Ist eine Onlinebank das Richtige für Dich? Wie wir Banking in 5 Jahren sehen

Zuletzt aktualisiert am 07 Februar 2021 von Reza

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Ist einen Onlinebank das Richtige fuer Dich?

Ist eine Onlinebank das Richtige für Dich? Wie wir Banking in 5 Jahren sehen

Das klassische Bankgeschäft befindet sich im Umbruch. Darüber lässt sich nicht streiten.

Der technologische Fortschritt führt dazu, dass immer mehr Menschen den Besuch in einer Filialbank vermeiden.

Ihnen fehlt schlicht und einfach die Zeit dafür und online lässt sich fast alles mittlerweile erledigen.

Allerdings hat sich auch nach der Finanzkrise 2008 eine Vertrauenskrise von Bankkunden gegenüber Bankangestellten festgesetzt.

Die Kunden haben oft das Gefühl einem Verkäufer gegenüberzusetzen.

Wie solltest Du reagieren? Deine Bankgeschäfte umziehen?

Falls Du noch kein Konto hast, direkt bei einer Onlinebank das Konto eröffnen?

Schauen wir uns das Thema am besten gemeinsam an. 

Vorteile und Nachteile von Onlinebanken

Der größte Vorteil von Onlinebanken ist, dass sie so gut wie alle Bankdienstleistungen wesentlich günstiger anbieten können.

Filialbanken mit hohen Kostennachteilen gegenüber Onlinebanken

Die klassischen Filialbanken müssen in der Regel oft erst die Kosten für ihre Filialen und zahlreichen Mitarbeiter hereinholen, bevor sie profitabel sind.

Der technologische Anspruch der Kunden hat sie auch zu immer höheren Ausgaben für ihre IT gezwungen.

Keine persönliche Betreuung

Onlinebanken bieten keine persönliche Betreuung an. Daher müssen sie keine Filialen und auch keine teuren Geldautomaten bezahlen. Jeder Kontakt mit dem Kunden kann nur online, schriftlich oder am Telefon erfolgen.

Wie alles im Leben gibt es Vorteile nicht umsonst. Der größte Nachteil der Onlinebanken ist nämlich, Du errätst es, die mangelnde persönliche Betreuung.

Wer Hotlines und (teilweise nervige) Chats mit der Bank hasst – wird bei einer Onlinebank nicht glücklich.

Eingeschränkter Bargeldzugang bei Onlinebanken

Ebenfalls ist es bei Onlinebanken schwieriger an große Bargeldbeträge zu kommen.

Da es nämlich keine Filialen gibt, gibt es auch keinen Schalter, an dem Du Dir höhere Geldbeträge abholen kannst.

Denn die Debitkarte (EC-Karten) und Kreditkarten haben Tages- und Wochenbegrenzungen für Bargeldabhebungen. Benötigst Du viel Bargeld (ab 1.000 €) musst Du Dir das Geld liefern lassen oder die Onlinebank bietet Dir Alternativen an.

Gerade der fehlende Zugang zum Bargeld schreckt insbesondere viele ältere Menschen ab.

Filialbanken haben mit bedarfsgerechten Modellen reagiert

Im Übrigen haben auch die Filialbanken mittlerweile reagiert und bieten ihren Kunden bedarfsgerechtere Girokonten und Depots an.

Dabei wird oft zwischen Bankkunden unterschieden, die eine Beratung beanspruchen wollen oder nur einen persönlichen Betreuer haben möchten, falls mal etwas nicht so läuft, wie erhofft.

Klassisches Filialgeschäft der Banken unter Druck

Die gängigen Zeitungen sind voll mit denselben Meldungen. Entweder schließt eine große Privatbank mal wieder mehrere Filialen auf einmal oder eine kleine Volks- oder Sparkasse schließt eine ihrer Filialen.

Die Aufregung ist dann immer groß und zunächst einmal sollten wir klären, ob das nur einzelne Regionen sind oder ob tatsächlich immer mehr Bankfilialen schließen?

Die Deutsche Bundesbank informiert auf ihrer Webseite sehr detailliert über die Bankstellenentwicklung.

Im Jahr 2019 verringerten sich die inländischen Zweigstellen um 1.220 auf 26.667. Im Jahr 2018 wurden sogar 2.249 Zweigstellen geschlossen.

Die Bundesbank erwähnt dabei ebenfalls, dass es besonders stark die Sparkassen betrifft, aber auch die Volksbanken (Genossenschaftlicher Sektor) schließen viele Filialen.

Die Gründe, warum niemand mehr in die Bankfiliale geht

Unserer Meinung nach gibt es keine Anzahl von eindeutig Gründen, weshalb immer weniger Kunden in die Filiale gehen.

Allerdings lassen sich zumindest drei Themen zusammenfassen.

Digitalisierung der Bankgeschäfte

Banking wird immer digitaler. Vor einigen Jahren waren Onlinebanken noch neu und galten beinahe als hipp.

Online Banking und Onlinebanken gehören heute zum Mainstream. Es ist tatsächlich auch schon Jahre her, dass ich jemand sagen hörte „Ich lasse mich heute in der Bank beraten“.

Das Handelsblatt hat in dem Artikel Filialsterben bei Banken in Deutschland erreicht eine neue Dimension anhand von mehreren Zahlen deutlich gemacht, wie verbreitet Online Banking mittlerweile ist.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Online Banking stellen sich dann logischerweise immer mehr Kunden die Frage, was sie noch in einer Bank wollen?

