibt noch ein kleiner Gewinn von 118,91 € (3.118,03 € - 2.999,12 €). Allerdings hast du ca. genauso viele Ordergebühren bezahlt, wie Du Gewinn gemacht hast.

Jetzt nehmen wir an, dass Du die gleichen Käufe und Verkäufe gemacht hast, allerdings zu Ordergebühren von 10 €.

  Datum Eröffnungskurs Ordervolumen Anteile Kurswert Ordergebühren in % Ausmachender Betrag
Kauf 2019-03-29 68,46 € - 1.000,00 € 14 - 958,44 € 10,00 € 1,04% - 968.44 €
Kauf 2019-06-28 65,16 € - 1.000,00 € 15 - 977,40 € 10,00 € 1,02% - 987.40 €
Kauf 2019-10-31 69,52 € - 1.000,00 € 14 - 973,28 € 10,00 € 1,03% - 983.28 €
        43 -  2.909,12 € 30,00 €   - 2.939,12 €


Und beim Verkauf kommt es dann zu folgendem Ergebnis

  Datum Eröffnungskurs Ordervolumen Anteile Kurswert Ordergebühren in % Ausmachender Betrag
Verkauf 2019-12-30  73,21 €   43 3.148,03 € 10,00 € 0,32% 3.138,03 €


Demnach hättest Du Dein Ergebnis stark verbessern können. Du hättest einen Gewinn von 198,91 € gemacht.

In dem Zusammenhang musst Du ebenfalls verstehen, dass desto kleiner Deine Orders sind, desto stärker fallen die Ordergebühren ins Gewicht.

Würdest Du Zum Beispiel statt für 1.000 € immer Aktien im Wert von ca. 2.000 € ordern, dann sind die Gebühren gar nicht mehr so relevant für Dein Ergebnis.

  Datum Eröffnungskurs Ordervolumen Anteile Kurswert Ordergebühren in % Ausmachender Betrag
Kauf 2019-03-29 68,46 € - 2.000,00 € 29 -  1.985,34 € 10,00 € 0,50% - 1.995,34 €
Kauf 2019-06-28 65,16 € - 2.000,00 € 30 -  1.954,80 € 10,00 € 0,51% - 1.964,80 €
Kauf 2019-10-31 69,52 € - 2.000,00 € 28 -  1.946,56 € 10,00 € 0,51% - 1.956,56 €
        87 -  5.886,70 € 30,00 €   - 5.916,70 €
Und wieder schauen wir uns den Verkauf an
  Datum Eröffnungskurs Ordervolumen Anteile Kurswert Ordergebühren in % Ausmachender Betrag
Verkauf 2019-12-30  73,21 €   87 6.369,27 € 10,00 € 0,16% 6,359.27 €


Wie Du siehst, zahlst Du bei einem Ordervolumen von jeweils 1.000 € und 2.000 € die gleichen Gebühren von 40 €.

Relativ gesehen fällt die Belastung allerdings viel geringer je Order aus, desto höher die gehandelten Beträge sind (erkennst Du an den in % dargestellten Ordergebühren).

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass je kürzer Dein Anlagezeitraum ist, desto wichtiger werden die Ordergebühren.

Legst Du Geld über einen sehr langen Zeitraum an, so wird sich der Kurs (hoffentlich) auch positiv für Dich entwickeln. Im Ergebnis verkaufst Du dann einen viel höheren Betrag am und entsprechend unwichtiger werden die Ordergebühren.

Die hier vorgestellten Beispiele zeigen Dir sehr klar, weshalb Du Dich für Ordergebühren interessieren solltest.

Denn im schlimmsten Fall können Ordergebühren Deine Rendite komplett auffressen.