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10 Anlagemöglichkeiten im Vergleich und wie du die Beste aussuchst

Verfasst von

Johannes Florian Lang

Freelance Editor

Geprüft von Geprüft von

Reza Machdi-Ghazvini,CAIA

Finanzexperte

10 Anlagemöglichkeiten im Vergleich und wie du die Beste aussuchst

Lange vorbei ist das goldene Zeitalter des Sparkontos, mit Zinsraten von drei, vier oder sogar fünf Prozent.

Heutzutage sind deutsche Sparer*innen bereits glücklich, wenn noch keine Negativzinsen auf dem Ersparten belastet werden.

Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu erkennen, dass langfristiges Sparen mit diesen Konditionen nicht ideal ist. 

Dass es auch anders geht und welche lohnenswerten Alternativen dir zur Verfügung stehen, erfährst du in diesem Beitrag.

Was macht eine gute Anlagemöglichkeit aus?

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das klassische Lehrbeispiel, das angehenden Wirtschaftsprofis dabei hilft, eine gute Anlage zu finden, heißt „magisches Dreieck“.

Das magische Dreieck setzt sich aus den Ecken Liquidität, Sicherheit und Rentabilität zusammen. 

Eine ideale Anlage gibt es jedoch nicht, weshalb das Dreieck auch „magisch“ ist. 

So beeinträchtigt unter anderem eine zunehmende Liquidität oftmals die Rentabilität, während eine höhere Rentabilität eine niedrigere Sicherheit mit sich bringt, usw.

Dennoch ist das magische Dreieck eine hervorragende Hilfestellung in der anschaulichen Darstellung des Charakters einer Anlage.

5 beliebte Anlagemöglichkeiten im Vergleich

Lohnenswert ist das einst hochgelobte Sparkonto schon lange nicht mehr.

So überragen die Nachteile des Sparens auf dem Girokonto, der Debitkarte oder unter der Matratze die Vorteile bei Weitem.

#1: Girokonto

Nennenswerte Zinsen auf dem Girokonto gehören in Deutschland der Geschichte an. 

Zusammen mit Kosten für Kontoführung, anderen Gebühren und der gnadenlos fortschreitenden Inflation, wird das Sparen auf dem Girokonto eindeutig zum Verlustgeschäft.

Als Haushaltskasse und zur Verwaltung des Lohneingangs mag sich das Girokonto hervorragend eignen. Zum Anlegen bist du hier aber an der falschen Adresse.

#2: Sparanlagen

Ähnlich schaut es mit dem Sparkonto aus. Die Sicherheit ist zwar sehr hoch und solange keine lästigen Bezugslimits existieren, schaut es auch mit der Liquidität ziemlich gut aus. 

Die Ecke der Rentabilität sucht man im magischen Dreieck beim Abgleich mit dem Sparkonto jedoch vergeblich. Niedrig-, Null- oder sogar Negativzinsen dominieren deutsche Sparkonten.

Es ist ratsam einen gewissen Betrag zur Sicherheit oder für eine feststehende Ausgabe in näherer Zukunft auf dem Sparbuch zu lassen.

Für das erfolgreiche Anlegen eignet es sich jedoch nicht.

#3: Bundeswertpapiere

Bundeswertpapiere sind äußerst sicher und ihre flexible Handelbarkeit verleiht ihnen auch eine anständige Portion Liquidität.

Wird das Geld jedoch nicht mindestens über drei Jahrzehnte hin angelegt, fallen bei Neuemissionen sogar Negativzinsen an.

Sie lohnen sich also nur bei einem sehr langfristigen Zeitrahmen.

#4: Festverzinsliche Wertpapiere

Festverzinsliche Wertpapiere, wie beispielsweise Obligationen, werfen nur noch eine sehr schmale Rendite ab.

Im Vergleich mit der jährlichen Inflation sind die Zinserträge kaum der Rede Wert.

#5: Bausparverträge und Lebensversicherungen

Auch bei den Bausparverträgen und den Lebensversicherern hat das niedrige Zinsniveau zugeschlagen.

Sie sind leider keine rentierenden Anlageoptionen mehr.

Das aktuelle Hauptproblem bei klassischen Anlagemöglichkeiten

Die grundlegende Problematik ist bei allen klassischen Anlagemöglichkeiten die gleiche.

Mit dem seit über 20 Jahren praktisch ausnahmslos sinkenden Zinsniveau verloren die traditionellen Sparformen mehr und mehr an Attraktivität.

Den letzten Stoß erfuhren wir mit der Finanzkrise 2008.

Um den negativen Auswirkungen der Krise entgegenzuwirken, senkte die Europäische Zentralbank EZB den Leitzins, innerhalb kürzester Zeit von gut vier auf ein einziges Prozent.