Vor der Corona-Krise haben viele Banken zum Beispiel auch noch nicht mal daran gedacht eine Beratung per Videocall anzubieten. Zu sehr waren sie in ihrer Perspektive gefangen, der Kunde müsse zu ihnen kommen.

Strategische Fehler bei der Kundenbetreuung

Nach der Dotcom-Krise nahmen sich viele Banken vor effizienter zu werden.

Das führte dann dazu, dass viele Geschäftsbereiche neu organisiert wurden und auch die Namen wurden englischer. So wurde aus zum Beispiel aus der Privaten Vermögensverwaltung das Private Wealth Management.

Viele Kunden konnten damit nichts anfangen.

Ebenfalls fingen die Banken an die Kunden zu kategorisieren. Desto höher das Kapital, desto höher sind die Ansprüche an Beratung und andere Bankdienstleistungen.

Klingt erst mal nicht verkehrt, oder?

In der Praxis führte das dazu, dass viele Bankkunden plötzlich neue Berater oder Beraterinnen bekamen. Widerstand half nur selten.

Die Strategen der jeweiligen Banken zerstörten damit gewachsene Beziehungen und machten es somit den Kunden noch leichter sich von den Banken abzuwenden.

Im Grunde wurde eine gewollte Entfremdung in Gang gesetzt.

Verloren gegangenes Vertrauen durch Falschberatung

Im Zusammenhang mit der neuen strategischen Ausrichtung von vielen Banken wurde auch das Thema Beratung neu organisiert.

In diesem Zusammenhang kam es immer wieder zu Situationen, in denen sich Anleger falsch beraten gefühlt habe und entsprechend gegen die Banken klagten.

Es lassen etliche Zeitungsartikel finden, in dem es wieder mal zu einer Klage gegen eine Bank kam.

Einer dieser Klassiker ist zum Beispiel, wenn ältere Menschen Produkte mit Laufzeiten abschließen, die vermutlich nicht ganz zu ihrem Anlagehorizont passen. Oder wenn vermeintlich sichere Geldanlagen abgeschlossen werden, die eigentlich hochriskant sind.

Der Artikel Wenn die Bank für Falschberatung haftet ist in diesem Zusammenhang sehr lesenswert.

Ohne Frage gibt es in den Banken gute Berater und es gibt auch unter den Banken große Unterschiede, was die Beratungsleistungen angeht.

In der öffentlichen Wahrnehmung sind die Banken allerdings alle gleich.

Kommt es mal wieder zu einer Klage fühlen sich viele Menschen bestätigt in ihrem Eindruck – andere Menschen fürchten dann gar eine Beratung in der Bank.

Weitere Entwicklung in den nächsten 5 Jahren

Und jetzt? Wie geht es in den nächsten 5 Jahren weiter?

Das klassische Bankgeschäft, wie wir es mal kannten, wird es so nicht mehr geben.

Die Banken, insbesondere kleinere Banken wie Sparkassen und Volksbanken, werden weiter Kosten einsparen müssen.

Filialschließungen werden weiter gehen

Das wird auch weiterhin zu Filialschließungen oder sogar zur Filialzusammenlegungen führen.

Genauso werden die Banken nicht darum herumkommen, noch stärker ihr digitales Angebot auszubauen.

Diese Mischung aus Filialschließungen und hohen Investitionen in das digitale Angebot wird in den nächsten Jahren zwangsläufig dazu führen, dass es sich bei der Durchschnittsbank nicht mehr um eine Filialbank handeln wird, sondern um eine Onlinebank.

Dank der Corona-Krise haben auch die letzten Banken gelernt, dass es sogar möglich ist ihre Kunden per Videocall zu beraten.

Genauso hat die Corona-Krise dazu geführt, dass Debitkarten und öfter akzeptiert werden, wodurch auch die Bedeutung von Bargeld abnimmt.

Was bedeutet das für Dich?

Das klassische Bankgeschäft wird sich in den nächsten Jahren noch mehr ins Internet verlagern.

Wenn Du also jetzt schon nicht in die Bankfiliale gehst und auch keine persönliche Betreuung möchtest, macht es für Dich keinen Sinn durch dein Girokonto (und weitere Bankdienstleistungen) das Filialnetz der Filialbank mit zu finanzieren.

Es gibt mittlerweile sehr gute etablierte Onlinebanken, die Dir auch durch Ihr Konzept teilweise eine bessere Bargeldversorgung ermöglichen als so manche regionale Filialbank.

Es wäre dann eher klüger sich bereits jetzt mit Onlinebanking vertraut zu machen und Du kannst entspannt der Entwicklung im Banking entgegenblicken.

Zusammenfassung

Langfristig scheint die Richtung sehr klar zu sein, wie sich Banken verändern werden.

In jedem Fall wird es sich für Dich vermutlich lohnen zu einer Onlinebank zu wechseln, wenn Du bei Deiner aktuellen Bank sowieso die Beratungsdienstleistungen nicht beanspruchst.

Durch einen Wechsel kannst Du jedes Jahr viel Geld sparen und eventuell für Deine Geldanlage verwenden.

Nimmst Du die Beratungsdienstleistungen wahr, solltest Du darauf achten, dass Deine Bank Dir ein gutes Online Banking System anbietet, dass sich vor allem durch seine Benutzerfreundlichkeit und Erreichbarkeit auszeichnet.