Das  bedeutet, dass sich die Banken günstig Geld leihen können und wir uns in einer Stagflation, der seltenen aber verheerenden Mischung aus Inflation und Stagnation befinden. 

Die genauen Hintergründe dieser Tatsachen sind jedoch auch in Fachkreisen umstritten. Fest steht, dass Sparer dazu gezwungen werden, andere Wege zu finden, um ihr Kapital gewinnbringend anzulegen.

5 Anlagemöglichkeiten mit besseren Renditepotenzialen im Vergleich

Mit den Gebühren und den Negativzinsen auf höhere Sparbeträge bezahlst du für die Sicherheit deines Kapitals, welche bei den klassischen Methoden im Zentrum steht. 

Erinnere dich aber daran, dass die ideale Anlage des magischen Dreiecks nicht existiert.

Bist du also dazu bereit, ein Teil der Sicherheit aufzugeben, kannst du sie durch ein höheres Renditepotenzial eintauschen. 

Möchtest du also, dass sich das Sparen für dich wieder lohnt, könnten dich folgende Anlagemöglichkeiten interessieren. 

#1: P2P Kredite

P2P steht für Peer-to-Peer, also so viel wie Kollege zu Kollege.

Auf P2P Plattformen kannst du nämlich dein Kapital direkt an Kreditnehmer vergeben, ohne dass ein Kreditinstitut zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer vermittelt. 

Das Fehlen einer Kreditbank ermöglicht dem Schuldner günstig Geld zu leihen, während dir als Gläubiger keine Bank dazwischensteht, die deine Rendite auffrisst.

Mit P2P Krediten sind Zinserträge zwischen 4 % - 14 % möglich.

Beachte aber auch, dass ein höherer Zinssatz meist eine niedrigere Bonität des Kreditnehmers und somit ein größeres Risiko für deine Anlage zur Folge hat.

Wenn du mehr über P2P Kredite und die besten Plattformen wissen möchtest, empfehlen wir dir unseren P2P Kredite Vergleich und Ratgeber.

#2: Aktien

Aktien sind ein Klassiker unter den profitablen Anlagemethoden. 

Du kaufst Anteile von Unternehmen, hoffst auf einen steigenden Kurs und erhältst gegebenenfalls jährlich eine stattliche Dividendenzahlung.

Diversifiziert du dein Portfolio genügend, liegen mit einer guten Prise Glück noch höhere Renditen drin als im P2P.

Wenn du mehr über das Investieren in Aktien wissen möchtest, empfehlen wir dir unseren Aktien Ratgeber oder Blog Artikel.

#3: Investmentfonds und ETFs

Investments in Fonds können dem magischen Dreieck gefährlich nahekommen. 

Als Alternative zu den herkömmlichen, aktiv gemanagten Fonds locken gerade ETFs mit tiefen Gebühren und jährlichem Renditepotenzial von 5 % - 9 %. 

Mehr über ETFs kannst du in unserem ETF Ratgeber erfahren.

#4: Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds strahlen mit ihrer gedeckelten Kapitalsumme eine gewisse Exklusivität aus.

Dementsprechend herausfordernd kann sich auch die Suche nach einem rentablen und seriösen geschlossenen Fonds gestalten. 

Ist jedoch der richtige Fonds gefunden, besteht bei geschlossenen Fonds die Möglichkeit auf noch höhere Renditen als bei Investmentfonds oder ETFs.

#5: Kryptowährungen

Bitcoin, Ethereum und Co. dominieren regelmäßig die Schlagzeilen.

Teilweise ist die Rede von Kapitalgewinnen von 1.000 % und noch mehr.

Du darfst aber nicht vergessen, dass Kryptowährungen völlig unreguliert und ungesichert sind.

Extreme Kursschwankungen sind keine Seltenheit, sodass eine Anlage in Kryptowährung mehr ans Spielen im Casino, als an seriöses Anlegen erinnern mag.

Eine kleine Summe in Kryptowährung zu investieren kann sicher lohnenswert sein. Größere Investitionen solltest du dir aber ganz gründlich überlegen.

Fazit

Die klassischen Anlagemöglichkeiten bieten nicht mehr die Renditeaussichten, die sie früher boten.

Einen gewissen Betrag zur Sicherheit oder für geplante Ausgaben auf dem Sparkonto zu lassen ist keine schlechte Idee.

Ein langfristiger Kapitalaufbau ist aber allein mit Sparkonto & Co. nicht möglich.

Kann auf eine gewisse Grundsicherheit verzichtet werden, kannst du in Investments in Anlagemöglichkeiten wie P2P Kredite, Aktien, Fonds oder Kryptowährungen echte Alternativen finden. 

Lass die Sicherheit jedoch nicht komplett außer Acht, investiere weise und lehne dich zurück.

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Zuletzt aktualisiert am 23 Juni 2022